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Die Energiewende finanzieren

Der Klima- und Energiefonds forciert mit seinem Programm „Green Finance“ klimafreundliche Investitionen.

Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds DI Theresia Vogel und DI Ingmar Höbarth, Foto: Johannes Hloch

Die Energie- und Mobilitätswende ist ohne privates Kapital nicht finanzierbar. Eine Berechnung der Europäischen Union geht davon aus, dass bis 2030 pro Jahr zusätzlich 260 Milliarden Euro in Klimaschutzprojekte investiert werden müssen, um die EU-Klimaschutzziele zu erreichen. Private und institutionelle Investor:innen, die ihr Geld am Kapitalmarkt anlegen wollen, können also mit ihrer Entscheidung für nachhaltige Projekte einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Um klimafreundliche Investitionsmöglichkeiten zu forcieren, werden mit dem Förderprogramm „Green Finance“ des Klima- und Energiefonds Wirtschaftlichkeitsberechnungen sowie Schwarmfinanzierungsprojekte und Grüne Anleihen unterstützt. Das Gesamtbudget beträgt eine Million Euro, dotiert aus Mitteln des Klimaschutzministeriums.

Bundesministerin Leonore Gewessler: „Wir müssen massiv und rasch in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren und Energieeffizienzmaßnahmen setzen. Green Finance ist ein wichtiger Beitrag, um den Finanzbedarf für die Energie- und Mobilitätswende zu decken.

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Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds DI Ingmar Höbarth, Foto: Johannes Hloch
Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth: „Mit unserem Förderprogramm wollen wir nachhaltigen Großprojekten auf die Sprünge helfen, damit sie die Chancen, die der Finanzmarkt bietet, auch ergreifen können. Die Nachfrage ist groß. Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsprojekte sind am Finanzmarkt gefragt, mit dem Programm Green Finance beschleunigen wir den Weg dorthin.“

Das Förderprogramm „Green Finance“ geht heuer zum zweiten Mal an den Start. Beim Call 2021 haben sich insgesamt 13 Projekte für eine Förderung beworben. Eines dieser Projekte – um ein Beispiel zu geben – finanziert nun mit Hilfe der Förderung (rund 20.000 Euro) Crowdfunding für Photovoltaik. Durch das Projekt im Burgenland wird eine PV Anlage mit 1 MW Leistung realisiert. Bürger:innen, die sich beteiligen, investieren so in erneuerbare Energien und erhalten einen Teil des Ertrages in Form von Darlehensrückzahlungen und Zinsen rückvergütet oder können sauberen Strom beziehen. Ein weiteres Projekt aus dem Vorjahr unterstützt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für Lüftungsanlagen in Schulen mit 60.000 Euro. Im Rahmen des Projekts sollen 150 bis 200 Schulen mit je 8 Klassen in ganz Österreich mit Lüftungsanlagen ausgestattet werden. Die Lüftungsanlagen werden mit erneuerbarem Strom, der durch PV-Anlagen erzeugt werden soll, betrieben. Ist das Projekt realisiert wird der Heizenergiebedarf pro Klasse um ca. 6,5 MWh/Jahr verringert. Bei 800 Klassen entspricht das einer Einsparung von 3.000 t CO2 pro Jahr.

Details zum Green-Finance-Programm 2022


Wirtschaftliche Projektentwicklung

Eine wesentliche Herausforderung bei der Entwicklung von großen Investitionsprojekten ist die detaillierte Darstellung der Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit – mit anderen Worten müssen die Projekte für den Kapitalmarkt „bankable“ sein. Im Rahmen des Förderprogramms werden Projektentwickler*innen bei der Erstellung von Businessplänen unterstützt, sodass potenzielle Investor*innen transparente Informationen erhalten.

Unterstützung bei Nebenkosten bei grünen Anleihen und Schwarmfinanzierungsprojekten

Ein Stolperstein bei der Platzierung von Klimaschutzprojekten auf dem Finanzmarkt sind die Kosten z.B. für Zertifizierungen, Kapitalmarktprospekte oder Plattformgebühren. Im Rahmen des Green-Finance-Programms des Klima- und Energiefonds werden 50% dieser Nebenkosten übernommen und dadurch die Gesamtkosten von Green Bonds und Crowd Financing-Projekten gesenkt. Dadurch schaffen es mehr Projekte auf den Markt und erweitern das bestehende Angebot für Investor*innen. Zielgruppe des Programms sind Großprojekte mit einem Volumen bis zu 50 Mio. Euro, die in Österreich umgesetzt werden.

Einreichungen sind zwischen 28. April 2022 und 28. Februar 2023 (12 Uhr) möglich.


Zum Programm Green Finance 2022