Mit knappem Budget zu mehr Energieeffizienz
Mödling ist ein Beispiel dafür, wie eine Gemeinde den Gebäudebestand mit konkretem Plan Schritt für Schritt umsetzt.
Wie können Gemeinden ihre Gebäude energieeffizient sanieren, wenn Budgets begrenzt sind, der Gebäudebestand heterogen ist und Denkmalschutz zusätzliche Anforderungen stellt? Die Stadtgemeinde Mödling zeigt, wie das mit einem e5-Plan gelingen kann - und hat bereits erste Zwischenziele erreicht.
Hoher Handlungsdruck bei komplexem Gebäudebestand
In Mödling umfasst der kommunale Gebäudebestand rund 60 Objekte – von Schulen und Kindergärten bis hin zu historischen Gebäuden. Viele davon stehen unter Denkmalschutz, weisen unterschiedliche Baujahre auf und sind entsprechend energieintensiv im Betrieb. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Energieeffizienz, während finanzielle Spielräume begrenzt bleiben.
Die zentrale Frage lautete daher: Wo anfangen und welche Maßnahmen bringen tatsächlich Wirkung? Erste Schritte wurden bereits früh gesetzt – etwa durch Energieausweise und Energiecontracting. Spätestens mit der Erneuerung zahlreicher Energieausweise und detaillierten Gebäudeanalysen ab 2020 wurde klar: Eine solide Datengrundlage ist entscheidend, um vom Bauchgefühl zu faktenbasierten Entscheidungen zu gelangen.
Strukturierter Ansatz und Umsetzung: Mit Plan zu messbaren Erfolgen
Auf Basis dieser Grundlage entwickelte Mödling gemeinsam mit der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu) einen Sanierungsfahrplan, der als zentrales Steuerungsinstrument diente. Er enthielt eine Prioritätenliste, wurde laufend weiterentwickelt und n Kombination mit der Energiebuchhaltung ermöglichte er es, Maßnahmen sowohl technisch als auch wirtschaftlich zu bewerten und gezielt umzusetzen.
So konnte etwa in der Jakob-Thoma-Mittelschule durch die Dämmung der obersten Geschoßdecke und die Optimierung der Heizungsregelung der Energieverbrauch um rund 15 Prozent gesenkt werden. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von etwa 7.500 Euro.
Im Kindergarten Hyrtlstraße führte die Umstellung auf LED-Beleuchtung zu einer Reduktion des Stromverbrauchs um etwa 40 Prozent. Ergänzend wurde im Jahr 2025 eine Photovoltaikanlage (47 kWp) mit Stromspeicher installiert. Dadurch kann der Strombedarf des Kindergartens nun weitgehend direkt vor Ort gedeckt werden. Das reduziert die laufenden Energiekosten zusätzlich.
In der Volksschule Hyrtlplatz kann mit der für 2027 geplanten Dämmung der obersten Geschossdecke der Wärmebedarf im Gebäude um rund 17 Prozent gesenkt werden. Die Amortisationszeit wird auf sieben bis acht Jahre geschätzt.
Die Erfahrungen aus Mödling zeigen: Es braucht nicht immer große Einzelprojekte, um spürbare Effekte zu erzielen. Vielmehr liegt die Stärke in der Kombination vieler gezielter Maßnahmen.
Was können andere Gemeinden daraus lernen?
Ein klarer Sanierungsfahrplan schafft Orientierung, hilft bei der Priorisierung von Maßnahmen und ermöglicht es, Investitionen gezielt und wirtschaftlich sinnvoll umzusetzen.
Dabei wird deutlich, dass nicht alles gleichzeitig passieren muss. Vielmehr liegt der Erfolg darin, Maßnahmen schrittweise umzusetzen und aufeinander aufzubauen. Gleichzeitig unterstützt der Fahrplan auch dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen – etwa wenn bestimmte Maßnahmen aktuell noch nicht wirtschaftlich sinnvoll sind.
Der Ansatz ist unabhängig von Größe und Ausgangssituation auf andere Gemeinden übertragbar. Entscheidend ist, mit einer guten Datengrundlage zu starten, klare Ziele zu definieren und die Umsetzung konsequent zu verfolgen. Die wichtigste Erkenntnis bleibt: Viele kleine, gut geplante Schritte führen gemeinsam zu einer nachhaltigen und wirtschaftlich erfolgreichen Gemeindeentwicklung.
Mehr Infos