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Was gesundes Homeoffice ausmacht

Fünf Punkte, die der Blaue Engel fürs umwelt- und gesundheitsfreundlichere Arbeiten zu Hause rät.

Eine Frau sitzt an einem weißen Holzschreibtisch in einem hellen Zimmer, auf dem Tisch steht eine Zimmerpflanze.
Foto: Square One

Gute Raumluft, schadstoffarme Materialien und emissionsarme Möbel: Wer sein Homeoffice einrichtet, kann viel für Gesundheit und Wohlbefinden tun. Der Blaue Engel hilft dabei, die richtigen Produkte zu finden – von der Wandfarbe bis zum Drucker.

Ob als dauerhafter Arbeitsplatz oder für die konzentrierte Stunde am Abend: Das Homeoffice gehört längst zum Berufsalltag. Laut Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes (Destatis) arbeitet in Deutschland rund ein Viertel der Erwerbstätigen (25 Prozent) regelmäßig oder täglich von zu Hause aus. Das entspricht rund zehn Millionen Beschäftigten. Bei der Einrichtung stehen meist zwei Dinge im Mittelpunkt: Ergonomie und Design. Doch auch ein Faktor, den man weder sieht noch riecht, verdient Aufmerksamkeit: die Raumluft. Denn wer viele Stunden am Schreibtisch verbringt, sollte nicht nur bequem sitzen, sondern auch möglichst wenige Schadstoffe einatmen.

Wandfarben, Bodenbeläge und Möbel können über längere Zeit flüchtige organische Verbindungen an die Raumluft abgeben. Wer sein Arbeitszimmer neugestaltet oder einrichtet, kann deshalb schon bei der Produktauswahl auf Umwelt- und Gesundheitsstandards achten. Eine verlässliche Orientierung bietet der Blaue Engel, das Umweltzeichen der Bundesregierung.

5 Schritte zu einem emissionsarmen Homeoffice

1. Die Basis für gute Raumluft

Wände und Böden beeinflussen die Qualität der Innenraumluft, da sie große Flächen einnehmen und Schadstoffe abgeben können. Wandfarben können mitunter Lösemittel, Konservierungsstoffe oder Weichmacher enthalten, die gesundheitliche Beschwerden verursachen können. Farben und Bodenbeläge mit dem Blauen Engel erfüllen strenge Emissions- und Schadstoffanforderungen. Für Dispersionsfarben gelten zum Beispiel Vorgaben zu Konservierungsstoffen, bei Bodenbelägen wie Parkett, Laminat, Linoleum oder Kautschuk gehört eine Geruchsprüfung in den neuen Kriterien dazu. So lässt sich im ersten Schritt beim Renovieren zu einem gesünderen Raumklima beitragen.

2. Auf die inneren Werte kommt es an

Ein schöner Schreibtisch und ein bequemer Stuhl machen das Homeoffice wohnlich. Doch auch die inneren Werte zählen: Holzwerkstoffe können Formaldehyd freisetzen, manche Polstermöbel halogenierte Flammschutzmittel enthalten. Möbel mit dem Blauen Engel erfüllen strenge Emissionsgrenzwerte und verzichten auf bestimmte kritische Chemikalien. Bei Holzmöbeln stammt Holz aus nachhaltiger, legaler Waldbewirtschaftung. Auch Langlebigkeit zählt: Die Kriterien berücksichtigen die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

3. Technik und Gebrauchsmaterialien bewusst wählen

Drucker, Computerzubehör und Papier gehören zur Grundausstattung vieler Arbeitsplätze. Beim Drucken können jedoch Feinstaub, Ozon und flüchtige organische Verbindungen freigesetzt werden. Geräte mit dem Blauen Engel erfüllen deshalb strenge Anforderungen an ihre Emissionen und Energieeffizienz. Auch beim Papier lohnt sich ein genauer Blick: Recyclingpapier aus 100 Prozent Altpapier schont Ressourcen und benötigt in der Produktion im Vergleich zu Frischfaserpapier deutlich weniger Energie und Wasser. So wird aus einer kleinen Entscheidung im Büroalltag ein Beitrag zu mehr Ressourcenschutz.

4. Orientierung statt Rätselraten

Ob Wandfarbe, Bürostuhl oder Drucker: Wer Produkte miteinander vergleicht, stößt schnell auf eine Vielzahl von Umwelt- und Gesundheitsversprechen. Unabhängige Umweltzeichen helfen dabei, den Überblick zu behalten. Der Blaue Engel kennzeichnet Produkte und Dienstleistungen, die anspruchsvolle Kriterien erfüllen. Hierbei wird der gesamte Lebensweg eines Produkts betrachtet – von der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung und dem Recycling. So wird die Kaufentscheidung einfacher – und nachhaltige Eigenschaften werden besser nachvollziehbar.

5. Hochwertig einrichten, länger nutzen

Ein umweltfreundliches Homeoffice entsteht nicht allein durch emissionsarme Materialien. Auch die Lebensdauer der Einrichtung zählt. Möbel, die sich reparieren lassen, und Geräte, die energieeffizient arbeiten, helfen dabei, Ressourcen zu schonen. Deshalb lohnt es sich, beim Kauf nicht nur auf den Preis und das Design zu achten, sondern auch auf Qualität, Reparaturmöglichkeiten und Ersatzteile. Denn was lange genutzt werden kann, muss seltener ersetzt werden – und macht die Einrichtung auf Dauer nachhaltiger.

Tipps & Tricks sowie Produktbeispiele für umweltfreundliche Arbeitsbereiche finden Sie HIER.
 

Das Umweltzeichen Blauer Engel

Der Blaue Engel ist seit beinahe 50 Jahren das Umweltzeichen der Bundesregierung Deutschland und Orientierung beim nachhaltigen Einkauf. Unabhängig und glaubwürdig setzt er Maßstäbe für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Der Blaue Engel garantiert, dass mit ihm ausgezeichnete Produkte und Dienstleistungen hohe Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften erfüllen. Dabei ist bei der Beurteilung stets der gesamte Lebensweg zu betrachten. Für jede Produktgruppe werden Kriterien erarbeitet, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnete Produkte und Dienstleistungen erfüllen müssen. Um dabei die technische Entwicklung widerzuspiegeln, überprüft das Umweltbundesamt alle drei bis vier Jahre die Kriterien. Auf diese Weise werden Unternehmen gefordert, ihre Produkte immer umweltfreundlicher zu gestalten.

Der Blaue Engel ist EmpCo-konform

Seit 27. September 2026 gelten durch die EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ (Richtlinie (EU) 2024/825, kurz EmpCo) strengere Vorgaben gegen Greenwashing. Der Blaue Engel wird durch die Gesetzgebung als „anerkannt hervorragende Umweltleistung“ herausgehoben und erleichtert die Kommunikation von Umweltvorteilen. Weitere Infos gibt es unter diesem Link.