zum Inhalt springen

Erdnussfreie Bio-Erdnussbutter aus Wiener Neustadt

Eva-Marie Müller, Lena Nöstler und Nina Köhler, Studentinnen der Lebensmittelproduktentwicklung, stellen ihr Produkt in Paris vor.

Drei junge Frauen mit langen Haaren sitzen in langen Hosen und T-Shirts auf großen Steinen und verkosten erdnussfreie Erdnussbutterbrote. Im Hintergrund ein Park und Gebäude.
Das Projektteam "Sneaky Weasels" Foto: FH Wiener Neustadt

Erdnussbutter ohne Erdnüsse? Drei Studentinnen der FH Wiener Neustadt zeigen mit „Sneaky Dream“, wie das funktionieren kann. Mit ihrer am Campus Wieselburg entwickelten Alternative zu Erdnussbutter treten sie nun beim europäischen Wettbewerb für studentische Lebensmittelinnovationen ECOTROPHELIA Europe auf der SIAL Paris an.

Für Menschen mit Erdnussallergie ist der Griff zur Erdnussbutter tabu. Doch muss damit auch der typische Geschmack vom Speiseplan verschwinden? Drei Studentinnen am Campus Wieselburg wollten sich damit nicht zufriedengeben und entwickelten „Sneaky Dream“ – eine erdnussfreie Bio-Alternative auf Basis von regionalen Sonnenblumenkernen und Sojabohnen.

Den Anstoß gab eine Lehrveranstaltung zur Entwicklung nachhaltiger Produkte. Der röstig-nussige Geschmack von Soja brachte das Projektteam auf die Idee für eine Creme, die Geschmack und Konsistenz von Erdnussbutter möglichst nahekommen soll – ganz ohne Erdnüsse.

„Eine erdnussfreier Erdnussbutter-Alternative war für uns nicht nur spannend, sondern auch persönlich relevant: Nina hat eine Erdnussallergie und auch Evas Freund muss erdnussfrei leben“, erzählen die Studentinnen Eva-Marie Müller, Lena Nöstler und Nina Köhler.

Viele Tests bis zur richtigen Rezeptur

Ein kleines Schraubglas ohne Deckel mit Etikett, auf weißem Hintergrund, rundherum liegen Getreidekörner verstreut. Eine Hand ragt von rechts ins Bild und hält einen Löffel über dem Glas, von dem eine hellbraune, ölig glänzende Streichcreme zäh fließt.
Die erdnussfreie Erdnussbutter "Sneaky Dream". Foto: FH Wiener Neustadt
Bis die passende Rezeptur gefunden war, waren zahlreiche Versuche im Labor notwendig. „Nach vielen Labortagen und unzähligen Testreihen ist es uns gelungen, eine Rezeptur zu entwickeln, die bei unserer Zielgruppe auch sensorisch überzeugt“, so die Studentinnen. Mittlerweile sind Produktentwicklung und Verpackung abgeschlossen, auch ein Businessplan wurde erarbeitet. Mit ihrer regionalen Alternative möchten die drei zudem die heimische Landwirtschaft stärken und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Was zunächst aus freiwilligem Engagement zusätzlich zum Studium entstand, entwickelte sich damit Schritt für Schritt zum Wettbewerbsprojekt. Fachlich begleitet wird das Team von Thomas Teufl, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Lebensmittelwissenschaften, und weiteren Expertinnen und Experten aus dem Fachbereich.

„Die Studentinnen haben aus eigener Initiative eine Produktidee bis zur Wettbewerbsreife entwickelt und dabei viel Engagement und Ausdauer bewiesen. Bei ECOTROPHELIA Europe können sie nun zeigen, wie sich ihre Idee im internationalen Vergleich behauptet. Wir sind gespannt, wie Sneaky Dream ankommt“, so Teufl.

Mit Sneaky Dream nach Paris

Als österreichisches Team treten die „Sneaky Weasels“ bei ECOTROPHELIA Europe, dem europäischen Wettbewerb für innovative Lebensmittelprodukte von Studierenden, an. Als nationale Organisatoren ermöglichen die Lebensmittelversuchsanstalt (LVA) und der Fachverband der Lebensmittelindustrie die österreichische Teilnahme.

Eva-Marie Müller und Lena Nöstler studieren Lebensmittelproduktentwicklung & Ressourcenmanagement, Nina Köhler Green Marketing & Nachhaltigkeitskommunikation am Campus Wieselburg.

„Für uns ist es eine großartige Gelegenheit, Sneaky Dream zu präsentieren und gleichzeitig viel dazuzulernen. Wir freuen uns darauf, neue Ideen mitzunehmen und spannende Menschen aus der internationalen Food-Innovation-Community kennenzulernen“, freuen sich die Studentinnen.

Im Rahmen der Lebensmittelmesse SIAL Paris präsentieren insgesamt 17 studentische Teams aus Europa und darüber hinaus ihre Lebensmittelinnovationen. Die besten Projekte werden mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet und erhalten Preisgelder von bis zu 4.000 Euro.