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Kapital für die Zukunft

Mit insgesamt 200 Millionen Euro für Waterdrop und Gropyus fließt Risikokapital verstärkt in innovative Geschäftsmodelle aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Gesundheit und Technologie.

Waterdropund Gropyusmit den höchsten Finanzierungssummen –acht der Top 12-Abschlüsse von Wiener Start-ups
Top-10-Finanzierungsrunden in Österreich im ersten Halbjahr 2026
Quelle: EY Start-up-Barometer Österreich H1/2026

Die größten Finanzierungsrunden des ersten Halbjahres sicherten sich das Wiener Getränke-Scale-up Waterdrop und das PropTech-Unternehmen Gropyus mit jeweils 100 Millionen Euro. Dahinter folgen der Batterie-Technologie-Spezialist Aviloo (30 Millionen Euro), das Raumfahrtunternehmen Enpulsion (22,5 Millionen Euro), die Fitness-Plattform Reps (20,2 Millionen Euro) sowie das Wiener HealthTech-Scale-up nyra health (20 Millionen Euro). Weitere Top-Finanzierungen gingen an das ClimateTech-Unternehmen Carbondrop, das HealthTech-Unternehmen Flinn, das KI-Start-up fonio.ai, den Cybersecurity-Spezialisten SecurITe, die Facility-Management-Operations-Plattform ToolSense sowie den FoodTech-Pionier NEOH. Insgesamt entfielen mehr als 42 Prozent des gesamten Finanzierungsvolumens auf die beiden Transaktionen von Waterdrop und Gropyus.

Dass gleich zwei Unternehmen Finanzierungen in dreistelliger Millionenhöhe abschließen konnten, wäre noch vor wenigen Quartalen kaum vorstellbar gewesen. Solche Abschlüsse erhöhen die internationale Sichtbarkeit des österreichischen Standorts erheblich“, so Florian Haas, Head of Startup und Head of Brand & Growth bei EY Austria.

Finanzierungsmarkt dreht wieder ins Plus – Österreich kehrt auf Wachstumskurs zurück

Nach dem schwachen Jahr 2025 befindet sich der österreichische Start-up-Finanzierungsmarkt wieder deutlich auf Wachstumskurs: Im ersten Halbjahr 2026 wurde mit 97 Finanzierungsrunden ein Rekordwert erreicht, begleitet von höheren Investitionssummen, einer steigenden Zahl internationaler Investor:innen und der Rückkehr großer Finanzierungsrunden. Besonders hervorzuheben sind die beiden 100-Millionen-Euro-Investments in Waterdrop und Gropyus, gleichzeitig basiert die Erholung jedoch auf einer breiten Investitionsaktivität über viele Branchen und Unternehmensphasen hinweg. Auch erfolgreiche Exits wie Tractive und Emmi AI stärken das Vertrauen in den Standort Österreich. Unterstützt durch den Dachfonds und eine allgemein verbesserte Stimmung am Venture-Capital-Markt sehen Expert:innen eine nachhaltige Trendwende, auch wenn Start-ups weiterhin auf kapitaleffizientes und robustes Wachstum setzen müssen.

Waterdrop verfolgt einen Nachhaltigkeitsansatz, der vor allem auf die Reduktion von Einwegplastik durch wiederverwendbare Trinkflaschen und kompakt verpackte Getränkewürfel abzielt. Laut Unternehmen wurden bis Januar 2026 dadurch rund 31 Millionen Plastikflaschen eingespart; im Vergleich zu herkömmlichen abgefüllten Getränken soll das Produktkonzept bis zu 98 Prozent weniger Kunststoff benötigen. Darüber hinaus arbeitet Waterdrop mit der Organisation Plastic Bank zusammen und gibt an, für jede verkaufte Flasche zwei Plastikflaschen aus der Umwelt zu entfernen sowie monatlich rund 50.000 Plastikflaschen sammeln zu lassen. Für die Rücknahme und Verwertung der Verpackungen kooperiert das Unternehmen mit TerraCycle, um schwer recycelbare Materialien wiederzuverwerten. Ergänzend veröffentlicht Waterdrop Nachhaltigkeitsberichte und verweist auf die Unterstützung ausgewählter sozialer und ökologischer Organisationen. www.waterdrop.com/sustainability

Gropyus verfolgt im Wohnungsbau einen Nachhaltigkeitsansatz, der auf energieeffiziente, kreislauffähige und digital geplante Gebäude setzt. Nach Unternehmensangaben werden die Gebäude im EH40-Energiestandard errichtet und mithilfe von Lebenszyklusanalysen (Life-Cycle Assessments) hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen bewertet. Zum Einsatz kommen vor allem Holzrahmenbauweisen, die CO₂ speichern und eine spätere Wiederverwertung erleichtern sollen. Darüber hinaus plant Gropyus Quartiere mit erneuerbaren Energien wie Photovoltaik und Geothermie, naturnahem Regenwassermanagement nach dem Schwammstadtprinzip sowie biodiversitätsfördernden Maßnahmen wie begrünten Dächern und Grünflächen. Ergänzend prüft das Unternehmen alle Lieferanten auf Nachhaltigkeits- und Ethikstandards und gibt an, nach Prinzipien der ressourcenschonenden und abfallreduzierten Produktion zu arbeiten. www.gropyus.com/esg-sustainability

Wien bleibt Zentrum der Szene – Oberösterreich und Niederösterreich holen auf

Wien bleibt mit 360 Millionen Euro bzw. 76 Prozent des gesamten Risikokapitals und 55 von 97 Finanzierungsrunden das klare Zentrum der österreichischen Start-up-Szene. Gleichzeitig gewinnen andere Bundesländer an Bedeutung: Niederösterreich liegt beim Finanzierungsvolumen mit 53 Millionen Euro erstmals auf Rang zwei, während Oberösterreich und die Steiermark bei der Anzahl der Abschlüsse stark aufholen.

Branchenübergreifend bleibt Software & Analytics mit 30 Finanzierungsrunden führend, besonders dynamisch entwickelt sich jedoch der Gesundheitssektor, der sowohl bei der Zahl der Investments als auch beim investierten Kapital deutlich zulegte. Insgesamt fließt zunehmend Kapital in technologie- und forschungsintensive Bereiche wie HealthTech, DeepTech, ClimateTech und Raumfahrt.

Die Kombination aus Rekordzahlen bei Finanzierungsrunden, größeren Investments, erfolgreichen Exits und positiven politischen Signalen zeigt, dass das österreichische Start-up-Ökosystem nach dem Tiefpunkt 2025 wieder deutlich an Dynamik und Reife gewinnt.

Die gesamte Studie von EY steht hier zum Download zur Verfügung.