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Silosophie

Wir müssen uns zusammentun.

Das Team der Silosophie
foto-silosophie

Armin Knöbl, Maximilian Wittmann, Carina Zabini mit Nora,
Jacob Wöginger, Lucas Silhanek und David Kovarik, Silosophie

Getreidesilos werden als Kraftwerk genutzt, künstlerische Bemalung garantiert den Leuchtturmcharakter. Und so funktioniert es: Auf den Sonnenseiten der Silos werden Photovoltaikmodule montiert. Mit einer Leistung von 50 bis 100 kWp werden die Türme zu Sonnenkraftwerken für die umliegende Region. Die Solarsilos können als Leuchttürme einer Energiegemeinschaft Ertragskurven optimieren und als innovatives Dorfkraftwerk umliegende Haushalte und Betriebe mit elektrischer Energie versorgen. 2022/2023 wurde der erste Silo in Engelhartstetten/Marchfeld zum „Turm der Zukunft“ transformiert. Aktuell läuft dort noch ein Forschungsprojekt und parallel dazu sondiert das Team neue Siloprojekte.

BUSINESSART: Wo stehen wir in Österreich auf dem Weg zur Klimaneutralität auf einer Skala von 0 (kein einziger Schritt gesetzt) bis 10 (alles geschafft)?

Lucas Silhanek: 2.

Was sind die wesentlichen Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität?

Wir sehen die Probleme vor allem im Verständnis der Problematik. Klimaneutralität ist nur möglich, wenn man in jedem einzelnen Schritt folgende Dinge berücksichtigt:

  • Wie kann ich Bestehendes nutzen? Wie kann ich Altes verwerten?
  • Wie kann ich so wenige Rohstoffe wie möglich verbrauchen? Wie kann ich Ausgedientes wieder zurück in den Kreislauf führen? Wie kann ich Abfall vermeiden?
  • Wie kann ich Dinge erschaffen, die sehr lange funktionieren?
  • Wie kann ich Dinge schaffen, die einen geringen Einfluss auf deren Umgebung haben?
  • Wie können wir verstehen, welche wichtigen Aufgaben natürliche Prozesse, Pflanzen und Tiere übernehmen? Wie können wir diese „gratis Arbeit“ schätzen und lernen, dass es absolut sinnbefreit ist, alles zu zerstören, weil wir diese Arbeit dann übernehmen oder den Verlust ausgleichen müssen.

Wir müssen verstehen, dass jeder Schritt, den wir setzen, Dinge beeinflusst. Das macht das Problem auch so verdammt komplex – noch dazu ist unser Wirtschaftssystem häufig nicht kompatibel mit diesen Überlegungen. Der Wandel ist aber lebenswichtig. Hier brauchen wir viel Hirnschmalz, um Systeme neu zu denken.

Weiters sind wir überzeugt, dass Klimaschutz nur gemeinsam gelingen kann. Deshalb setzen wir bei unseren Projekten immer auf die Einbindung der lokalen Bevölkerung. Wir wollen mit unseren Solarsilos ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Klimaschutz überall möglich ist. Im eigenen Dorf, vor der eigenen Haustür. Gemeinsam können wir eine lebenswerte Zukunft bewahren. Deshalb nennen wir die gestalteten Türme „Wahrzeichen der Zukunft“.

Was können/müssen wir tun?

Wir müssen den Klimawandel zuerst verlangsamen, bevor wir ihn stoppen können. Dahingehend sind die wichtigsten Maßnahmen jene, die wir schnell umsetzen können: erneuerbare Energie, richtige Förderpolitik, einfache Gesetze und Regelungen (z.B. Tempo 100). Je mehr wir von solchen Schritten umsetzen, desto größer ist die Bremswirkung. So gewinnen wir Zeit – Zeit, die wir brauchen, um die nächsten Schritte zu überlegen.

Wir müssen uns zusammentun. Etwas für die Klimaneutralität zu tun, sollte so normal sein wie zum Friseur/zur Friseurin zu gehen. Darüber reden, das Thema präsent halten. Zurücklehnen und abwarten geht sich nicht mehr aus.

Was bedeutet „gestalten“ für euch?

Mitwirken dürfen. An einem größeren Problem arbeiten. Probleme selbstständig lösen zu dürfen und gleichermaßen Probleme in einem Team anzugehen. Innovative Ideen wagen und dafür Support erhalten. Andere inspirieren, Impulse setzen.

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Michaela Reisinger, LEBENSART, hielt die Laudatio auf Armin Knoebl, Maximilian Wittmann und Lucas Silhanek. Roswitha Reisinger, BUSINESSART, überreichte die Urkunde. Foto: feelimage-felicitas-matern

Silosophie, Pernitz
Branche: Kunst & Erneuerbare Energien
Anzahl der Mitarbeiter*innen: 7 (alle ehrenamtlich)
Website: https://silosophie.at/

Das Team von Silosophie
Foto: Silosophie