Wie Büros von morgen aussehen (könnten)
Recyclingfähigkeit sowie Reuse von Materialien und Möbeln spielen bei neuen Büros wieder mehr Rolle.
Der neue Officereport des Beratungsunternehmen teamgnesda, den Bertram-Ziviltechniker*innen und dem Büromöbel-Produzenten neudoerfler zeigt, dass Unternehmen bei Büros Raum sparen könnten. Die Analyse von 164 Organisationen mit insgesamt 225.300 Mitarbeitenden und 5,48 Millionen Quadratmetern Bürofläche in Österreich und Deutschland zeigt: Jeder dritte Schreibtisch steht leer. Das kostet: Allein die befragten Unternehmen zahlen rund eine halbe Milliarde Euro Miete pro Jahr für ungenutzte Fläche.
Halbe-Halbe bei Home-Office und Büroarbeit
Im Durchschnitt nutzen die Beschäftigten der Unternehmen an 2,4 Tagen pro Woche das Büro. Mitarbeitende kommen vor allem für die Zusammenarbeit im Team ins Büro. Gefragt sind daher mehr Projekträume statt zusätzlicher Einzelarbeitsplätze. Unternehmen, die New Work und Desk-Sharing konsequent umsetzen, können ihren Flächenbedarf um bis zu 64 Prozent reduzieren.
Activity-based Working bei Atos
Beim Wiener Standort des IT-Unternehmen Atos zog das Prinzip des Activity-based Working in die Büroräumlichkeiten ein: Die Räume für rund 1.000 Mitarbeiter*innen passen sich der Tätigkeit an und nicht umgekehrt. Es gibt Konzentrationszonen für ruhiges, ungestörtes Arbeiten neben Orten für Austausch und Projektarbeit. Mit Bereichen, die „Recharge your Battery“ und „Family Room“ genannt wurden, Ruhe- und Rückzugsbereiche für Pausen und die Regeneration geschaffen.
Fragen, die sich Unternehmen bei der Planung eines Büros stellen
1 - Den echten Bedarf berechnen
Keine Schätzung, sondern kennzahlenbasierte Rechnung in mehreren Varianten mit New Work Best-Practices hinterlegt. In die Szenarien fließen die Stellschrauben der neuen Arbeitswelt ein: Remote-Policy, mobiles Arbeiten, Activity-based Working, Sharing-Konzepte, Sharing-Anteil und Sharing- Ratio, Arbeitsweltstruktur, KI-Einsatz und Entwicklungsszenarien. Am Ende steht eine Zielfläche, keine Bauchzahl.
2 - Prüfen, wie diese Zielfläche im Bestand erreichbar ist
Durch Verdichtung, Rückgabe an den Vermieter oder Untervermietung.
3 - Die Vertragssituation offenlegen
Wie lange läuft der Mietvertrag noch, wie fest ist die Bindung, gibt es Ausstiegsklauseln?
4 - Verhandeln
Hier gilt eine oft übersehene Wahrheit: Auch wenn der Vertrag noch Jahre läuft, ist heute eine Verbesserung möglich. Ein sicherer, angepasster Mieter ist mehr wert als ein Streit ums Prinzip.
5 - Den Markt sichten
Welche Objekte passen zur Zielfläche, welcher Aufwand steckt in einer Standortveränderung, wie sieht der Return on Investment aus?
Der Office-Report 2026/27 steht hier zum Download bereit.