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15 Jahre CSR-Circle

15 Jahre Nachhaltigkeit mit Esprit. 

vlnr.: Roswitha Reisinger und Cornelia Dankl im Gespräch. Foto: Martina Draper

2011 startete Cornelia Dankl, CSR und Kommunikationsverantwortliche der BONUS Vorsorgekasse, den CSR-Circle.

BUSINESSART hat mit ihr und Roswitha Reisinger, Co-Founder Lebensart Verlag und Gründungsmitglied der b2b Plattform, gesprochen.

BUSINESSART: Was war los in Sachen Nachhaltigkeit 2011?

Cornelia Dankl: Als wir 2010 unseren ersten Nachhaltigkeitsbericht geschrieben haben, gab es das Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung zwar schon, aber es war noch lange kein Mainstream. Man hat gemerkt, dass das Interesse langsam wächst, aber in den Unternehmen war das Thema noch nicht wirklich angekommen. Für Themen wie Strategie, Risikomanagement oder HR spielte Nachhaltigkeit damals noch selten eine große Rolle.

Roswitha Reisinger: 2008 – als Reaktion auf die Wirtschaftskrise, war klar, dass wir nachhaltiges Wirtschaften unbedingt stärker in den Fokus rücken müssen. Wir starteten mit einem Business-Newsletter und 2009 mit der Auszeichnung der Nachhaltigen Gestalter*innen im Magazin LEBENSART.  So hoben wir Unternehmer*innen, die damals schon ihre Unternehmen konsequent nachhaltig ausgerichtet haben vor den Vorhang: Johannes Gutmann, Josef Zotter, Michaela Reitterer, Ernst Gugler oder die Vorsorgekassen, um nur einige zu nennen. Damit waren wir ziemlich allein auf weiter Flur. Bis Anfang der 2010er-Jahre war nachhaltiges Wirtschaften noch ein echtes Nischenthema. 

BUSINESSART: Cornelia, wie kamst du auf die Idee mit dem CSR-Circle?

Wir haben 2006 den HR Circle gegründet, weil wir damals einfach kein passendes Netzwerk für Personalverantwortliche gefunden habe – und das hat richtig gut funktioniert. Als CSR-Verantwortliche dachte ich mir: So etwas müsste es doch auch für Nachhaltigkeit geben – aber nicht nur für den engen Kreis der CSR-Leute, sondern für alle Menschen, die sich beruflich mit nachhaltigen Themen beschäftigen und entscheiden.

Reisinger: Das Interesse für CSR hat auf allen Ebenen zugenommen. Das haben wir gemerkt, weil unser BUSINESS-Newsletter total gut angenommen wurde – und zwar auf allen Unternehmensebenen.

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Die Teammitglieder des CSR-Circle. vlnr: Roswitha Reisinger, Florian Leregger, Jela Mohr, Cornelia Dankl, Manuel Bräuhofer. Sandra Majewski (Gründungsmitglied), Marijke Janz mit Mila Foto: Martina Draper

BUSINESSART: Cornelia, wie hast du dein Team zusammengestellt?

Ich habe einfach ein paar Leute gefragt, die meine Mitbegleiter*innen bei der BONUS Gruppe zum Thema Nachhaltigkeit vom Tag Eins an waren: Sandra Majewski – sie habe ich bei einer Podiumsdiskussion kennengelernt. Dann war ich war von Beginn an ein Fan von LEBENSART – die musste auf jeden Fall dabei sein. Und bei der Druckerei Gugler haben wir in der BONUS Gruppe alles drucken lassen. Alle meine Partner*innen waren von der Idee angetan.

BUSINESSART: Roswitha, wieso habt ihr mitgemacht?

Reisinger: Der CSR-Circle war und ist für uns eine wunderbare Möglichkeit, nachhaltige Lösungen für Unternehmen auch über ein Veranstaltungsformat rüberzubringen.

Und er war Auslöser für eine wichtige Entscheidung: Immer mehr Unternehmen hatten uns gefragt, ob wir nicht auch ein Print-Magazin über nachhaltiges Wirtschaften für Unternehmen herausgeben könnten. Da haben wir noch sehr gezögert. Print? In einer Zeit, wo alles digital wird? Aber als, du, Cornelia, uns gefragt hast, ob wir bei einem CSR-Circle mitmachen, war klar – jetzt wagen wir den Schritt – und seither gibt es das Magazin BUSINESSART.

BUSINESSART: Was ist das Besondere am CSR-Circle?

Dankl: Das Wichtigste ist für mich, CSR und Nachhaltigkeit mit Leichtigkeit und Freude in die Breite zu bringen – sowohl was die Menschen betrifft, die wir erreichen wollen, als auch die Themen. Das gelingt uns gut – bei allen Veranstaltungen haben wir ca. 50 Prozent neue Teilnehmer*innen und heute erreichen wir auch die Entscheidungsträger*innen. Das ist mir besonders wichtig. Darüber hinaus beleuchten wir Nachhaltigkeit von allen Seiten, also auch aus den Perspektiven von Bildung, Kunst, Kultur, oder der NGOs.

Reisinger: Was den CSR-Circle ganz besonders auszeichnet ist, dass er sehr niederschwellig konzipiert ist, lustvoll, lösungsorientiert und auch ein bisschen unkonventionell. Ich glaube, das ist etwas, das die Teilnehmer*innen sehr schätzen.

BUSINESSART: Was hat der CSR-Circle erreicht?

Dankl: Also, ich habe mir mal ausgerechnet, dass wir in den 15 Jahren so um die 7.000 Leute erreicht haben. Dass wir mit unseren Veranstaltungen nicht die Welt bewegen, ist uns eh klar. Aber ich glaube, dass wir ein lebendiges Netzwerk sind, wo sich die Leute austauschen, wo sich Unternehmen zusammentun, weil sie sich an dem Abend kennengelernt haben und miteinander was Gemeinsames machen oder einfach einen neuen Impuls kriegen.

BUSINESSART: Was hat sich in den 15 Jahren verändert?

Dankl: Unsere Veranstaltungen sind professioneller geworden, das Publikum hat sich verändert – es kommen viel mehr Entscheidungsträger*innen und das Thema hat eine ganz andere Breitenwirkung bekommen. Auch wenn das Pendel gerade wieder in eine andere Richtung schlägt, die 40 Grad am Wochenende sind trotzdem da. Da kann Donald Trump den Klimawandel noch so leugnen.

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Florian Leregger überreicht Sandra Majewski und Cornelia Dankl als Geburtstagsgeschenk ein speziell gestaltetes BUSINESSART-Cover. Foto: Martina Draper

BUSINESSART: Merkt ihr in eurer Arbeit, dass Nachhaltigkeit weniger wichtig geworden ist?

Dankl: Das ist unterschiedlich: Teilweise ist es leiser geworden, in manchen Unternehmen hörst du auch, dass wirklich zurückgefahren wird, aber in vielen anderen ist Nachhaltigkeit bereits Teil der Strategie und in den Prozessen integriert.

Reisinger: Nachhaltigkeit ist aus meiner Sicht sehr viel breiter geworden. In den 1990er-Jahren haben wir über Ökologie gesprochen, in den 2000-er Jahren ist der soziale Aspekt dazugekommen, und in den 2010-ern schließlich die Governance. Ende der 2010-er dachte ich – mit dem Klimaabkommen, den SDGs, dem Green Deal – wir sind schon sehr weit – und es ginge „nur“ mehr um die Umsetzung.

Da habe ich mich gründlich getäuscht: Heute ist so vieles wieder infrage gestellt: Frieden, Völkerrecht, Demokratie. Vereinbarungen, die teilweise über Jahrzehnte ausgehandelt wurden, werden mit einem Federstrich gebrochen. Für mich unfassbar.

Viele Bedrohungen haben sich globalisiert und sind damit existenziell für jede*n Einzelne*n auch hier in Europa geworden. Es gibt also noch immer genug zu tun!

Was mich fasziniert und begeistert: Mit den großen Herausforderungen kommen auch die wirklich innovativen Lösungen. Die zu suchen und zu kommunizieren unsere große Leidenschaft im Verlag.

Dankl: Positiv verändert hat sich, dass zum Beispiel HR und CSR vor 15 Jahren zwei unterschiedliche Welten waren. Heute ist es so, dass wir gefühlt jede zweite Veranstaltung gemeinsam machen könnten, weil sich viele Inhalte überschneiden.

BUSINESSART: Wohin soll die Reise in Zukunft gehen?

Dankl: In den letzten 15 Jahren hat sich immer wieder gezeigt, dass es Tage gibt, an denen ich mir denke, so, jetzt gehen uns die Themen aus. Und einen Monat später sind schon wieder 10 bis 15 wichtige Themen da und das Jahr ist mehr als voll für unseren Veranstaltungskalender.

Reisinger: Nach 15 Jahren ist es für mich nun Zeit zu neuen Ufern aufzubrechen und meinen Platz im Vorstand an meinen Kollegen, Florian Leregger, weiterzugeben. Ich freue mich, dass ich so viele Jahre mitgestalten konnte. Es liegt so viel Freude, Esprit und Energie im CSR-Circle, seinem Team und seinen Gästen – das hat mich immer wieder sehr inspiriert. Und daher werde ich bei Gelegenheit gerne wieder mal vorbeikommen :-).

Dankl: Wir freuen uns immer sehr über ein Wiedersehen und deine stets wertvollen Rückmeldungen.

Reisinger: Ganz sicher bleibe ich euch verbunden - ich werde ja weiterhin für nachhaltiges Wirtschaften aktiv sein. Ich wünsche euch auch in Zukunft so viel Freude und Energie beim Gestalten des CSR-Circle.