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Aus für Strom aus Kohle in Österreich

Das letzte Kohlekraftwerk Österreichs, Mellach, wird nun mit Gas betrieben. Das Ende der Kohleverstromung in Österreich ist ein großer Schritt Richtung Klimaschutz.

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Gasturbine in Mellach Foto: Verbund

Vor wenigen Jahren wurden in den Kraftwerken von Verbund (Mellach, Steiermark), EVN (Dürnrohr, Niederösterreich) und Energie AG (Riedersbach, Oberösterreich) noch jährlich 1,3 Millionen Tonnen Kohle für die Stromerzeugung verfeuert und damit ein CO2-Ausstoß von 3,6 Mio. Tonnen verursacht. Darüber hinaus trugen diese Anlagen erheblich zum Ausstoß von Stickoxiden, Feinstaub und Quecksilber bei. Eine Studie von GLOBAL 2000 zeigte, dass jedes Jahr tausende Atemwegserkrankungen von Erwachsenen und Kindern und 120 vorzeitige Todesfälle auf Luftschadstoffe aus diesen Anlagen zurückzuführen waren.

„Die Kohleverstromung in Österreich ist Geschichte. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien und VERBUND wird auch in den kommenden Jahren einen bedeutenden Beitrag zum 100-Prozent-Ökostrom-Ziel leisten“, so VERBUND CEO Wolfgang Anzengruber. Das letzte Kohlekraftwerk produzierte 34 Jahre lang Strom und Wärme für die steirische Landeshauptstadt Graz und kann künftig bei Bedarf kurzzeitig mit dem Brennstoff Erdgas für die überregionale Stromnetzstützung eingesetzt werden „Am Weg von Old zu New Economy bleibt Mellach ein wichtiger Standort für uns, der ideale Voraussetzungen zur Entwicklung von Zukunftstechnologien bietet.“

Mellach, zentral südlich von Graz gelegen und mit Anbindung über Straße, Schiene und Stromnetz, wird laut VERBUND zum Innovations-Hub entwickelt: Mit Hotflex wurde eine Pilotanlage für Hochtemperaturelektrolyse und Brennstoffzellenbetrieb errichtet, bei der Strom in Wasserstoff umgewandelt wird. Auch großvolumige Batteriespeicher werden für den Einsatz als Pufferspeicher zum Beispiel bei Ultraschnellladestationen für die E-Mobilität am Standort getestet. Mit der Einstellung des Kohlebetriebs im Fernheizkraftwerk Mellach ist VERBUND vollständig aus der Kohleverstromung ausgestiegen. In den vergangenen 15 Jahren wurden alle Kohlekraftwerksblöcke wie etwa in Dürnrohr, Voitsberg, Zeltweg oder St. Andrä stillgelegt. Die noch älteren Ölkraftwerke wie etwa Neudorf-Werndorf oder Pernegg wurden bzw. werden bis zur „grünen Wiese“ rückgebaut.

Kohle wird in Österreich nun zwar nicht mehr zur Stromerzeugung verwendet, große Mengen werden aber weiter in der Stahlindustrie eingesetzt und rund 6.000 Haushalte heizen noch immer mit Kohle. In Summe werden noch immer 67,4 Prozent der Energie für Strom, Heizen, Mobilität und Industrie aus Erdöl, Erdgas und Kohle gewonnen. GLOBAL 2000 fordert deshalb die Bundesregierung auf, mit einem zukunftsfähigem Konjunkturpaket gezielte Klimaschutzinvestitionen auf den Weg zu bringen: „Wir brauchen nach Lösung der Corona-Krise dringend ein Konjunkturpaket mit mindestens einer Klimaschutzmilliarde pro Jahr an zusätzlichen Mitteln. Der Ausbau von Bahn- und Busverbindungen, thermische Sanierung und Heizkesseltausch schützt das Klima, belebt die Wirtschaft und bringt auch der Bevölkerung eine bessere Lebensqualität“, erklärt Johannes Wahlmüller, Global 2000.

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