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Von der Einbahnstraße in den Kreisverkehr

Ein Handbuch für Unternehmen, die Teil der Kreislaufwirtschaft sind oder sein wollen.

Rezension von Martina Madner und weitere Buchempfehlungen.

 	Titel auf himmelblauem Grund:
Foto: iStock/Frank Ramspott, Gestaltung: LIGA

Zugegeben, 750 Seiten können schon abschrecken, ein Buch von vorne bis hinten durchzulesen. Das Thema Kreislaufwirtschaft ist vermutlich auch nur für Feinspitze die passende Urlaubslektüre. Zum Glück für den Verlag stehen dem viele Aber gegenüber.

Was Karin Huber-Heim, Julika Dittrich und Valerie-Sophie Schönberg als Herausgeberinnen zusammengestellt haben, bietet Unternehmer*innen und (CSR)-Manager*innen von Grundprinzipien wie den R-Strategien, Biomimikry oder dem Value-Hill-Modell über das Verständnis von Kreislaufwirtschaft bis hin zu Daten als Beleg für Potenziale. Dazu kommen Strategien und Geschäftsmodelle; Ansätze für jene, die sie ins eigene Wirtschaftsmodell integrieren wollen; neue Technologien, Förderungen und anderes mehr.

Man muss nicht alles lesen, sondern kann sich „nur“ die passenden Happen aus dem 30 Seiten langen, aber logisch nach Themen gut strukturierten Inhaltsverzeichnis aussuchen. Und damit vielleicht Lust auf mehr bekommen.

In gut lesbarer Sprache, die auch für Nicht-Fachleute verständlich ist. Auch wenn die Journalistin in mir lieber auf viele Nominalisierungen wie "Gewinnung" und "Etablierung" verzichtet hätte.

Das Produzieren von und mit Sekundärrohstoffen

Genug der Formalia, ein paar Worte zum Inhalt. Viele Branchen sehen Potenzial für sich. Hauptprofiteurin ist aber die Abfallwirtschaft, die mit anderen kooperiert, nicht mehr nur Müll beseitigt, sondern Ressourcen managt. Neben Recycling zählt mittlerweile auch Recovery zum Kerngeschäft. Die Unternehmen destillieren aus vermeintlichem Müll Sekundärrohstoffe, aus denen wieder Produkte hergestellt werden können.

So kommt‘s, dass 20 der 124 Millionen Tonnen an Rohstoffen, die in Österreich jährlich verarbeitet werden, durch Sekundärrohstoffe ersetzt werden können. Sie will Sekundärrohstoffe gegenüber primären privilegiert sehen. Sie wünscht sich deshalb mehr Regulierung – nicht weniger – damit Abfall aufgrund der gesetzlichen Lage nicht dauerhaft Abfall bleibt.

Das Buch spricht also auch Konflikte an, die z.B. für die produzierende Industrie entstehen, wenn man Werte erhält, statt immer Neues herzustellen und zu verkaufen. Zwar kann Service zum Geschäft werden, ob das aber das Wegbrechen des Handels ausgleichen kann, ist fraglich.

Damit sich die Kreislaufwirtschaft fürs gesamte Gefüge ökonomisch trägt, braucht’s also noch einiges an Hirnschmalz. Aber auch dafür liefert das Handbuch innovative Ideen.

Martina Madner

Cover des
Cover: Linde Verlag

Huber-Heim | Dittrich | Schönberg (Hrsg.innen): Handbuch Kreislaufwirtschaft. Strategien & Geschäftsmodelle – Ressourcenmanagement - Digitalisierung – Rechtliche Rahmenbedingungen. Linde Verlag, 2026

 Weitere Bücher zu den Themen dieser Ausgabe:

Buchcover
oekom

Nachhaltiges Investieren sollte in den vergangenen zwei Jahrzehnten Antworten auf ökologische und soziale Herausforderungen liefern. Was wurde daraus? Was bewirkt die Regulatorik? Hat Geld die sozialökologische Transformation vorangetrieben? Cric, ein Verein in Deutschland mit dem Ziel, Ethik und Nachhaltigkeit im Bereich Sustainable Finance zu fördern, hat als Herausgeber des Buchs Antworten auf diese und viele andere Fragen gesammelt.

cric e. V. (Hrsg.): Sustainable Finance. Die Zukunft nachhaltigen Investierens – ein interdisziplinärer Ausblick. Oekom Verlag, 2025

Kostenloser Download als PDF

Frau in gestreiftem Oberteil trägt orange Gummihandschuhe und hantiert mit Reinigungsmitteln in bunten Farben: Putzschwämme, Bürste, (Sprüh-) Flaschen und eine weiße Küchenrolle.
Foto: Kateryna Hliznitsova/unsplash

Zugegeben kein Buch, sondern eine Broschüre:

Im Aktionsplan Nachhaltige Beschaffung ist ein Kapitel mit Infos für die Beschaffung von Reinigungsmittel und die Vergabe von Aufträgen an Reinigungsdienstleister*innen zu finden. Es enthält Grundsätze für die Reinigung von Gebäuden der öffentlichen Hand. An diesen können sich aber private Unternehmen orientieren. Hier zum Download.

Falls Sie einen aktuellen Buchtipp haben, schicken Sie uns diesen bitte: redaktion@businessart.at