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Im Kreislauf CO₂-Emissionen verringern

Eine Studie von PwC zeigt das wirtschaftliche und ökologische Potenzial der heimischen Kreislaufwirtschaft auf.

Aluminiumrollen in einer Produktionshalle
Der CO₂-Ausstoss bei der Aluminium-Produktion könnte mit dem Einsatz von Sekundär-Rohstoffen um bis zu 92 Prozent verringert werden. Symbolfoto: Getty Images via Unsplash

Eine vor kurzem veröffentlichte Studie von PwC zum Status quo der Kreislaufwirtschaft zeigt, wo Österreich heute steht: Die Kreislaufwirtschaft hat sich in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld als widerstandsfähig erwiesen. Der Fortschritt zeigt sich in einer Kombination aus höherer Zirkularität, stabiler Beschäftigung, steigender nominaler Wertschöpfung und anhaltenden Investitionen.

Die aktuellsten verfügbaren ökonomischen Daten aus dem Jahr 2023 zeigen: 13.793 Unternehmen sind Teil der heimischen Kreislaufwirtschaft und verzeichneten mit 50.882 Vollzeitäquivalenten eine Bruttowertschöpfung von rund 4,5 Milliarden Euro.

Plus neun Prozent Bruttowertschöpfung

Die Bruttowertschöpfung lag 2023 um mehr als neun Prozent über dem Niveau von 2021. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf rund 698 Millionen Euro – deutlich mehr als 2021 (627 Millionen Euro) und nahezu gleichauf mit 2022 (697 Millionen Euro).

Damit konnte die Kreislaufwirtschaft ihre wirtschaftliche Bedeutung selbst in einem konjunkturell schwachen Umfeld weiter ausbauen – durch Effizienzgewinne, vermehrte Investitionen und Wachstum in einzelnen Sektoren.

grafik-oekonomische-beitraege-von-sektoren-mit-direktem-bezug-zur-kreislaufwirtschaft-quelle-pwc-2026

Neue Regularien könnten die Kreislaufwirtschaft unterstützen

Damit ein Stoff als Sekundärrohstoff wiederverwendet werden kann, gilt es die grundsätzliche Unterscheidung von Produkt und Abfall abzuändern. Eine als Abfall eingestufte „Sache“ ist nur eingeschränkt verkehrsfähig, heißt es in der PwC-Studie. Sie unterliegt spezifischen Kontrollmechanismen, was unmittelbar weitere Herausforderungen, etwa bei der Genehmigung von Anlagen, nach sich zieht.

Der Schluss daraus: "Zentral sind daher ein einheitliches Verständnis von Abfall- und Produktbegriff sowie das möglichst schnelle Erreichen des „Abfallendes“, um die Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen beziehungsweise überhaupt zu ermöglichen."

Sekundär- statt Primärrohstoffe reduzieren die Emissionen beträchtlich

Am Beispiel der CO₂-Einsparung ausgewählter Materialien kann man sehen, wie wirksam Kreislaufwirtschaft sein kann. Die für Industrie und Konsumenten derzeit unverzichtbaren Werkstoffe Aluminium, Kupfer und Stahl verursachen bei der Primärproduktion Emissionen von rund 7,8 Tonnen, 5,2 Tonnen beziehungsweise 2,2 Tonnen CO₂ pro Tonne Materialoutput. Mit einer Produktion über die Sekundärroute sinken diese Werte erheblich: Bei Aluminium um bis zu 92 Prozent, bei Kupfer um rund 87 Prozent und bei überwiegend schrottbasierter Stahlerzeugung (Lichtbogenofen EAF15) um etwa 77 Prozent der Emissionen – jeweils im Vergleich zur Primärroute.

„Unser lineares Wirtschaftsmodell ist nicht nachhaltig. Es sollte durch die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft ersetzt werden. Denn: Die globale Nachfrage nach Ressourcen übersteigt, was die Erde selbst erneuern kann.“
– Agatha Kalandra,Vorstandsmitglied und Sustainability-Lead bei PwC Österreich

GUT ZU WISSEN

Ein wichtiger Indikator, um die Kreislaufwirtschaft messbar zu machen, ist die Zirukularitätsrate. Sie misst den Anteil von Sekundär- oder Recyclingmaterial am gesamten Materialeinsatz einer Volkswirtschaft.

Die Zirkularitätsrate lag in Österreich im Jahr 2023 bei 13,8 Prozent (2024: 15,2 Prozent) und damit deutlich über dem EU-Durchschnitt (12,1 Prozent). Das österreichische Ziel von 18 Prozent bis 2030 rückt also näher.

zirkularitaetsrate-oesterreich-quelle-pwc

Mehr zur Studie Status quo der österreichischen Kreislaufwirtschaft 2.0