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Wie nachhaltig kaufen die Österreicher ein?

Studie: Wie viel „Bio“, Regionales & Co wandert in die heimischen Einkaufskörbe und wie schätzen Hersteller und Handel die Lage ein?

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Marketagent.com

 Bio, Tierwohl, Regionalität, Umweltschutz, Fair Trade ... nur Lippenbekenntnisse oder ernstgemeinte Bemühungen? Das Thema Nachhaltigkeit zeigt sich in vielen Facetten und ist aus dem Einkaufsalltag heute nicht mehr wegzudenken. Es regt zugleich aber auch zu Diskussionen an, insbesondere in der Frage, ob dem „Nachhaltigkeitsmascherl“ auch Taten folgen. Das digitale Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com hat nun gemeinsam mit dem Fachmagazin PRODUKT die unterschiedlichen Ansichten von Konsumenten, Herstellern und dem Lebensmittel- bzw. Drogeriefachhandel erhoben. Welchen Stellenwert haben etwa Bio-Produkte im täglichen Einkauf? Welche Rolle spielt Regionalität? Und in welchen Bereichen denkt der Verbraucher vielleicht anders, als Handel und Industrie es glauben?

Nachhaltigkeit gehört für Konsumenten heute  tatsächlich zum Einkaufsalltag dazu.

Gefragt nach den wichtigsten Kriterien beim Lebensmittelkauf folgt nach den Dauerbrennern „gutes Preis-/Leistungsverhältnis“ (92%) und der hohen Qualität der Produkte (90%) mit dem Schlagwort „Tierwohl“ (79%) bereits ein Nachhaltigkeitsthema. Neben dem Wohl der Tiere sind Regionalität, der Verzicht auf fragwürdige Inhaltsstoffe und Produktionsweisen oder eine umweltschonende Verpackung für den Endverbraucher von besonderer Bedeutung. Damit haben Nachhaltigkeitsaspekte einen höheren Stellenwert als etwa ein niedriger Preis.

Auch beim Kauf von Drogerieprodukten steht Nachhaltigkeit hoch im Kurs. Größter Unterschied: Während im Supermarkt am liebsten Lebensmittel aus Österreich im Einkaufswagerl landen, kann der Drogeriefachhandel vor allem mit einer praktischen Verpackung seiner Produkte punkten.

Konsumenten sind bereit, knapp 11% mehr für nachhaltige Produkte zu bezahlen

Generell zeigt sich, dass Frauen ihren Einkauf bewusster gestalten möchten als Männer und sich nicht davor scheuen, für entsprechende Produkte tiefer ins Börserl zu greifen. Durch den höheren Preis soll insbesondere das Wohl von Tieren, der Verzicht auf kritische Produktionsweisen oder ein umwelt- und ressourcenschonender Umgang sichergestellt sein. Alles in allem sind Österreicher bereit, im Schnitt 10,9% für Produkte ohne schlechtes Gewissen zu bezahlen.

Interessantes Detail am Rande: Die Relevanz von Nachhaltigkeit für den persönlichen Einkauf steigt zwar mit dem Alter. Wenn es aber tatsächlich darum geht, einen Aufpreis für nachhaltige Artikel zu zahlen, zeigen sich jüngere Konsumenten spendierfreudiger.

Tierwohl vs. Bio – was ist gefragt? Und was denken Hersteller und Handel?

Das Herz der Österreicher schlägt in Sachen Nachhaltigkeit klar für Tiere. So rangiert  „Tierwohl“ beim Lebensmitteleinkauf auf Platz 1 aller abgefragten Konzepte  (47% ).  Der regionale Charakter von Produkten nimmt in den Köpfen der Konsumenten ebenfalls eine wesentliche Rolle ein (43%). Dannach folgen biozertifizierte Produkte (.... %).

Informieren – aber wie?

Zwei Drittel der Konsumenten möchten über Nachhaltigkeitsaktivitäten der Hersteller informiert werden – am liebsten über Siegel oder Hinweise auf der Verpackung (59%). Noch wesentlicher wird aufseiten von Handel und Industrie aber der Stellenwert von Online Kanälen eingeschätzt. Knapp 7 von 10 Unternehmen kommunizieren ihr Engagement in Sachen Nachhaltigkeit primär über Social Media Kanäle, erreichen damit aber lediglich einen Bruchteil ihrer Konsumenten. Denn diese nutzen Facebook, Instagram & Co nur selten, wenn sie sich über Maßnahmen zum fairen Konsum informieren möchten (19%).

Blick in die Zukunft

Die Verbraucher erwarten  für die Zukunft eine Vielzahl an neuen Produkten mit Nachhaltigkeitsaspekt. Mit den meisten Innovationen rechnen Konsumenten in den Bereichen Regionalität (58%), umweltschonende Verpackung (57%) sowie im Verzicht auf fragwürdige Inhaltsstoffe (48%). Noch optimistischer zeigen sich Markenartikler und Handel, vor allem was regionale Produktneuheiten (66%) und umweltschonende Verpackungsmaterialien (71%) betrifft.  Dem Bio-Sektor allerdings schreibt die FMCG Branche (Fast Moving Consumer Goods) deutlich mehr Innovationskraft zu, als die Konsumenten (62% vs. 39%).

Quelle:   www.marketagent.com

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