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Zusammenarbeit über Betriebsgrenzen wichtig

Für eine flächendeckende Landwirtschaft in Österreich und ihre Wettbewerbsfähigkeit braucht es die Zusammenarbeit der Bauern und Bäuerinnen.

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Maschinenring

Daher installierte der Maschinenring 2015 sogenannte Cluster und lud alle Bauern und Bäuerinnen Österreichs zur Mitarbeit an. Folgende Ergebnisse konnten im Zeitraum von 2015 bis 2018 erzielt werden:

Fahren mit Lenksystemen spart Energie

Förderungen und Initiativen, um die Digitalisierung und energieeffizientere Landwirtschaft in Österreich zu verankern, wurden von den Landwirten zögerlich angenommen. Daher erarbeitete der Maschinenring Niederösterreich-Wien gemeinsam mit den LandwirtInnen praktikable Lösungen, darunter das Fahren mit Lenksystemen. Denn wer mit weniger Überlappungen sät und erntet, der fährt effizienter. So wird beispielsweise der Verbrauch von Treibstoff und Saatgut reduziert, was die Umwelt schont und die Kosten senkt. Daher baute der Maschinenring ein Mobil-RTK Netz auf (RTK, Real Time Kinematic), mit dem Maschinen ihre Position am Feld auf +/- 2,5 cm genau bestimmen können. Über 100 Landwirte erklärten sich bereits bereit, ihre Daten zur Verfügung zu stellen, um das tatsächliche Potenzial für Energieeinsparungen und mögliche Hebel festzustellen. Landwirt Josef Steininger: „Ich profitiere zusätzlich von einer besseren Arbeitsqualität, denn die Lenksysteme machen die Feldbearbeitung weniger anstrengend bei schlechten Sichtverhältnissen. Der Traktor hält mittels RTK die Spur.“

Zum Projekt zählte weiters der vermehrte Einsatz von Reifendruckregelanlagen, die durch eine verbesserte Kraftübertragung ebenfalls beim Energiesparen helfen und gleichzeitig den Boden schonen. In Abstimmung mit der österreichischen Energieagentur und der Universität für Bodenkultur wurde eine Formel erarbeitet, mit deren Hilfe die CO2-Einsparung pro Hektar durch Spurführungs- und Lenksysteme (RTK-gestützt) sowie Reifendruckregelanlagen berechnet werden kann. Diese Maßnahmen zur gesteigerten Energieeffizienz in der Landwirtschaft sind ein wichtiger Baustein, um Österreichs Klimaziele zu erreichen.

junger Mann steuert Traktor mit dem Pad
Maschinenring

Effizientes Nährstoffmanagement

Wer den Bedarf seines Bodens kennt, der kann die Nährstoffversorgung effizient gestalten. Und wer weiß, was der Dünger enthält, der weiß auch, welche Nährstoffe er zuführen kann. Diese zwei Gedanken kombiniert das Nährstoffmanagement des Maschinenring Steiermark. Es umfasst Bodenproben und die Analyse im Labor ebenso wie die Beprobung des Wirtschaftsdüngers. Landwirt Peter Fleischhacker nutzt dieses Angebot: „Ich habe damit gar keinen Aufwand. Der Güllewart kommt selbst zur Grube hin und zieht selbständig seine Proben. Ich bekomme dann das Ergebnis. Die Bodenproben werden ebenso selbständig gezogen.“

Alle Ergebnisse werden ins „Nährstoffmanagement Maps“ eingespielt, das allen Landwirten kostenlos zur Verfügung steht. Hier sehen sie auf der Karte ihrer Ackerflächen was der Boden braucht. Das Instrument berechnet auch die Ausbringung des Wirtschaftsdüngers und wie viel zusätzlicher Dünger zugekauft werden sollte. Dieser optimal geplante Einsatz des Düngers schont das Grundwasser und den Boden, zusätzlich werden keine Ressourcen verschwendet.

Schon in den ersten beiden Projektjahren 2016 und 2017 wurden bei insgesamt 808 landwirtschaftlichen Betrieben 597 Wirtschaftsdünger- und 3.546 Bodenproben auf 5.692 ha georeferenziert gezogen und chemisch-physikalisch untersucht.

jugen Frau arbeitet an eine Säge in einer Tischlerei
Maschinenring

Über 100 Arbeitsplätze

Im Rahmen der Cluster-Projekte entstanden über 100 neue Arbeitsplätze in lokalen Maschinenringen im Burgenland, in Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und in der Steiermark. Das verringert das Auspendeln aus den ländlichen Gebieten. 48 Personen absolvieren die neue zweijährige Ausbildung zur Wirtschafts- und Agrar Fachkraft, die 2015 startete. Sie arbeiten in den drei Maschinenring-Bereichen Agrar, Service und Personalleasing und absolvieren in den Wintermonaten Kurse, beispielsweise zur Tierhaltung, zur Gartenpflege, für den Kran- und Staplerschein. Philipp Leitenmüllner hat sich für diese Ausbildung entschieden: „Mir taugt die Abwechslung, die Vielfältigkeit. Es ist kein Tag wie der andere, man lernt wahnsinnig viel Neues.“ 2019 werden erneut rund 30 Trainees gesucht.

In einem weiteren Projekt wurden 41 Betriebshelfer gefunden, für 24 davon wurde ein ganz neuer Arbeitsplatz geschaffen. Zusätzlich stellte der Maschinenring 11,1 anteilige Arbeitskräfte für die Umsetzung der Projekte ein.

Über den „Maschinenring Cluster zur Förderung der agrarischen Kooperation“

Die österreichische Landwirtschaft steht vor großen strukturellen Herausforderungen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und die flächendeckende Landwirtschaft langfristig zu erhalten, ist die überbetriebliche Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung. Diese sollte im Rahmen des Maschinenring Clusters 2015 – 2018 weiter gefördert werden. Ziel des Clusters war, gemeinsame Arbeitsabläufe aufzubauen und zu organisieren sowie die gemeinsame Nutzung von Anlagen und Ressourcen voranzutreiben. Das steigert die Effizienz und stärkt die heimischen Landwirtschaftsbetriebe. Die im Cluster umgesetzten Projekte entsprachen dem europäischen Modell für eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit in Österreich. Der „Maschinenring Cluster zur Förderung der agrarischen Kooperation“ stand allen 167.000 Landwirtinnen und Landwirten Österreichs zur kostenlosen Teilnahme offen. Unterstützt wurde er über das Förderprogramm Ländliche Entwicklung 2014 – 2020 des Landwirtschaftsministeriums, mit Mitteln von Bund, Ländern und Europäischer Union. www.maschinenring.at/cluster

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