Der Wald als Eckpfeiler einer nachhaltigen Bioökonomie
Ein Policy Paper der IUFRO zeigt, wie die Transformation hin zu einer waldbasierten Bioökonomie beschleunigt werden kann
Mit einer nachhaltigen, waldbasierten Bioökonomie sollen fossile Rohstoffe durch nachwachsende Alternativen ersetzt und der wirtschaftliche Fortschritt über verschiedene Sektoren hinweg vorangetrieben werden. Dabei ist es entscheidend, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wirtschaftswachstum, ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit sicherzustellen. Die Bedeutung von Produkten aus nachhaltig und verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern nimmt in der Bioökonomie kontinuierlich zu.
Gleichzeitig erfordert die Waldbewirtschaftung einen sorgfältigen und komplexen Ausgleich zwischen den eng miteinander verknüpften gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Zielen. Um die Weiterentwicklung der waldbasierten Bioökonomie weltweit zu fördern, hat das Science Policy-Programm des Internationalen Verbands Forstlicher Forschungsanstalten (IUFRO) gemeinsam mit der IUFRO-Task Force zu Bioökonomie einen Expanded Policy Brief ausgearbeitet, der vorhandenes globales Wissen verständlich und zugänglich für ein nicht-wissenschaftliches Publikum aufbereitet.
Die Publikation beschreibt die zentralen politischen Handlungsfelder, die den Übergang zu einer waldbasierten Bioökonomie beschleunigen sollen. Der Fokus liegt dabei auf folgenden Schwerpunkten: der Stärkung der Kohärenz in Governance und Politik, der Mobilisierung finanzieller Mittel und Investitionen, der Förderung von waldbasierten Lösungen und Nichtholzprodukten, dem Ausbau waldbasierter Wertschöpfungsketten sowie der Skalierung von Innovation und Wissensaustausch über Sektoren und Interessengruppen hinweg. Sämtliche Empfehlungen zielen darauf ab, eine integrierte waldbasierte Bioökonomie aufzubauen, die positive Ergebnisse für das Klima, die Artenvielfalt und eine inklusive Entwicklung liefert.
Probleme bleiben "unsichtbar", wenn keine Daten erfasst werden
Nicht-Holz-Waldprodukte und Ökosystemleistungen sind meist national organisiert. Häufig werden Strategien noch ländlichen Entwicklungs- und Bioökonomiepolitik nicht erfasst. Die Folge: Sie bleiben sowohl in der Planung und Budgetierung trotz ihrer Bedeutung „unsichtbar“.
Konkret heißt das u.a.:
• Ein schwacher oder unklarer rechtlicher Status verringert die Bereitschaft zu langfristigen Investitionen
• Produzent*innen sind mit volatilen Märkten konfrontiert. Sie haben nur eingeschränkt Zugang zu Krediten.
• Außerdem ist das Wissen über nachhaltige Entnahmemengen, Bestand und ökologische Auswirkungen, insbesondere bei langsam wachsenden oder kulturell bedeutenden Planzen begrenzt.
Von notwendigen Investitionen bis hin zur Skalierung von Innovation
Mehrere Maßnahmen können schnell initiiert werden - und über die Zeit skaliert werden-, um Wertschöpfung, Inklusion und Nachhaltigkeit zu verbessern. Unter den Vorschlägen:
• Priorisieren Sie die Produktivität und die Qualität statt die Mengen zu erhöhen.
• Verwerten Sie die Reststoffe, etwa mittels Bioraffinerie, um den Wert zu steigern.
• Eine integrierte Landschaftsplanung mit Naturwälder, Agroforstwirtschaft, gezielten Flächen zur Abholzund und der Aufforstung, um Produktion, Naturschutz und Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen.
Mehr Maßnahmen finden Sie in der Zusammenfassung des Papers