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Kriterienkatalog Gebäude​ 2026

Mit dem klimaaktiv Kriterienkatalog 2026 werden die Vorgaben der OIB-Richtlinie 6 (2025) übernommen und durch gezielte Weiterentwicklungen ergänzt.

Blick in den Hof eines sanierten und durch neue Gebäude erweiterten Schulzentrums. Schüler*innen bewegen sich zwischen jungen Bäumen und Sitzgelegenheiten. Die neuen Gebäude sind aus hellem Holz und haben große Fensterflächen.
Foto: Lukas Schaller

Im Mittelpunkt steht die Überarbeitung des Kapitels „Energie und Versorgung“, dass im Zuge der Integration der neuen OIB-Richtlinie umfassend aktualisiert und erweitert wurde. Darüber hinaus wurden auf Grundlage von Rückmeldungen aus der Praxis auch in den übrigen Kapiteln punktuelle Anpassungen vorgenommen.

Die Version 2026 des klimaaktiv Kriterienkatalogs führt das bewährte Bewertungssystem konsequent weiter und schafft gleichzeitig die Grundlage für die Anwendung der OIB-Richtlinie 6 (2025). Dabei bleiben die zentralen Qualitätsanforderungen und die grundlegende Struktur des Systems unverändert. Die vier Bewertungskategorien sowie die Bepunktung mit maximal 1.000 Punkten bieten weiterhin einen verlässlichen Rahmen für die Planung, Errichtung und Bewertung nachhaltiger Gebäude.
Mit der Aktualisierung stellt klimaaktiv sicher, dass aktuelle rechtliche Anforderungen in das System integriert werden, ohne die Vergleichbarkeit und Kontinuität der Gebäudebewertung zu beeinträchtigen. Damit bleibt das im BMWET verankerte Programm ein wichtiger Qualitätsstandard für die österreichische Bau- und Immobilienwirtschaft und unterstützt Planungs- und Investitionssicherheit auf Basis hoher Anforderungen an Energieeffizienz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Was ist neu? – Die wesentlichen Änderungen im Überblick

A. Klimawandelanpassung und Standort

Im Bereich Klimawandelanpassung und Standort wurden die Anforderungen an die Elektromobilität weiter konkretisiert. Ladestationen müssen künftig konsequent für ein aktives Lastmanagement vorbereitet sein und über standardisierte Schnittstellen wie OCPP oder Modbus TCP verfügen. Zudem ist im Mehrgeschosswohnbau die Infrastruktur so auszulegen, dass eine vollständige Nachrüstung aller Stellplätze mit Ladepunkten möglich ist.

B. Energie und Versorgung

Das Kapitel Energie und Versorgung wurde umfassend überarbeitet und an die OIB-Richtlinie 6 (2025) angepasst. Die Anforderungen an den Heizwärmebedarf wurden im Zuge der neuen OIB-Richtlinie aktualisiert. Gleichzeitig ersetzt der Endenergiebedarf die bisherige Bewertung von Primärenergie und CO2-Emissionen und wird nun relativ zu den bauordnungsrechtlichen Grenzwerten bewertet. Auch die Eigenstromversorgung gewinnt an Bedeutung, indem die erreichbare Punktezahl verdoppelt wurde und solarthermische Anlagen auf den PV-Ertrag angerechnet wer-den können. Darüber hinaus wurde die Bewertung der Kühlung neu strukturiert und trennt nun zwischen dem Kühlbedarf und der effizienten Deckung, wobei Aspekte wie Tropennächte, Klima-kältebedarf sowie der Einsatz effizienter Systeme und Freecooling berücksichtigt werden.

C. Ressourcen und Kreislaufwirtschaft

Im Kapitel Ressourcen und Kreislaufwirtschaft wurde insbesondere die Ökobilanzierung weiterentwickelt: Es ist nun nur noch die Berechnung nach OI3BG3,BZF,LZ, IBO V5.0 möglich die den gesamten Lebenszyklus über 50 Jahre umfasst, während der bisherige Indikator OI3BG3,BZF entfällt. Zusätzlich wird die Flexibilität von Grundrissen stärker gewichtet, indem anpassungsfähige Nutzungskonzepte höher bewertet werden, während einzelne Detailanforderungen wie spezifische Anschlussmöglichkeiten in Außenwänden gestrichen wurden.

D. Komfort und Gesundheit

Auch im Bereich Komfort und Gesundheit wurden mehrere Kriterien präzisiert und praxisnah weiterentwickelt. Bei der Sommertauglichkeit können nun zusätzliche Verschattungen durch Gebäudeteile, Nachbargebäude oder Gelände berücksichtigt werden. Die Anforderungen an die Raumlufttechnik wurden strukturell überarbeitet und erweitert, etwa durch die Möglichkeit der Fensterlüftung mit CO2-Monitoring in vielen Nichtwohngebäuden, mit Ausnahmen für sensible Nutzungen wie Schlafräume. Zudem wurden die Nachweisführung beim Tageslicht konkretisiert und alternative Nachweismöglichkeiten geschaffen, etwa durch Schimmelbegehungen anstelle von VOC-Messungen bei bewohnten Sanierungen.

FAQs zum Kriterienkatalog 2026

Welcher Kriterienkatalog muss verwendet werden?

Grundsätzlich werden neue Projekte auf der Onlineplattform baudock nach dem jeweils aktuellen Kriterienkatalog angelegt. Der derzeit aktuelle Kriterienkatalog ist der Kriterienkatalog 2026. Gebäude, die davor  nach dem Kriterienkatalog 2025 oder 2020 auf baudock angelegt wurden, können weiterhin in dieser Version bearbeitet und abgeschlossen werden. Ein Upgrade ist jederzeit möglich.

Betrifft die neue Kriterienkatalogversion 2026 bereits laufende Projekte?

Wenn Projekte auf der Onlineplattform in einer vorangegangenen Version angelegt wurden, dann können diese in dieser Version auch weiterbearbeitet und fertiggestellt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit zum „Upgrade“ auf die jeweils neueste Version des Kriterienkatalogs. Dafür muss durch die Nutzer:innen eine Kopie des bereits angelegten Projekts in die neue Kriterienversion gemacht werden. Ein „Downgrade“ einer neuen Kriterienversion auf eine vorangegangene Version ist nicht möglich. 

Weiterbildung Sanierungsberatung im mehrgeschossigen Wohnbau

Die neue klimaaktiv Weiterbildungsreihe vermittelt vertiefendes, praxisorientiertes Wissen zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden mit mehreren Nutzungseinheiten. Sie verbindet technische, rechtliche und kommunikative Inhalte und richtet sich an ausgebildete Energieberater:innen. Der Pilotkurs 2026 wird berufsbegleitend von April bis November durchgeführt und kombiniert drei Präsenzmodule mit kurzen Online‑Webinaren. 

Hauptzielgruppe der Weiterbildungsreihe sind Energieberater:innen mit absolviertem F‑Kurs.
Weitere Berater:innen können teilnehmen, sofern vergleichbares fachliches Vorwissen – insbesondere zu Gebäudeenergie, Bauphysik und Anlagentechnik – vorhanden ist.

Zeitraum & Gesamtumfang: April bis November 2026 (berufsbegleitend), Insgesamt ca. 42 Stunden

Zielgruppe: Energieberater:innen mit absolviertem F‑Kurs
Weitere Berater:innen können teilnehmen, sofern vergleichbares fachliches Vorwissen – insbesondere zu Gebäudeenergie, Bauphysik und Anlagentechnik – vorhanden ist.

Format: 3 Präsenztage, 6 Webinare, Selbststudium

Die Präsenztage werden in drei Regionen angeboten: Wien/NÖ, Salzburg/Tirol sowie Steiermark/Kärnten.

Kosten: Der Pilotkurs 2026 ist kostenfrei. Reise‑ und Übernachtungskosten im Zusammenhang mit Präsenzmodulen sind von den Teilnehmenden selbst zu tragen.

Infos zu den Themen und Inhalten sowie die Möglichkeit zur Voranmeldungwww.klimaaktiv.at