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Österreich: der stille Business-Allrounder

Die größten Gewinner sind nicht einzelne Branchen, sondern Unternehmen, die digitale Technologien mit qualifizierter Arbeit verbinden. Das lässt sich aus der Leadfeeder-Studie "Doing Business in Europe" ableiten.

Eine Person, deren Gesicht von einer grauen Schirmkappe verdeckt ist, arbeitet an einer Maschine zur präzisen Metallbearbeitung. Im Hintergrund ein großer Bildschirm mit den digitalen Steuerungspanelen.
Foto: Jelifer Maniago/Unsplash

Österreich belegt im Business Environment Ranking 2026 von Leadfeeder unter 29 europäischen Ländern den 8. Platz und liegt bei der Digitalisierung von Unternehmen vor Deutschland. Zudem gehört Österreich gemeinsam mit Schweden und Irland zu den lediglich drei Ländern der Studie, die in allen vier bewerteten Kategorien einen Platz unter den Top 10 erreichen konnten.

Für das Ranking analysierte Leadfeeder 29 europäische Länder anhand von neun Kennzahlen von Eurostat, der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) und The Conference Board. Berücksichtigt wurden dabei unter anderem Arbeitsproduktivität, Beschäftigung, Unternehmensinvestitionen, Patent- und Markenaktivitäten, wissensintensive Beschäftigung sowie die Nutzung von Cloud Computing, Künstlicher Intelligenz und E-Commerce in Unternehmen.

Österreichs Ergebnisse im Überblick

Platz 8 insgesamt, mit Top-10-Platzierungen in allen Kategorien: Wirtschaftsaktivität (Platz 6), Investitionen (Platz 10), Innovation (Platz 7) und Digitalisierung (Platz 9)

Platz 6 von 29 bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen (30,0 Prozent). Damit liegt Österreich zwei Plätze und vier Prozentpunkte vor Deutschland (26,0 Prozent, Platz 8)

Platz 6 von 29 bei Patentanmeldungen mit 416,6 Anmeldungen pro eine Million Einwohnerinnen und Einwohner

Platz 7 in Europa bei E-Commerce-Bestellungen (29,6 Prozent) sowie Platz 7 von 29 bei der Arbeitsproduktivität (95,9)

Platz 9 bei der Unternehmensdigitalisierung, Deutschland auf Platz 11

Produktive Arbeit als Wettbewerbsfaktor

Besonders bemerkenswert ist Österreichs starke Position bei der Arbeitsproduktivität. Mit einem Wert von 95,9 liegt das Land europaweit auf Rang 7. Das zeigt, dass österreichische Unternehmen trotz anspruchsvoller wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in der Lage sind, effizient und wertschöpfend zu arbeiten.

Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen ist das ein wichtiges Signal: Produktivität entsteht heute nicht allein durch mehr Arbeit, sondern durch bessere Prozesse, qualifizierte Beschäftigte und den intelligenten Einsatz neuer Technologien.

KI verändert die Arbeitswelt

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die Digitalisierung. Österreich liegt bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen auf Platz 6 in Europa. Bereits 30 Prozent der Unternehmen setzen KI-Lösungen ein. Damit liegt Österreich sowohl bei der Platzierung als auch bei der Nutzungsquote vor Deutschland, wo 26 Prozent der Unternehmen KI verwenden.

Diese Entwicklung verändert die Arbeitswelt nachhaltig. Routinetätigkeiten werden zunehmend automatisiert, während Beschäftigte stärker in wissensintensiven, kreativen und strategischen Aufgabenbereichen gefragt sind. Unternehmen investieren verstärkt in digitale Kompetenzen und schaffen damit die Grundlage für neue Formen der Zusammenarbeit und höhere Produktivität.

Innovation als Beschäftigungsmotor

Auch bei der Innovationsleistung erzielt Österreich Spitzenwerte. Mit rund 417 Patentanmeldungen pro Million Einwohnerinnen und Einwohner erreicht das Land Rang 6 im europäischen Vergleich. Innovation gilt als wesentlicher Motor für Beschäftigung und langfristiges Wachstum, weil sie neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle hervorbringt.

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass Österreich nicht nur bei Erfindungen stark ist, sondern auch bei der Umsetzung neuer Technologien in den Unternehmensalltag. Gerade diese Fähigkeit, Innovationen rasch in produktive Anwendungen zu überführen, wird zunehmend zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Digitaler als Deutschland

Ein weiteres Ergebnis sorgt für Aufmerksamkeit im DACH-Raum: Beim Grad der Unternehmensdigitalisierung liegt Österreich auf Platz 9 und damit vor Deutschland, das Rang 11 belegt. Auch im Bereich E-Commerce zählt Österreich zu Europas Vorreitern und erreicht Platz 7.

Damit bestätigt sich ein Trend der vergangenen Jahre: Österreich entwickelt sich zu einem Standort, der technologische Innovation, produktive Arbeit und digitale Transformation erfolgreich miteinander verbindet.

Der Allrounder Europas

Die Autoren der Studie bezeichnen Österreich als den „Allrounder“ der DACH-Region. Während Deutschland in einzelnen Innovationsbereichen zwar weiterhin stärker abschneidet, punktet Österreich bei der Einführung und Anwendung neuer Technologien. Vor allem aber zeigt das Land keine nennenswerten Schwächen in den untersuchten Kategorien.

Gerade diese Ausgewogenheit macht Österreich zu einem der leistungsfähigsten Wirtschaftsstandorte Europas. Für Unternehmen sind das attraktive Rahmenbedingungen. Für Beschäftigte eröffnet es Chancen auf qualifizierte Arbeit in einer zunehmend digitalen und innovationsgetriebenen Wirtschaft.

Die vollständige Studie "Doing Business in Europe" von Leadfeeder ist HIER verfügbar.