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WWF-Bankenrating 2019

Die österreichischen Banken haben Aufholbedarf. Nachhaltigkeit muss im Kerngeschäft der Banken ankommen.

Pyramiden-Grafik der österr. Banken. Ganz unten die unterdurchschnittlichen, darüber die durchschnittlichen (wie im Text erwähnt). Im zeitgemäßen bis zum visionären Bereich findet sich keine Bank.

In einer neuen Studie hat der WWF Österreich gemeinsam mit der Ratingagentur ESG Plus die zehn größten österreichischen Retailbanken untersucht.  Acht Institute haben aktiv an der Befragung teilgenommen; zwei Banken wurden weitgehend passiv anhand der öffentlich zugänglichen Information bewertet.

Ergebnis Banken-Rating 2019

  • Sieben Banken wurden mit „durchschnittlich“ bewertet. Die Raiffeisen Bank International sowie die HYPO NOE Landesbank liegen als Bestgereihte im oberen durchschnittlichen Bereich,
    im unteren durchschnittlichen Bereich liegen die Bank Austria, Erste Bank, Oberbank, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich und die Steiermärkische Sparkasse.
  • Unterdurchschnittlich liegt die Raiffeisen Landesbank Steiermark, und die als „intransparent“ eingestufte BAWAG P.S.K und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien.
Kreisdiagramm mit den Bewertungskriterien (Text im pdf)

Für die Studie haben ESG Plus und WWF Österreich die Bereiche Unternehmensführung, Sparen und Anlagen sowie Kredite und Finanzierungen bewertet. Die Ergebnisse basieren auf Fragebögen an die Banken, Interviews mit den Banken sowie eigenen Recherchen.

Mehr Transparenz bei Sparen und Anlegen

Im Bereich Sparen und Anlegen herrscht besonders großer Handlungsbedarf: die Hälfte der Banken erhält im Zeugnis eine durchschnittliche Bewertung, während die andere Hälfte sogar nur „unterdurchschnittlich“ bzw. „intransparent“ abschneidet. Daran zeigt sich: Nachhaltige Anlageprodukte wie ethische oder grüne Fonds haben in Österreich zwar schon eine gewisse Tradition, allerdings ist der Markt nach wie vor vergleichsweise unterentwickelt. Es handelt sich größtenteils um Nischenprodukte. Eine wirksame Gegenmaßnahme wäre eine höhere Transparenz und bessere Aufklärung der Kundinnen und Kunden. „Die Banken müssen stärker kommunizieren, in welche umwelt- und nachhaltigkeitsrelevanten Aktivitäten und Branchen die veranlagten Gelder fließen. Damit kann auch gezielt das jeweils nachhaltigere Spar- und Anlageprodukt ausgewählt werden“, empfiehlt WWF-Chefin Johanides.

Kredite und Finanzierungen

Abgesehen von Unternehmenskrediten fehlt bei den österreichischen Retailbanken eine konsequente Berücksichtigung von Umweltaspekten im Kreditgeschäft. Mehr als die Hälfte der Banken schneidet hier nur „unterdurchschnittlich“ bzw. „intransparent“ ab, während vier Institute eine „durchschnittliche“ Bewertung erhalten.

Unternehmensführung bereits auf gutem Niveau

Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte sind bei den untersuchten Retailbanken bereits relativ gut in der Unternehmensführung verankert: Fünf Banken sind hier gemäß WWF-Rating „zeitgemäß“ aufgestellt, vier Banken „durchschnittlich“ und eine Bank unter dem Durchschnitt. Allerdings liegt der Fokus oft zu sehr auf reiner Betriebsökologie, also auf dem Einsparen von Energie und Ressourcen bei den Banken selbst, ohne dabei das Kerngeschäft neu auszurichten.

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