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Biologische Landwirtschaft in Österreich wächst weiter

BIO AUSTRIA Obfrau Grabmann peilt 30 Prozent Bio in Österreich bis zum Jahr 2025 an.

Ein Teller, eine Gabel und ein Messer gelegt aus grünen Erbsen.
Bauern bei der Salaternte. Foto: BMLFUW Rita Newman complizephotocase7n6cp76b55451932

Österreich ist nach wie vor Europameister in Sachen Bio. Diese Position werde durch die jüngste Entwicklung gestärkt. Das sei erfreulich, weil es Österreich auch einen gewissen Vorsprung bzw. eine Vorreiterrolle in der Frage der notwendigen Ökologisierung der Landwirtschaft ermögliche, erläuterte BIO AUSTRIA-Obfrau Gertraud Grabmann anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz mit AMA-Marketing-GF Dr. Michael Blass und Dr. Helga Willer vom Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) Schweiz auf der BIOFACH in Nürnberg.

Grabmann will einen neuen Meilenstein anpeilen: "Wir sollten uns gemeinsam mit der Politik 30 Prozent Bio-Anteil an der Gesamtfläche bis zum Jahr 2025 als neues Etappenziel vornehmen". Denn das Potenzial der biologischen Landwirtschaft sei in Österreich noch lange nicht ausgeschöpft.

Die biologische Landwirtschaft in Österreich verzeichnete in den letzten beiden Jahren ein beachtliches Wachstum. 2016 gab es in Österreich 21.820 Bio-Betriebe, das entspricht einem Anteil von 19 Prozent an allen landwirtschaftlichen Betrieben die 571.585 Hektar biologisch bewirtschafteten, was einen Anteil von 22 Prozent an der landwirtschaftlichen Gesamtfläche bedeutet. Der Flächenzuwachs von 2015 auf 2016 betrug 26.500 Hektar - das entspricht in etwa der Größe von Malta bzw. etwa 38.000 Fußballfeldern.

Diese Entwicklung sollte sich 2017 fortsetzen: Insgesamt haben sich 1.753 Betriebe zur Maßnahme biologische Wirtschaftsweise im Agrarumweltprogramm (ÖPUL) angemeldet. 2016 sind ebendort 1953 Betriebe neu hinzugekommen. Umgerechnet steigen damit in Österreich pro Tag fünf landwirtschaftliche Betriebe neu in die Biolandwirtschaft ein. Im laufenden Jahr wird die Anzahl der Bio-Betriebe 23.000 übersteigen, die Bio-Flächen werden auf über 600.000 ha anwachsen.

Neue EU-Bio-Verordnung auf EU-Ebene

Allerdings hakt es auf EU-Ebene. Seit mittlerweile beinahe drei Jahre dauern die Verhandlungen zur Revision der EU-Bio-Verordnung. Grabmann fordert nur dann eine neue Bio-Verordnung zu verhandeln, wenn sie einen Mehrwert gegenüber dem bestehenden EU-Bio-Recht bietet und keine neuen Probleme schafft.

Gastronomie große Wachstumsbranche für Bio

Großes Potenzial für biologische Lebensmittel in Österreich ortet Grabmann noch im Bereich des Außerhausverzehrs, also im Bereich der Gastronomie und der Gemeinschaftsverpflegung. Menschen wollen zunehmend auch außerhalb der eigenen vier Wände Lebensmittel in Bio-Qualität konsumieren. Das bestätigt eindrücklich auch die Entwicklung im Bio-Großhandel, der in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben ein konstantes Umsatz-Wachstum von etwa 10 bis 15 Prozent jährlich verzeichnet. Es sollten lauft Grabmann Anreize geschaffen werden, damit mehr Gastronomiebetriebe ihr Angebot Bio-zertifizieren lassen. Derzeit haben in Österreich in etwa 400 Gastro-Betriebe eine Bio-Zertifizierung.

BIO AUSTRIA ist das Netzwerk der österreichischen Biobäuerinnen und Biobauern – mit über 12.500 Mitgliedern, 360 Partnerunternehmen in der Wirtschaft und 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Landes- und Bundesebene.

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