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Gemeinwohl-Matrix weiterentwickelt

Das Managementinstrument verbindet nun Nachhaltigkeitsarbeit mit dem freiwilligen Berichtsstandard VS.

Eine Frau, von der man nur den halben Unterkörper in schwarzen Hosen und gestreifter Bluse sieht, wirft gerade eine leere PET-Flasche ohne Etikett in einen gelben Abfallbehälter mit der Aufschrift
In der Matrix sind auch Bemühungen für ein umweltfreundliches Verhalten am Arbeitsplatz enthalten. Foto: Getty Images/Unsplash

Nachhaltigkeitsberichte dokumentieren, was Unternehmen bereits leisten. Die Gemeinwohl-Matrix verbindet eine Bestandsaufnahme mit einer systematischen Bewertung unternehmerischen Handelns anhand ethischer Werte wie Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitbestimmung. Die daraus entstehende Gemeinwohl-Bilanz macht sichtbar, wie ein Unternehmen zum Gemeinwohl beiträgt und wo zukünftige Verbesserungen möglich sind.

Nach rund einem Jahr Entwicklungsarbeit liegt das Instrument in einer umfassend überarbeiteten Version vor.

„Vielfach eingebrachte Stakeholder-Perspektiven haben die Gemeinwohl-Matrix 5.2 klarer und praxisorientierter gemacht. Mit digitalen, maßgeschneiderten Berichtsvorlagen verschafft sie mehr Raum für strategische, zukunftsorientierte Maßnahmenplanung – Nachhaltigkeitsarbeit, die Sinn und Freude macht“, erklärt Sabine Lehner, Sprecher*in der Gemeinwohl-Ökonomie Österreich und Stakeholder-Lead im Matrix-Entwicklungs-Team.

EU-Berichtsstandard integriert

Die wichtigste Neuerung ist die Anbindung an den freiwilligen europäischen Nachhaltigkeitsberichts-Standard VS. Dessen Basismodul wurde vollständig, das Zusatzmodul teilweise in die Matrix integriert. Unternehmen können damit ihre Gemeinwohl-Bilanz erstellen und zugleich die Anforderungen des VS-Basismoduls abdecken. Für die Berichterstattung nach dem vollständigen VS-Standard steht eine erweiterte Option zur Verfügung. Die daraus entstehende Gemeinwohl-Bilanz macht sichtbar, wie ein Unternehmen zum Gemeinwohl beiträgt und wo Verbesserungen möglich sind. Weltweit haben bereits mehr als 1.500 Unternehmen eine solche Bilanz erstellt.

Tabelle Gemeinwohl-Matrix mit den Spalten
Bild: Gemeinwohl-Ökonomie Österreich

Individuelle Berichtsvorlagen statt Einheitslösung

Mit Version 5.2 wurden bisher getrennte Dokumente in einer digitalen Vorlage zusammengeführt. Über Filter lassen sich Berichtsfragen und Indikatoren an die Größe, Struktur und Tätigkeit einer Organisation anpassen. Die bisherige Unterscheidung zwischen Kompakt- und Vollbilanz entfällt zugunsten eines einheitlichen Systems mit unterschiedlichen Bearbeitungstiefen. Die Vorlagen können als Word- oder PDF-Dateien exportiert werden. Alternativ stehen die Softwarelösungen goodbalancer und Leadity zur Verfügung.

Die Gemeinwohl-Matrix 5.2 kann ab sofort von Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und weiteren Einrichtungen genutzt werden. Bereits begonnene Gemeinwohl-Bilanzierungen nach den Versionen 5.0 und 5.1 mit Berichtszeitraum 2025/2026 können noch bis zum 31. Dezember 2027 zum externen Audit eingereicht werden.