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IT-Refurbisher mit ökologischem und ökonomischem Erfolg

afb-social&green-IT und Refurbed vermelden Öko- und Unternehmenserfolge in einem rasant wachsenden Markt.

Ein Ausschnitt eines Laptops, der von einem Mitarbeiter, von dem man nur Unterarm bzw. Hände in blauen Gummihandschuhen sieht, mit einem Tuch poliert wird.
Die Geräte werden bei afb zertifiziert gelöscht, gereinigt, technisch aufbereitet und schließlich wieder verkauft. Foto: Jannik Hammes

Im Moment eher eine Seltenheit, aber es gibt sie: eine Branche, die sich auf eine weiterhin rosige oder zumindest positive Zukunftsaussichten freut. Das IT-Refurbishment. Sowohl der ökologische Benefit als auch der ökonomische Profit sind auf Wachstumskurs. Ein Einblick in drei Unternehmen der Branche.

Europa ist ein starker, durch Nachhaltigkeit getriebener Markt

Eine Analyse von Zion Market Research zum internationalen Markt für IT-Refurbishment zeigt, dass der europäische Markt von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2024 bis 2034 auf 3,6 Milliarden Euro anwachsen soll. Das ist eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von knapp 12 Prozent. Das Marktvolumen dürfte sich also verdreifachen.

Warum rechnet das international tätige Marktforschungsunternehmen mit einem Wachstum in dieser Größenordnung? "Das Bewusstsein der Verbraucher für Umweltwirkungen ist hoch", heißt es in einer Aussendung. EU-Richtlinien zu Elektroschrott (E-Waste) befördern darüber hinaus den Kauf von refurbished Elektronik gegenüber neuen Geräten. Die Nachfrage wachse damit sowohl im B2B-Segment als auch im B2C-Segment, insbesondere in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Frankreich.

Bei afb-social&green-IT geht man von weiteren Markttreibern aus: dem hohen Kostendruck TCO (Total Cost of Ownership) in Unternehmen, Engpässen bei Speicherchips, gesetzlichen Vorgaben zu Umwelt- und Klimaschutz sowie neue Geschäftsmodelle, beispielsweise Device-as-a-Service.

afb-social&green-IT spart 68.200 Tonnen CO2 ein

Mehr als 2.000 Partner gaben letztes Jahr insgesamt 728.000 gebrauchte Business-IT und Mobilgeräte an afb social & green IT ab. Mit europaweit 20 Standorten und rund 700 Mitarbeitenden, davon 49 Prozent Menschen mit Behinderung, ist der IT-Refurbisher Europas größter gemeinnütziger Dienstleister der Branche. Unter anderem am Hauptsitz in Ettlingen werden die von afb selbst abgeholten Geräte zertifiziert gelöscht, gereinigt, technisch aufbereitet und wieder verkauft. Etwa sieben von zehn abgeholten Geräten gehen in das Remarketing, die ReUse-Quote von afb lag 2025 bei im europäischen Branchenvergleich überdurchschnittlichen 71 Prozent.

Die Umwelt- und Sozialwirkung des IT-Refurbishers ist wissenschaftlich geprüft. Vergleicht man die aufbereiteten Geräte mit dem Ressourcenbedarf von Neugeräten, lässt sich die Ökobilanz folgendermaßen beziffern: Im Jahr 2025 wurden 68.200 Tonnen CO₂-Äquivalente, also um knapp zehn Prozent mehr als im Jahr davor, 261.400 Megawattstunden Primärenergie und 483 Millionen Liter Wasser eingespart. 

Ein strategisch wichtiger Ansatzpunkt für den inklusiven Refurbisher, betont afb-Geschäftsführer Daniel Büchle: „Mit unserem aktuellen Wirkungsbericht beweisen wir, dass nachhaltiges, soziales Unternehmertum am freien Markt wirtschaftlich erfolgreich agieren kann. Für die Zukunft setzen wir weiterhin auf Premiumqualität mit zertifizierten, marktrelevanten Serviceprodukten und verstärkt auf Partnerschaften mit Leasing- und Device-as-a-Service (DaaS) Unternehmen.“

Refurbed expandiert

Auch beim Wiener Scale-up Refurbed ist man auf die durchschnittlich 45.000 Tonnen CO₂ jährlich, die seit 2017 insbesondere durch generalüberholte Smartphones, Laptops und Tablets eingespart wurden, stolz.

Im Zuge einer Expansionsphase startet das Unternehmen nun auch in Spanien, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Polen, der Slowakei, Slowenien, Kroatien, Litauen, Estland, Lettland, Bulgarien, der Schweiz und Luxemburg. Damit adressiert die Plattform künftig einen kombinierten Markt von 486 Millionen Konsument*innen und ist nun in insgesamt 24 europäischen Märkten aktiv.

„Diese Expansion ist ein bewusster nächster Schritt“, sagt Peter Windischhofer,  Gründer und CEO des IT-Unternehmens. „Nach Erreichen der Profitabilität und Sicherung von frischem Kapital investieren wir dort, wo wir klare Nachfrage und eine funktionierende Infrastruktur sehen. Wir skalieren dort, wo unser Modell funktioniert – und wir wissen, dass es funktioniert."

Die Aufbereitung von Smartphones spart bis zu 37 Prozent Emissionen

Wie viel an Emissionen sich mit der Wiederaufbereitung von IKT-Geräten eingespart werden können, dieser Fragen gingen der Kreislaufwirtschaftsdienstleister Interzero und Fraunhofer UMSICHT nach. Das Ergebnis: Vor allem die Wiederaufbereitung gebrauchter Smartphones trägt entscheidend zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen bei.

Die Studie "Treibhausgaseinsparungen durch Wiedernutzung ausgewählter IKT-Geräte" fokussiert aktuelle Daten zur Umweltwirkung wiederverwendeter IT-Geräte und nimmt dafür den ökologischen Fußabdruck von Smartphone, Tablet & Co.

Durch Refurbishment und Wiederverwendung können Treibhausgasemissionen deutlich reduziert werden:

  • Smartphones: bis zu 37 % weniger Emissionen
  • Tablets: ca. 34 % weniger
  • Laptops: ca. 31 % weniger
  • Desktop-PCs: ca. 18 % weniger

Diese Einsparungen entstehen, weil Produktion und Rohstoffgewinnung neuer Geräte einen großen Teil der Emissionen verursachen.

Die Studie von Interzero und Fraunhofer UMSICHT zum Download gibt es hier.