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Wie wir in 25 Jahren leben werden

Wie wir in 25 Jahren leben werden, oder zumindest wie wir uns dies heute vorstellen, hat das Online Markt- und Meinungs­for­schungs­institut Marketagent.com  mit der Studie „ÖSTERREICH 2040“ erhoben.

oesterreich2040

1.500 ÖsterreicherInnen wurden zu  ihren Erwartungen an unser Leben im Jahr 2040 befragt. Die Ergebnisse entführen in eine faszinierende Welt 2040, in der China das mächtigste Land der Welt sein wird und unbemannte Züge, selbstfahrende Autos, Drohnen, implantierte Chips und das Klonen von menschlichen Organen aus heutiger Einschätzung auf der Tagesordnung stehen werden. Eine bargeldlose Gesellschaft und das Beamen von einem Ort zum anderen erscheinen aber selbst für 2040 noch zu utopisch.

Technisch hat sich in den letzten 25 Jahren wahnsinnig viel getan – man denke nur an digitale Technologien wie Computer, Internet oder Handy. Dass die nächsten 25 Jahre mindestens genauso aufregend sein werden wie die letzten, ist die Mehrheit der Österreicher überzeugt. 76 Prozent gehen von einer sehr stark veränderten Welt im Jahr 2040 aus. „Die größten Fortschritte erwarten sich die Österreicher im nächsten Viertel Jahrhundert im Kommunikations- und Medienbereich, im Gesundheits- und Pharmasektor sowie in der Automobilindustrie“, erklärt Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent.com.

Vorstellung 2040: Wir werden zwar älter, aber nicht unbedingt gesünder

Und so stellen sich die Österreicher die Zukunft vor: Wir werden wesentlich älter - die durchschnittliche Lebenserwartung in der Alpenrepublik wird nach landläufiger Meinung in den nächsten 25 Jahren um weitere 4 Jahre auf geschätzte 85 Jahre (Median) steigen, nicht zuletzt aufgrund erwarteter Fortschritte im Medizin- und Gesundheitssektor. So halten 64 Prozent der Österreicher einen implantierten Gesundheits-Chip im Jahr 2040 für wahrscheinlich. Große Heilungschancen werden insbesondere für Krebs (70,0%) und Aids (65,1%) erwartet. Eine Art „menschliches Ersatzteillager“, also das Klonen menschlicher Organe, um diese gegen kranke Körperteile auszutauschen, halten zwei Drittel (67,4%) im Jahr 2040 für realistisch. Umgekehrt glaubt aber nur etwa ein Drittel (36,0%), dass in 25 Jahren Antibiotika noch wirksam sein werden.

Die höhere Lebenserwartung geht aber nicht zwingend mit einem gesünderen Lebensstil einher. So gehen die Befragten davon aus, dass sich der Anteil der stark Übergewichtigen in Österreich im nächsten Viertel Jahrhundert mit 25 Prozent (Mittelwert) nahezu verdoppeln wird. Und auch das Suchtpotenzial wird sich nach heutiger Einschätzung nicht verringern: In den nächsten 25 Jahren sehen die Österreicher in der zunehmenden Internetsucht ein großes Gefahrenpotenzial („wird sehr zunehmen“: 57,1%), gefolgt von einer drastisch steigenden Fernseh- bzw. Mediensucht (34,1%).

Mobilität: Selbstfahrende Autos und unbemannte Züge im Jahr 2040

Große Fortschritte erwarten die Österreicher im Mobilitätsbereich: Selbstfahrende Autos werden 2040 nach Meinung von 74 Prozent in Österreich Realität sein. Stark durchsetzen werden sich nach allgemeiner Einschätzung Elektroautos (geschätzter Anteil 2040: 37,6% (Mittelwert)). Diesel- (24,2%) und Benzinmotoren (23,5%) sieht man aber auch zukünftig nicht von der Bildfläche verschwinden. Sechs von zehn Befragten glauben zwar, dass uns in Zukunft das Erdöl ausgehen wird, dies wird allerdings erst für das Jahr 2065 (Median) erwartet. Fürs Tanken glauben wir in 25 Jahren mit geschätzten 2,20 Euro pro Liter (Median) aber schon weitaus tiefer in die Tasche greifen zu müssen.

In Summe wird erwartet, dass sowohl der Auto- (62,0%) als auch der Flug- (80,0%) und Zugverkehr (67,9%) in den nächsten 25 Jahren zunehmen werden. Aus jetziger Sicht stellen sich die Österreicher vor, dass das größte Flugzeug im Jahr 2040 im Mittel 500 Personen (Median) transportieren wird. Stehplätze hält aber nur einer von vier Befragten (26,1%) in ferner Zukunft für plausibel. Beim Zugverkehr glauben 80 Prozent an den Einsatz von unbemannten Zügen im Jahr 2040.

Klima 2040: Schlechte Aussichten nicht nur für den Wintertourismus

Dass unsere Umwelt von dieser Entwicklung nicht unberührt bleiben wird, zeigt die Einschätzung der Österreicher zum Klima in 25 Jahren. Stichwort Klimaerwärmung: Im Jahr 2040 werden im Winter durchschnittliche Temperaturen um 8 Grad Celsius, im Sommer um 30 Grad Celsius (Median) erwartet. 70 Prozent der Österreicher glauben, dass es 2040 nicht mehr ausreichend Naturschnee in den österreichischen Skigebieten geben wird, um Wintersportarten betreiben zu können. 41 Prozent fürchten in den nächsten 25 Jahren ein gänzliches Verschwinden der Gletscher in Österreich.

Populäre Technologien: Drohnen und Roboter erleichtern uns den Alltag

Im täglichen Leben erwarten die Österreicher spannende Zukunftstechnologien. Unsere Haustür werden wir nach Annahme jedes Zweiten mittels Fingerprint öffnen (52,3%), rund ein Drittel vermutet Augenscreening (34,6%). Dass wir im Jahr 2040 noch Schlüssel nutzen, glaubt nur ein Viertel (24,0%). Auch der Papierausweis wird laut derzeitiger Vorstellung als Identitätsnachweis 2040 ausgedient haben (3,7%). Den Einsatz von Robotern halten die Österreicher in Zukunft für alles andere als unwahrscheinlich. Am ehesten stellt man sich diese in 25 Jahren als Haushaltshilfe (ungestützt: 36,2%) oder Reinigungskraft (13,1%) vor. Klingt die Paketzustellung mittels Drohnen derzeit noch unwirklich, halten diese sechs von zehn Befragten (61,6%) im Jahr 2040 für realistisch.

In der Kommunikationslandschaft malen die Österreicher weniger futuristische Zukunftsszenarien. Über drei Viertel der Befragten meinen, dass es auch im Jahr 2040 noch Kinos (79,0%) und Facebook (77,1%) geben wird. Sogar der gedruckten Tageszeitung prognostizieren die Österreicher eine rosige Zukunft, an eine Verdrängung glauben nur 36 Prozent. Ebenso im Bildungssystem sind die Einschätzungen für das Jahr 2040 eher konservativ. Die Abschaffung der Schreibschrift hierzulande in der Schule, wie in Finnland, klingt nur für 30 Prozent bis 2040 glaubwürdig.

Finanzwesen & Wirtschaft: Bargeldlose Gesellschaft ist und bleibt Utopie

Eine bargeldlose Gesellschaft hält die Mehrheit der Österreicher im Jahr 2040 für Utopie. Über drei Viertel der Befragten (76,6%) glauben auch in 25 Jahren noch an den Umlauf von Bargeld. Als hauptsächliche Bezahlform wird 2040 aber die Kartenzahlung vermutet (geschätzter Anteil an Bezahlvorgängen im Jahr 2040: 44,8% (Mittelwert)). An die Existenz der Währung EURO glauben in 25 Jahren nur drei von fünf Befragten (61,8%). Nach Meinung von mehr als 60 Prozent wird es die Europäische Union in ihrer heutigen Form 2040 nicht mehr geben.

Vielmehr erwartet man eine vollkommene Neuordnung der Wirtschaftskräfte. Im Jahr 2040 wird nach heutiger Einschätzung China das mächtigste Land der Welt sein (37,9%), gefolgt von den USA (33,7%) und Russland (17,3%). Pessimismus herrscht bezüglich der wirtschaftlichen Zukunft Österreichs: 45 Prozent denken, dass es in den nächsten 25 Jahren mit der österreichischen Wirtschaft bergab gehen wird und es wird angenommen, dass sich die Arbeitslosenquote mit 18 Prozent (Mittelwert) im Vergleich zu heute mehr als verdoppeln wird.

Resümee

Wie realistisch diese Zukunftsvorstellungen tatsächlich sind, steht natürlich in Sternen. Schön bunt stellen sich die Österreicher unser Land im Jahr 2040 jedenfalls vor. Und abschließend ein paar spannende Zahlen: 40 Prozent der Österreicher halten einen Flug ins Weltall als Standardangebot eines Reiseveranstalters um geschätzte 30.000 Euro (Median) im Jahr 2040 für realistisch. Genauso viele finden es dazu im Vergleich vorstellbar, dass die katholische Kirche im nächsten Viertel Jahrhundert Frauen für das Priesteramt zulassen wird.

Nachhaltig leben: Österreich 2040 in Grafiken

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