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Österreich im Standort-Blues?

Österreich als Wissensstandort kann der Boost für die Zukunft sein.

v.l.n.r.: Dipl.-Ing. Stefan Dörfler, CFO Erste Group Bank AG, Dipl.-Ing. Dr. Sabine Herlitschka, MBA, Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria AG, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien, Mag. Thomas Arnoldner, CEO A1 Telekom Austria Group, und Mag. Ricardo-José Vybiral, MBA, KSV1870 CEO www.annarauchenberger.com / Anna Rauchenberger

„Österreich surft seit einigen Jahren auf einer Welle des wirtschaftlichen Erfolges. Der Konjunktureinbruch infolge der Lehman-Pleite ist mittlerweile einem beständigen Aufwärtstrend gewichen. Trotzdem schafft es Österreich nicht unter die Top 10 der attraktivsten Wirtschaftsstandorte“, erklärt Mag. Ricardo-José Vybiral, MBA, KSV1870 CEO, auf dem Business-Event.

Diese Entwicklungen belegen auch die aktuellen Zahlen der Austrian Business Check-Umfrage, die der KSV1870 unter Mitgliedern und Kunden durchgeführt hat: 70 % der Befragten bewerten die Geschäftslage auch heuer wieder als sehr gut bzw. gut – gleichzeitig sind 43 % der Unternehmen bereit, mehr Geld in die Hand zu nehmen als im Vorjahr. „Die Betriebe investieren vor allem deshalb, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Investments in die Entwicklung neuer Produkte oder Geschäftsfelder stehen dabei ebenso wenig im Fokus, wie die Finanzierung der Bereiche Innovation und Forschung“, so Vybiral. 

Wissensstandort als Chance für Österreich

Damit der heimische Wirtschaftsstandort international gesehen nicht zunehmend an Attraktivität verliert, bedarf es etwa wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen: „Die Digitalisierung ist die Grundlage für Österreichs zukünftigen Wohlstand und zugleich der größte Innovationstreiber des Landes. Dabei benötigt es nicht nur Agilität in Entscheidungen, sondern auch ein Bildungssystem, das junge Leute auf die Arbeitswelt von morgen vorbereitet“, so Mag. Thomas Arnoldner, CEO A1 Telekom Austria Group.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Dipl.-Ing. Dr. Sabine Herlitschka, MBA: „Österreich hat bereits viel erreicht. Wir müssen allerdings die großen Trends wie die Digitalisierung oder die Globalisierung als Chance begreifen, denn man wird auch schlechter, weil andere besser geworden sind. Dafür benötigt es Investments vor allem in die Bereiche Bildung, Forschung und Infrastruktur.“ Ähnlich sehen es laut Austrian Business Check auch die Unternehmen selbst. Neben altbekannten Faktoren wie der Senkung von Lohnnebenkosten (74 %) oder einer modernen Verwaltung (59 %) werden vor allem die verstärkte Fachkräfteausbildung (53 %) sowie die Förderung von Innovationen bzw. Forschung und Entwicklung (53 %) als absolut notwendig eingestuft.

Sinnvolles Investieren als Grundlage

Für Dipl.-Ing. Stefan Dörfler, CFO Erste Group Bank AG, geht es auch darum, das grundsätzliche Mindset nachhaltig zu verändern: „Neben den ‚klassischen‘ Themen wie F&E, Digitalisierung und Bildung benötigt es eine echte Investitions- sowie eine kontrollierte Risikokultur. Gerade für den Vermögensaufbau sind das entscheidende Elemente – und dafür ist eine fundierte Finanzbildung von klein auf ein ganz zentraler Baustein.“

Um die Zukunft des Landes positiv zu gestalten und den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig zu stärken, sind gut ausgebildete Fachkräfte ein entscheidender Faktor: „Dass Wissenschaft, Forschung und Ausbildung hierzulande wesentliche Bereiche für die Stabilität und Stärke des Wirtschaftsstandortes sind, steht außer Frage. Trotzdem mangelt es nach wie vor an einer ausreichenden Finanzierung der Universitäten. Dabei sollten wir weniger von Kosten sprechen, sondern viel mehr von Investitionen“, erklärt Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien.

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