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Österreichischer Klimaschutzpreis 2012

Am 12. November wurden die Preisträgerinnen und Preisträger in Wien präsentiert.

Foto: Alexander Sper
Mag. Rüdiger Wetzl (im Bild links) von Compuritas mit einem seiner zufriedenen Kunden, dem Leiter des Vinzitel Graz Andreas Kleinegger. oeksp2012_nominierung_compuritas_03

Das sind die Siegerprojekte:
Compuritas Hardware-Vergabeprogramm (Steiermark)
Begehbarer ökologischer Fußabdruck im Nationalpark Gesäuse (Steiermark)
Entwicklung und Errichtung einer Pflanzenkohleproduktion (Burgenland)
Bio-Heu-Region Trumer Seenland (Salzburg und Oberösterreich)

Das Compuritas Hardware-Vergabeprogramm in Graz, der begehbare ökologische Fußabdruck im Nationalpark Gesäuse (Stmk.), die Entwicklung und Errichtung einer Pflanzenkohleproduktion in Riedlingsdorf (Bgld.) und die Bio-Heu-Region Trumer Seenland (Salzburg und Oberösterreich) sind die diesjährigen Siegerprojekte beim Österreichischen Klimaschutzpreis.

Der Preis wird gemeinsam von Lebensministerium und ORF bereits das fünfte Jahr in Folge in vier Kategorien vergeben. Aus 335 Einreichungen haben eine Fachjury und das Fernsehpublikum die GewinnerInnen gewählt. Über 30.000 abgegebene Votingstimmen und die große Bandbreite der nominierten Projekte zeigen, dass das Thema Klimaschutz in Wirtschaft, Gesellschaft und Alltag längst fix integriert ist.

Siegerprojekt 2012 | Kategorie „Klimaschutz in Betrieben“
Projektname: Compuritas Hardware-Vergabeprogramm
Eingereicht von: Compuritas | Bundesland: Steiermark
Kurzbeschreibung: Im Durchschnitt erneuern österreichische Unternehmen alle 3 bis 4 Jahre ihre IT-Infrastruktur mit Neugeräten. Die anfallende Alt-Hardware ist meist noch voll funktionstüchtig, wird aber nach der Ausmusterung nur selten sinnvoll eingesetzt. Dem gegenüber stehen gemeinnützige Organisationen, Schulen und Privathaushalte, die sich kein entsprechendes EDV-Equipment leisten können und auf Spenden angewiesen sind. Diesem Thema hat sich das Social-Entrepreneurship-Unternehmen Compuritas angenommen. Das EDV-Unternehmen aus Graz agiert als organisatorische und technische Schnittstelle zwischen Hardwaregebern und -nehmern. Über Kooperationen mit Unternehmen wird die nicht mehr benötigte Hardware gesammelt, in der eigenen Werkstatt instand gesetzt und an gemeinnützige Organisationen und Bedürftige vergeben. Compuritas finanziert sich selbst, indem für die instand gesetzte Hardware kostendeckende Beiträge eingehoben werden. Durch die Reparatur verlängert sich die Lebensdauer der Geräte um weitere 3 bis 4 Jahre und es resultiert eine Ressourceneinsparung von 220 Kilogramm CO2, 15 Kilogramm Chemikalien, 160 Kilogramm fossilen Brennstoffen und 900 Liter Wasser pro Gerät.
Kontakt: Compuritas | Mag. Rüdiger Wetzl | www.compuritas.at

Foto: Alexander Sper
DI Martin Hartmann, MSc von der Nationalpark Gesäuse GmbH mitten im begehbaren ökologischen Fußabdruck. oeksp2012_nominierung_fussabdruck_gesaeuse_01

Siegerprojekt 2012 | Kategorie „Klimaschutz im Alltag“
Projektname: Begehbarer ökologischer Fußabdruck im Nationalpark Gesäuse
Eingereicht von: Nationalpark Gesäuse GmbH | Bundesland: Steiermark
Kurzbeschreibung: Der begehbare ökologische Fußabdruck beim Erlebniszentrum des Nationalparks Gesäuse wurde am 7. Juli 2012 eröffnet und bildet seitdem einen wichtigen Beitrag zur Umwelt-Bewusstseinsbildung. Er ist 70 Meter lang und an den Kreuzungspunkten eines integrierten Labyrinths sind zentrale Fragen zu einer nachhaltigen Lebensweise angebracht. Durch eine richtige und umweltfreundliche Beantwortung vermeidet man Sackgassen und findet den Weg durch das Labyrinth. In den „Zehen“ des Fußabdruckes befinden sich Informations-Stationen, die über den derzeitigen Zustand der (Um-)Welt aufklären und Tipps für die Verringerung des eigenen ökologischen Fußabdrucks geben. Der Fußabdruck ist frei zugänglich, buchbare Programme für SchülerInnen und Gruppen werden angeboten.
Kontakt: Nationalpark Gesäuse GmbH | DI Martin Hartmann, MSc | www.nationalpark.co.at

Foto: Alexander Sper
Bereits seit fünf Jahren forscht der Öko-Pionier Gerald Dunst intensiv an Lösungen zur Gewinnung von wertvoller Pflanzenkohle. oeksp2012_nominierung_pflanzenkohleproduktion_01

Siegerprojekt 2012 | Kategorie „Klimaschutz durch Innovation“
Projektname: Entwicklung und Errichtung einer Pflanzenkohleproduktion
Eingereicht von: Sonnenerde – Gerald Dunst Kulturerden GmbH | Bundesland: Burgenland
Kurzbeschreibung: Das Projekt beinhaltet die Entwicklung und Errichtung einer funktionierenden und abfallrechtlich genehmigten Pflanzenkohleproduktionsanlage. Mittels Verkohlung (Pyrolyse) von biogenen Eingangsstoffen wird Holzkohle hergestellt. Das Projektziel ist die Verarbeitung der Holzkohle zu sogenannter Schwarzerde (Terra preta), die herausragende Eigenschaften für den Humusaufbau und zur CO2-Bindung im Boden besitzt. Das Modell der Pflanzenkohleproduktion weist dabei einen mehrfachen Nutzen für den Klimaschutz auf: Die Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe, die Wärmegewinnung aus dem Verkohlungsvorgang, langfristige Bindung von Kohlenstoff sowie verbesserter Humusaufbau und damit eine weitere Bindung von Kohlendioxid im Boden. Das Projekt zeichnet sich auch durch die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit zahlreichen Institutionen, unter anderem den Universitäten BOKU Wien und TU Graz sowie der Ökoregion Kaindorf, die im Bereich des Humusaufbaus sehr aktiv ist, aus.
Kontakt: Sonnenerde - Gerald Dunst Kulturerden GmbH | Gerald Dunst | www.sonnenerde.at

Foto: Alexander Sper
Franz Keil, der Obmann der Bio-Heu-Region Trumer Seenland mit gesundem Futter für gesunde Kühe. oeksp2012_nominierung_trumerseenland_01

Siegerprojekt 2012 | Kategorie „Klimaschutz in der Landwirtschaft“
Projektname: Bio-Heu-Region Trumer Seenland
Eingereicht von: Verein Bio-Heu-Region Trumer Seenland | Bundesländer: Salzburg und Oberösterreich (bundesländerübergreifend)
Kurzbeschreibung: Die Bio-Heu-Region Trumer Seenland ist ein bundeslandübergreifendes Gemeinschaftsprojekt von 240 Biobäuerinnen und -bauern aus 27 Gemeinden im Trumer Seenland, im Salzburger Seenland, im Mattigtal und im Mondseeland. Im Vordergrund der Aktivitäten stehen die Förderung der Biolandwirtschaft und die Erhaltung der traditionellen Methoden beim Heumachen. Für die teilnehmenden Biobetriebe ist nicht nur die gemeinsame Vermarktung ihrer Bioprodukte wichtig, sondern die engagierten Bäuerinnen und Bauern wollen ihren (Land-)Wirtschaftsraum auch aktiv mitgestalten und das Gebiet zu einer Bioregion weiterentwickeln. Eine biologische Landwirtschaftsweise reduziert die CO2-Emissionen und biologisch bewirtschaftete Böden sind besser für mögliche Klimaveränderungen gerüstet. Bisherige Maßnahmen der Bio-Heu-Region Trumer Seenland sind eine Obstbaum-Pflanzaktion, Naturschutzberatungen und Vorträge bzw. Pressekonferenzen. Die Biobäuerinnen und -bauern vermitteln ihr Wissen als ObstbaumwärterInnen, BioimkerInnen, LandschaftsführerInnen, KräuterexpertInnen und Naturschutz-partnerInnen. In Planung sind Aktivitäten wie Pflanzentauschmärkte, Praxisseminare, Familienwanderungen, ein Fotowettbewerb, die Vermittlung von Stellflächen für BioimkerInnen und die Veranstaltung von Biotagen mit Weiterbildungsmöglichkeiten.
Kontakt: Verein Bio-Heu-Region Trumer Seenland | Franz Keil at | www.bioheuregion.at

335 Mal aktiver Klimaschutz in Österreich
335 Bewerberinnen und Bewerber aus allen Bundesländern haben ihre visionären Ideen und Konzepte für aktiven Klimaschutz zum Österreichischen Klimaschutzpreis 2012 und zum heuer erstmals veranstalteten Klimaschutzpreis Junior eingereicht. Beim Klimaschutzpreis Junior wurde die Volksschule Kirchham (OÖ) bereits im Juni für ihr Projekt „WetterChecker – KlimaRetter“ ausgezeichnet.

Zu den 16 ausgewählten Projekten

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