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Regeln für Roboter und Künstliche Intelligenz?

Der Österreichische Rat für Robotik und Künstliche Intelligenz hat ein White Paper erstellt, wie die Zukunft Österreichs mit Robotik und Künstlicher Intelligenz positiv gestaltet werden kann.

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ACRAI

Worum geht es im White Paper des Österreichischen Rats für Robotik und Künstliche Intelligenz?

Das White Paper mit dem Titel „Die Zukunft Österreichs mit Robotik und Künstlicher Intelligenz positiv gestalten“ basiert auf dem aktuell bekannten technischen Status Quo der Robotik und der Künstlichen Intelligenz und definiert die aus Sicht des Rats prioritären Handlungsfelder und Rahmenbedingungen für Österreich und bildet zudem die Grundlage für die Strategie Österreichs.

Was ist die österreichische Strategie für Robotik und Künstliche Intelligenz?

Der Arbeitstitel lautet „Artificial Intelligence Mission Austria 2030“. Dahinter verbirgt sich eine Strategie für den richtigen Umgang mit Robotern und künstlicher Intelligenz. Präsentiert wird die Strategie im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche 2019. Ziel dieses Vorhabens ist es zum einen, die großen Chancen der Digitalisierung zu nutzen, zum anderen möglichen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken.

Als Eckpfeiler der Strategie werden folgende Punkte genannt:

  • Die Beachtung ethischer Grundsätze und Werte der EU
  • Die Sicherheit der Technologie
  • Die Verantwortung bleibt beim Menschen
  • Die Berücksichtigung gesellschaftlicher und ökologischer Konsequenzen
  • Die breite Einbindung von BürgerInnen in den Diskurs grundlegender Fragen

Welche Potenziale bieten Robotik und Künstliche Intelligenz?

Der Einsatz von Robotik und Künstlicher Intelligenz (KI) in verschiedensten Bereichen unseres Lebens wird zu grundlegenden Veränderungen in unserer Gesellschaft führen. Diese neuen Technologien haben das Potenzial, zur Lösung der großen Herausforderungen unserer Zeit beizutragen, wobei ihre Anwendungsgebiete vielseitig sind: Gefährliche, monotone, ungesunde oder anstrengende Tätigkeiten können beispielsweise von Robotersystemen übernommen werden, KI kann zur besseren und frühzeitigen Diagnose und Behandlung von Krankheiten beitragen und Roboter können die Autonomie und Lebensqualität von älteren und/oder pflegebedürftigen Menschen unterstützen. Robotik und KI können dazu beitragen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen zu sichern und somit langfristig Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu erhalten.

Welche Herausforderungen ergeben sich durch den Einsatz von Robotik und Künstlicher Intelligenz?

Die neuen Technologien werden nicht nur Veränderungen und neue Anforderungen in der Arbeitswelt mit sich bringen, sie werfen auch ethische, rechtliche und soziale Fragestellungen auf, die von österreichischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aller Gesellschaftsbereiche zu diskutieren und zu lösen sind.

Warum ist eine interdisziplinäre Auseinandersetzung wichtig?

Die Komplexität der Fragestellungen und Herausforderungen für die Gesellschaft, die sich durch den Einsatz von Robotik und KI ergeben, erfordert eine hochgradig interdisziplinäre Auseinandersetzung. In das Gremium wurden daher Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen berufen – von der Robotik und Automatisierung, der KI, dem maschinellen Lernen sowie der Informatik über Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften bis hin zur Psychologie und Technikphilosophie. Aufgrund der zu erwartenden tiefgreifenden Veränderungen für Wirtschaft und Arbeitswelt sind darüber hinaus auch Repräsentantinnen und Repräsentanten der Arbeiterkammer und der Industriellenvereinigung im Rat für Robotik und KI vertreten.

Welchen Einfluss hat Künstliche Intelligenz auf den Arbeitsmarkt?

Wie einst die Dampfmaschine revolutionieren heute Roboter und KI unsere Gesellschaft. Immer öfter übernehmen sie Tätigkeiten, die bisher von Menschen geleistet wurden. Doch neben dem ethisch weniger problematischen Einsatz von Robotern in der Industrie, dringt KI zunehmend auch in sensible Bereiche vor.

Es gibt den Komplementaritätsansatz, der davon ausgeht, dass Roboter Menschen nicht ersetzen, sondern entlasten bzw. ergänzen sollen. Sie können vermehrt Arbeiten übernehmen, die für Menschen zu anstrengend, zu gefährlich oder zu repetitiv sind. Der Mensch soll sich dadurch auf das konzentrieren können, was er gerne macht oder besser kann als Maschinen. Ja, es werden repetitive Jobs verloren gehen. Aber es entstehen auch neue Arbeitsprofile.

Neben der Gewährleistung der physischen Sicherheit der MitarbeiterInnen geht es um möglichst intuitive Interaktion mit Robotern. Die Frage ist: Wie sollen Assistenzsysteme gestaltet werden, damit sie Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen, ohne sie zu über- oder unterfordern. 

Welche Fähigkeiten muss die neue Generation von Robotern unbedingt haben?

Roboter sollten so ausgestattet sein, dass sie für den Menschen sicher, berechenbar und einfach zu bedienen sind. Das bedeutet auch, dass man ihnen soziale Kompetenz beibringen muss, und dass sie eine hohe Kommunikationsfähigkeit aufbringen müssen. Mensch und Maschine werden zukünftig end kooperieren, der Roboter wird in eine große Bandbreite von Arbeitsbereichen eindringen. Wir stehen an einem Punkt, an dem sich ein dramatischer Wandel ankündigt.


Wozu braucht Österreich einen Rat für Robotik und Künstliche Intelligenz?

Der Einsatz von Robotik und KI in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens wird zu grundlegenden Veränderungen in unserer Gesellschaft führen. Nachdem Robotik und KI unser Leben mehr und mehr beeinflussen und verändern, gilt es Österreich als „Mitspieler“ auf dem Gebiet weiter zu etablieren. Robotik und KI-Systeme bergen für den Wirtschaftsstandort Österreich zahlreiche Chancen aber auch ethische Gefahren.

Das Digitalisierungs- sowie das Technologieministerium planen daher gemeinsam eine Strategie für Künstliche Intelligenz. Für Österreich gilt es, den global stattfindenden technologischen Wandlungsprozess aktiv als Chance zu nutzen. Sieben Arbeitsgruppen werden Lösungen zu Themen wie Forschung und Innovation, Künstliche Intelligenz im öffentlichen Sektor oder Gesellschaft, Ethik und Arbeitsmarkt ausarbeiten. Die Überlegungen der Arbeitsgruppen werden unter anderem auf einem Papier des Österreichischen Rats für Robotik und Künstliche Intelligenz basieren.

Der Österreichische Rat für Robotik und Künstliche Intelligenz wurde im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach 2017 vom österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie erstmals vorgestellt und hat sich am 24.10.2017 konstituiert.

Was macht der österreichische Rat für Robotik und Künstliche Intelligenz?

Der Österreichische Rat für Robotik und Künstliche Intelligenz wurde als beratendes Gremium zur Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung einer solchen Robotik und KI Strategie ins Leben gerufen. Er befasst sich mit den Potenzialen, Herausforderungen, Risiken und Auswirkungen der Anwendung von Robotern und künstlich intelligenten Systemen. Sein Ziel ist es, Stellungnahmen und Handlungsempfehlungen für die österreichische Politik – bei Bedarf auch proaktiv – möglichst alltagsnah und konkret zu formulieren.

Was sind kommende Aktivitäten des Österreichischen Rates für Robotik und Künstliche Intelligenz?

Die nächsten Aktivitäten sehen eine Reihe an medialen Berichterstattungen vor – etwa ein Podcast in der „Edition Zukunft“ vom Standard mit Prof. Sabine Köszegi (12.04.2019). Darüber hinaus sind Symposien, Veranstaltungen und Workshops für die breite Öffentlichkeit und Stakeholder geplant.

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