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Social Business in der Steiermark

Ist die Steiermark ein durchgängig lebenswerter Ort oder steht sie doch vor zahlreichen Herausforderungen?

In konzentrischen Kreisen wird die Abstufung von Unternehmensformen vom konventionellen Unternehmen über soziale Unternehmensverantwortung, Sozialunternehmen, sozialökonomische Betirebe bis hin zur gemeinnützigen Organisation grafisch dargestellt

Darauf gibt ein Report des Social Business Club Styria eine erste Antwort.

Social Business– was ist das genau?

Wir stehen vor einer Vielzahl gesellschaftlicher Herausforderungen. Klimawandel, Kinder- und Altersarmut, Reformstau im Bildungssystem, Integration geflüchteter Menschen, Inklusion oder demografischer Wandel sind nur einige Beispiele.
Social Business versucht, die Potenziale jener Menschen für innovative Lösungsansätze
zu nutzen, deren Gemeinsamkeit ein unternehmerischer Ansatz ist. Social Business bzw. die als Social Entrepreneur bezeichnete Unternehmerpersönlichkeit bietet – neben staatlich organisierter Hilfe und zivilgesellschaftlichem Engagement – einen dritten Weg zur Lösung gesellschaftlicher Probleme.

Social Business in der Steiermark

Auf Basis der Definition von Social Business wurden 105 Unternehmen in der Steiermark identifiziert.

Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt auf nachhaltig produzierten bzw. gehandelten Konsumprodukten. Auch hinsichtlich wirtschaftsrelevanter Kennzahlen wie Exportquote, Digitalisierungsgrad sowie Unternehmensgröße ist der Social Business Sektor in der Mitte des steirischen Wirtschaftslebens angekommen. Besonders erfreulich ist die umfangreiche Adressierung der globalen Nachhaltigkeitsziele über das durchgeführte Kerngeschäft sowie die für innovationsgetriebene Unternehmen unüblich hohe Zahl an Gründerinnen und Geschäftsführerinnen. Das Klischee von der Unvereinbarkeit von ökonomischen Erfolg und ökologisch-sozialer Wirkungsorientierung kann anhand der 105 gesammelten Beispiele widerlegt werden.

Trotz der ermutigenden Daten zeigt sich, dass die überwältigende Mehrheit der recherchierten Unternehmen ihre wirkungsorientierten Geschäftsmodelle aus persönlichem Idealismus und trotz strukturell schwieriger Rahmenbedingungen
umsetzt. Dazu gehört die fehlende Infrastruktur durch die das vorhandene Potenzial, wie sie im klassischen startup-Wesen bereits umfangreich vorhanden ist, nicht ausgeschöpft werden kann. Zudem ist die Verlustrate zwischen sozial innovativem Ideenreichtum und der tatsächlichen Gründung von Social Business Betrieben viel zu hoch. Es fehlt auf regionaler Ebene an institutioneller Unterstützung zb in Form von einschlägigen Inkubator- und Akzeleratorprogrammen
sowie konkreten Fördermodellen für Aufbau und Wachstum von gesellschaftlich orientiertem Unternehmertum. Nicht zuletzt braucht es sowohl für wirtschaftsrelevante Stakeholder als auch die breite Öffentlichkeit vermehrte Bemühungen in der Vermittlung des dem Social Business eigenen Lösungspotenzial und den damit verbundenen Chancen für die positive Entwicklung des Wirtschafts- und Lebensstandortes Steiermark.

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