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Wald: Wissensaustausch zwischen Österreich und Afrika

In Afrika werden besonders gravierende Folgen des Klimawandels erwartet. Österreichische Initiativen und Netzwerke mit afrikanischen Partnern sollen Nachhaltigkeit fördern.

Nationalpark-Ranger im Urwald in Ruanda vor einem riesigen Farn.
Reisinger

Wälder sind die größten Kohlenstoffspeicher der Erde.

Sie produzieren nachhaltig Biomasse, mit der fossile Brennstoffe ersetzt werden können; genauso stellt Holz auch eine Alternative zu vielen energieintensiven Rohstoffen dar. Wälder und Bäume spielen aber nicht nur eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die schlimmsten Klimawandelfolgen abzufedern, sie liefern auch wichtige Ökosystemleistungen, die für das Wohl der Menschen und den Schutz der Artenvielfalt lebensnotwendig sind. Der Klimawandel ist für Wälder und Bäume aber auch eine große Bedrohung. Er verstärkt den Druck, der ohnehin schon von Bevölkerungswachstum und der Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen ausgeübt wird.

eine junge Frau pflegt Baumsetzlinge
Baumschule in Ruanda Michael Kleine

Rolle der Wälder in Afrika

Eine “Breakout Session” beim R20 Austrian Climate Summit 2019 befasste sich speziell mit der Rolle der Wälder in Afrika. In dieser Region sind besonders viele Menschen von den Produkten und Leistungen der Wälder und Bäume abhängig, was sie den Gefahren des Klimawandels noch stärker aussetzt.

Drei renommierte Wissenschaftler von Forschungsinstitutionen in Afrika diskutierten mit österreichischen Vertretern aus Regierung und Forschung die Chancen und Herausforderungen für Mensch und Umwelt in Afrika angesichts des Klimawandels und mögliche Kooperationen mit österreichischen Partnern.

Kooperation Entwicklungsforschung

Maria Patek, bei der Veranstaltung Leiterin der Sektion Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit im BMNT und aktuell Bundesministerin, unterstrich die globale Verantwortung Österreichs, die Fragen des Klimawandels und der nachhaltigen Waldbewirtschaftung anzusprechen. „Die Förderung der Zusammenarbeit im Bereich des Waldes und der Aufbau von Netzwerken sind unsere Hauptziele. Wir wollen den Wissensaustausch und die dazu erforderlichen Netzwerke stärken, um dem Klimawandel besser entgegenwirken zu können.” In diesem Sinne ist Österreich auch Gastgeberland für die International Union of Forest Research Organizations (IUFRO).

Daher hat Österreich auch neue Instrumente entwickelt, die die Forschungszusammenarbeit zwischen Österreich und akademischen Partnern in afrikanischen Ländern auf breiterer Ebene fördern sollen. „Neben bilateralen Kooperationsprogrammen mit afrikanischen Ländern, wie z.B. mit Südafrika, setzen wir dazu auch das neue, globale Programm ‚Kooperation Entwicklungsforschung‘ ein, an dem die meisten Staaten Afrikas teilnehmen können. Darüber hinaus starten wir in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur und unserer Mobilitätsagentur OeAD-GmbH noch in diesem Jahr den Aufbau das österreichisch-afrikanischen Forschungsnetzwerks ‚Africa-UniNet‘, um eine langfristige Basis für Kooperation und Dialog zu schaffen“, so die Leiterin der Sektion Forschung im BMBWF Barbara Weitgruber.
Gemeinsames Ziel aller dieser Initiativen ist es, einen Beitrag zur Lösung lokaler und globaler Herausforderungen zu leisten und damit zur Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen beizutragen.

IUFRO

Mit mehr als 600 Mitgliedsorganisationen in 126 Ländern fördert IUFRO, das internationale Waldforschungsnetzwerk mit Sitz in Wien, die Wissenschaftskooperation weltweit, um zu einer soliden Basis für Entscheidungen über globale Fragen der Nachhaltigkeit beizutragen.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) und der International Union of Forest Research Organizations (IUFRO) organisiert und fand am 29. Mai 2019 an der Universität Wien statt.

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