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Wirkungsmessung: So finden Sie das beste Instrument für Ihr Unternehmen

WU-ForscherInnen entwickelten ein neues Online-Toolkit zur Messung und Steuerung unternehmerischer Wirkungen. Darin enthalten sind Guidelines, Tool Showcases, thematische Arbeitspapiere und Trainingsmaterialien, aber auch ein Tool Navigator, der Unternehmen bei der Suche nach dem individuell passenden Messinstrument und der richtigen Methode hilft.

Ein Jahr nach Inkrafttreten der Sustainable Development Goals (SDGs), der globalen entwicklungspolitischen Agenda bis 2030, bekräftigt sich weltweit die Ansicht, dass Unternehmen eine wesentliche Rolle in der Erreichung dieser Ziele spielen. Der Begriff Corporate Social Responsibility unterstreicht heute die tatsächliche Verantwortung der Unternehmen für Auswirkungen ihres Tuns auf die Gesellschaft.

Durch die Reduzierung negativer Einflüsse seitens der Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft und die Steigerung positiver Wirkungen ergeben sich neue Unternehmensstrategien und Marktchancen, die dem Wohl aller dienen. „Heutzutage verschiebt sich der Blickwinkel weg von dem, was Unternehmen tun, hin zu den gesamtgesellschaftlichen Wirkungen die sie mit diesen Tätigkeiten erzielen“ so André Martinuzzi, Leiter des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement an der WU. Die SDGs bieten eine wertvolle Leitlinie für Unternehmen, um einen erheblichen Beitrag zu globalen Umweltschutz oder Armutsbekämpfung zu leisten. Die Komplexität globaler Wertschöpfungsketten erschwert jedoch das Verständnis und die Steuerung derartiger Wirkungen. Messbarkeit und Bewertung von Nachhaltigkeitswirkungen sind dabei eine Herausforderung. Der Dschungel an Instrumenten für Unternehmen war bis dato unübersichtlich, denn ein Allrounder-Tool für alle gibt es nicht.

Der Griff nach dem richtigen Instrument

Um Unternehmen dabei zu unterstützen dieser Herausforderung gerecht zu werden veröffentlichte das Institut für Nachhaltigkeitsmanagement gemeinsam mit 10 internationalen ForschungspartnerInnen nun die Forschungsergebnisse des Projektes GLOBAL VALUE in Form eines umfangreichen Toolkits, das Unternehmen und Anspruchsgruppen zur Erfassung, Analyse und Steuerung unternehmerischer Wirkungen nutzen können. Das GLOBAL VALUE Toolkit, das online kostenfrei zugänglich ist, stellt Guidelines, Tool Showcases, thematische Arbeitspapiere und Trainingsmaterialien zur Verfügung, um die SDGs gemeinsam mit Unternehmen umsetzbar zu machen.

Ein zentrales Element des Toolkits ist der GLOBAL VALUE Tool Navigator, die aktuell größte kategorisierte Datenbank von Instrumenten und Methoden, die Unternehmen bei der Messung ihrer Wirkungen unterstützen. „Der Tool Navigator hilft Unternehmen dabei, sich in der Vielfalt von derzeit erhältlichen Nachhaltigkeitsinstrumenten zurecht zu finden und ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Instrument in kürzester Zeit herauszufiltern“ erklärt Norma Schönherr, Wissenschaftlerin am Institut für Nachhaltigkeitsmanagement der WU und Koordinatorin des Forschungsprojekts. Insgesamt 226 Tools wurden in die Datenbank eingespeist, die als Beta-Version zur Verfügung steht.

Von hochkomplex bis stark vereinfacht

Bei der Analyse der Vielfalt an derzeit verfügbaren Instrumenten wurde auch deutlich, dass sich diese in ihren Merkmalen grundlegend unterscheiden. So lassen sich sowohl sehr komplexe Instrumente für langfristige Prozesse und aufwendige Messverfahren sowie sehr einfache Tools für einen groben Überblick identifizieren. „Ein Mittelfeld findet sich dabei kaum“, kritisiert Schönherr, „zudem mangelt es aktuell an Hilfestellungen für Unternehmen, ihren Wirkungsbereich klar einzugrenzen. Auch die indirekten Wirkungen findet kaum Berücksichtigung.“

Über das Projekt

GLOBAL VALUE ist eines der derzeit größten EU-finanzierten Projekte zum Thema Wirkungsmessung und Steuerung unternehmerischer Verantwortung im Bereich nachhaltige Entwicklung. Es zielt darauf ab Ressourcen, Instrumente und Wissen für Unternehmen und andere gesellschaftliche Akteurinnen und Akteure bereitzustellen, um ihre Wirkungen zu messen und zu managen. Seit 2014 untersuchte GLOBAL VALUE, wie multinationale Unternehmen ihre Wirkungen auf die globale Entwicklung messen und steuern können. Das Projekt untersuchte außerdem, wie Unternehmensinitiativen die Entwicklungszusammenarbeit unterstützen oder ihr entgegenwirken und durchleuchtete wie internationale Wettbewerbsfähigkeit und verantwortungsvolle Unternehmenspraktiken in Entwicklungsländern sich gegenseitig stärken. Die Leitung des mit drei Millionen Euro dotierten Projekts ist am WU-Institut für Nachhaltigkeitsmanagement verankert. Dafür kooperiert die WU mit 10 weiteren ForschungspartnerInnen, Unternehmen und NGOs aus Europa, Afrika und Asien.

www.wu.ac.at/sustainability

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