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Zeit zum Ausräumen und Loslassen? Später vielleicht.

Brigitte Fuchsbauer ist Geschäftsleiterin eines Installateurbetriebes.

"Ich sitze in der Firma und erstelle eine Liquiditätsrechnung für die kommenden Monate mit dem Ziel, möglichst alle Mitarbeiter langfristig weiter zu beschäftigen.
Heute können wir noch auf Baustellen arbeiten. Nächste Woche vielleicht nicht mehr. Wir im Controlling und in der Montageplanung arbeiten auf Hochdruck, mit Entscheidungen in Sekundenschnelle. Denn was heute so erzählt wird, ist morgen wieder ganz anders. Wir verwenden einen großen Teil unserer Zeit darauf, die Mitarbeiter zu beruhigen, zu motivieren und können ihnen hoffentlich die Angst vor der Zukunft nehmen.

Wenn ich am Abend nach Hause komme, brauche ich Zeit, um mich zu regenerieren. Ich gehe laufen, sitze mit einem Achtel Rotwein und starre in die Ferne. Solange, bis mich die Gedanken wieder einholen. Dann setze ich mich zum Computer und checke die Mails meiner zweiten Firma. Hier stehen wir derzeit zu 100 % bei 0,00 Umsatz. Ich beantworte zahlreiche Mails von Kunden, die für die nächsten Monate stornieren möchten.

Inzwischen ist es dunkel draußen. Ich fahre den PC runter, setz mich zu meiner Familie. Ich mag nix mehr reden, mich nur mehr vom Fernseher mit einem Kitschfilm berieseln lassen. Aber es laufen die Nachrichten. Mit immer nur dem einen Thema.

Ich geh schlafen. Morgen ist ein neuer Tag. Zeit zum Ausräumen und Loslassen? Später vielleicht."

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