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ÖGUT - Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik

1984 wurde der Konflikt um das geplante Kraftwerk zum Ausgangspunkt einer neuen Art der BürgerInnenbeteiligung. Damals wurde die ÖGUT (Österr. Gesellschaft für Umwelt und Technik) gegründet. Sie übernahm die Rolle der Moderatorin.

Heute ist die Hainburger Au eine friedliche, naturbelassene Flusslandschaft östlich von Wien, mitten im Nationalpark. 1984 wurde der Konflikt um das geplante Kraftwerk zu einem Markstein des Demokratieverständnisses in Österreich. Der Wunsch nach einem runden Tisch, an dem Verwaltung, Wirtschaft und Umwelt Konflikte bereits im Vorfeld lösen, war groß. Die neu gegründete ÖGUT (Österr. Gesellschaft für Umwelt und Technik) übernahm die Rolle der Moderatorin. Wir fragen die Generalsekretärin, Monika Auer nach den aktuellen Entwicklungen.

Was haben die runden Tische bewirkt?

Sie bildeten ein neutrales Forum für die seit Anfang der 70er Jahre aufkommenden Umweltthemen und -konflikte. Damals war auch die Rede vom „Sozialpartner Umwelt“, soweit kam es mit der Einbindung von Umweltinteressen nicht, aber es entstand erstmals ein breiter Dialog, bei dem die AkteurInnen einander kennen- und Motivlagen verstehen lernen konnten, Konflikte und Positionen wurden transparenter.

Auf welche drei Meilensteine ist die ÖGUT besonders stolz?

Schwere Frage, da gibt es vieles. Aber ohne lang nachzudenken:

Auf das in Europa wohl umfänglichste Methoden-Know-how zu BürgerInnenbeteiligung und Partizipation mit open access auf www.partizipation.at.
Auf die Entwicklung und Verbreitung des in Österreich erfolgreichsten Kriteriensets zur Bewertung von nachhaltigen Gebäuden mit dem klimaaktiv Gebäudestandard
Auf die Zertifizierung der Veranlagung der Vorsorge- und Pensionskassen nach Nachhaltigkeitskriterien seit mehr als 10 Jahren.

Wichtig ist: ohne unsere vielen hervorragenden und zuverlässigen KooperationspartnerInnen, AuftraggeberInnen und Mitglieder wäre nichts davon möglich gewesen.

Ist die Moderationsrolle der ÖGUT heute noch gefragt? Wie hat sie sich weiterentwickelt?

Die größte Herausforderung besteht derzeit darin, technologische und soziale Innovationen in Gesellschaft und Wirtschaft in Gang zu bringen. Dazu ist mehr denn je ein offener und konstruktiver Dialog zwischen allen Beteiligten erforderlich.
Wir kennen nicht nur viele Methoden der BürgerInnenbeteiligung, sondern können sie auch vermitteln und anwenden. In den letzten 15 Jahren haben wir wissenschaftliche und praxisnahe Kompetenzen zu einer großen Bandbreite an Nachhaltigkeitsthemen wie Energie, Bauen, Konsum, Gender etc. aufgebaut – in Verbindung mit der Methodenkompetenz eine ideale Ausgangsbasis für die Gestaltung und Begleitung guter Kommunikationsprozesse.

Vor welchen Herausforderungen stehen wir heute?

Die Probleme sind bekannt: Klimawandel, Ressourcenverknappung, Rückgang der Biodiversität etc. Es liegen in der Forschung noch viele Aufgaben vor uns (z.B. Speichertechnologien). Die integrative Betrachtung sozialer, ökologischer und ökonomischer Fragestellungen muss zur Selbstverständlichkeit werden und – aus meiner Sicht die größte Herausforderung – technologische und soziale Innovationen müssen in der Praxis ankommen, Realität werden.

Welche Rolle spielt die ÖGUT?

Eine vielfältige. Wir entwickeln Innovationen im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich, erproben sie in der Praxis, vermitteln sie durch Schulungen und Informationsangebote an AnwenderInnen, wir entwickeln Strategien oder begleiten andere dabei, greifen neue Themen auf, wir bieten Raum für Dialog und Erfahrungsaustausch, wir zeichnen gute Projekte mit dem ÖGUT Umweltpreis aus, managen große Programme der öffentlichen Hand etc.

Wo kann die ÖGUT junge Unternehmen / Start Ups unterstützen?

Die ÖGUT unterstützt junge Unternehmen mit dem Zugang zu ihrem Netzwerk in Verwaltung, Wirtschaft, NGOs und Wissenschaft. Wir informieren über Förderprogramme und bieten die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen. Und nicht zuletzt können Start ups auf das fachliche Know-how der ÖGUT zugreifen.

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