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Biodiversität: Patenschaften von Agrana und EVN

Im Rahmen des EU LIFE Projekts „Wirtschaft & Natur NÖ“ unterstützen Betriebe die regionale Artenvielfalt. AUSTRIA Juice übernimmt eine Patenschaft für den Steinkauz im Mostviertel, die EVN hilft mit, das Naturschutzgebiet Buchberg zu erweitern.

Hermann Leitner (Forum Natur und Artenschutz), Dr. Fritz Gattermayer (Vorstand AGRANA), NÖ Landesrat Dr. Stephan Pernkopf. Foto: NLK Pfeiffer
vlnr: Hermann Leitner (Forum Natur und Artenschutz), Dr. Fritz Gattermayer (Vorstand AGRANA), NÖ Landesrat Dr. Stephan Pernkopf. Foto: NLK Pfeiffer steinkauzpatenschaft_2_nlk pfeiffer

Die AGRANA übernimmt mit ihrem im Mostviertel ansässigen Unternehmen AUSTRIA Juice eine Patenschaft für den Steinkauz im westlichen Niederösterreich. Die Anschaffung und Montage von Steinkauz-Brutröhren sowie deren Wartung und Evaluierung durch das regional aktive „Forum Natur und Artenschutz“ werden damit finanziell unterstützt.

Die übernommene Patenschaft der Steinkäuze, deren Habitate insbesondere in Regionen mit Streuobstwiesen liegen, passt ideal zum AUSTRIA Juice Standort in Kröllendorf, wo die AGRANA-Division Fruchtsaftkonzentrate ihren Hauptsitz hat. „Unser AUSTRIA Juice Slogan ‚Nature delivers quality. We retain it.‘ beschreibt, wie wichtig uns eine naturnahe und nachhaltige Produktion ist. Durch diese Patenschaft und das Mitwirken an der Steinkauz-Wiederansiedelung im westlichen Mostviertel tragen wir aktiv zum Naturschutz bei. So haben wir die Möglichkeit, unser Kerngeschäft, die Fruchtsaftproduktion, mit regionalem Artenschutz zu verbinden“, freuen sich AGRANA-Vorstand Dr. Fritz Gattermayer und DI Franz Ennser, CEO der Austria Juice GmbH.  

Gefährdet: der Steinkauz

Der Steinkauz gilt laut der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel in Österreich als vom Aussterben bedroht. Er benötigt für sein Überleben eine kleinräumig  strukturierte Landschaft, wie Streuobstwiesen mit Höhlenbäumen in einem dörflichen Umfeld. „Diese Strukturen sind typisch für das westliche Mostviertel. Im angrenzenden Oberösterreich, im Raum Mauthausen, gibt es ein vitales Steinkauz-Vorkommen. Dadurch bietet sich nun die Chance, den Steinkauz auch im westlichen Mostviertel anzusiedeln. Durch die Auswahl geeigneter Lebensräume und das Anbringen von Brutröhren im Bereich St. Pantaleon, Haag und Strengberg wird nun versucht, den Steinkauz über die Donau auf die Mostviertler Streuobstwiesen zu locken und so seinen Lebensraum zu vergrößern,“ weiß Hermann Leitner vom Forum Natur und Artenschutz.

Die EVN unterstützt den Kauf einer 2,2 Hektar großen Waldfläche, um das Naturschutzgebiet Buchberg zu erweitern.

„Das Naturschutzgebiet Buchberg ist besonders wertvoll, die Buchbergwiese zählt zu den artenreichsten Flächen der Wachau. Hier findet man mehrere Orchideenarten, wie den seltenen Böhmischen Enzian,  aber das Gebiet ist auch Heimat vieler Insekten, wie dem Schwarzfleckigen Grashüpfer oder dem Schmetterlingshaft. Durch die Kofinanzierung durch die EVN ist es uns nun möglich, das für den Naturschutz wichtige Waldgebiet anzukaufen“, erklärt Mag. Markus Braun von LANIUS.

Zahlreiche Wege führen zum Ziel: dem Erhalt der Artenvielfalt

Es gibt im Rahmen von „Wirtschaft & Natur NÖ“ zahlreiche Möglichkeiten sich zu engagieren. Teilweise können diese ganz einfach und ohne hohen Aufwand umgesetzt werden: Sie reichen von der naturnahen Gestaltung des Firmengeländes über einen Aktiv-Tag zum Wohle der Natur unter Einbindung der Belegschaft, bis zur Übernahme einer Patenschaft für ein Gebiet oder eine Art. „Das Projekt zeigt, wie wichtig ökologisches Engagement der Wirtschaft für den regionalen Naturschutz ist. Es ist erfreulich, dass bereits viel getan wird. Wir unterstützen Firmen dabei, Projekte zu entwickeln und umzusetzen“, erklärt Dr. Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ.

Über das EU LIFE Projekt „Wirtschaft & Natur NÖ“ wurden verschiedene Angebote für die Unternehmen Niederösterreichs erarbeitet, die es ermöglichen, konkret und mit relativ kleinen Beträgen Verantwortung zu übernehmen: Fledermäuse, Feldhamster und besondere Lebensräume, wie die Trockenrasen der Thermenregion oder die Feuchtgebiete an der March, warten auf engagierte Paten. Jetzt ist eine gute Zeit aktiv zu werden und diese einfache Möglichkeit zu nutzen. Die Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu) setzt das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Umweltdachverband und dem Biosphärenpark Wienerwald um. Finanziell und inhaltlich wird das Projekt von den Abteilungen Naturschutz sowie Wirtschaft, Tourismus und Technologie des Landes NÖ unterstützt. Wichtige Partnerin ist die Wirtschaftskammer NÖ. „Wirtschaft & Natur NÖ“ wird durch das Finanzierungsinstrument LIFE+ der Europäischen Union gefördert.

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