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CSR-Circle: Wie kommt Nachhaltigkeit in die Bilanz?

Als Organisation einen Beitrag zur positiven Entwicklung der Gesellschaft und Umwelt zu leisten, steht hoch im Kurs. Aber kann man diese Beiträge auch messen? Wenn ja, müssen diese Werte auch bilanzierbar sein?

vlnr.: S. Schellande, Z. Galffy, C. Plas, G. Senk, C. Winkler, H. Ritsch, C. Dankl, R. Reisinger, R. Hollenstein. Foto: Draper vortragende-team-c-draper

 

Das sagen die ExpertInnen:

  • Dr. Zoltán Gálffy (FAL-CON Steuerberatungsgesellschaft m.b.H.): Eine Bilanz sei wie ein Eisberg. Vieles, das den Wert eines Unternehmens ausmacht, ist darin nicht sichtbar. Ob das Management seine Prozesse im Griff hat, ob es das Vertrauen seiner MitarbeiterInnen genießt, der Wert von Erfindungen und Innovationen und vieles mehr. Deshalb braucht es beim Unternehmenskauf auch eine due dilligance, und seit 2017 für die großen Unternehmen einen Lagebricht, der Teilaspekte von CSR umfasst und die mit KPIs unterlegt werden müssen.
  • Mag. Dr. Herbert Ritsch CPM (Bankhaus Schelhammer & Schattera AG): Einen Investor interessiert, ob er kaufen oder verkaufen soll. Die Bilanz und die G+V sind dafür die Basis. CSR-Kennzahlen (Co2 Verbrauch, Pönalen, Kinderarbeit etc.) wirken heute immer stärker auf die Bewertung ein.
     
  • DI Mag. Gudrun Senk (Wien Energie GmbH): Stakeholder und Shareholder erwarten sich von einem Unternehmen Stabilität und Ertrag. Und vor allem, dass es das Unternehmen auch in Zukunft noch gibt. Mit Nachhaltigkeit kann ich die Resilienz des Unternehmens erhöhen und das Risiko diversifizieren und damit verringern. Setze ich auf knappe Rohstoffe, auf fossile Roshstoffe?  Oder erweitere ich auf Systeme, die unendlich zur Verfügung stehen, wie Sonne oder Wind? Das alles muss sich in den Wertschöpfungsprozessen abbilden und damit auch im Lagebericht.
     
  • Mag. Claudia Winkler (goood network Holding AG & goood e.V.): die bestehenden Geschäftsmodelle ändern sich. Und: Kunden sind an einer Bilanz nicht interessiert. Sie wollen Wirkung. Die direkte Wirkung von Unternehmen wird - auch mit den neuen Ansätzen des SROI (Social Return on Investment) - immer sichtbarer werden.
     

Eine Studie des Centers for Organizational Excellence der Universitäten St. Gallen und Genf besagt, dass eine verantwortungsvolle Strategiearbeit durchschnittlich 7% Wettbewerbsvorteil mit sich bringt. Kombinieren Unternehmen dann noch eine nachhaltige Optimierung der laufenden Prozesse mit einer strategischen Erneuerung des Geschäftsfeldes, kann eine um 11% höhere Wettbewerbsstärke erzielt werden.

Fazit des Abends:

Nicht alle Maßnahmen können und sollen in der Bilanz abgebildet werden. Viele CSR-Eckdaten wie Fluktuation etc. werden mittlerweile sinnvollerweise bereits erhoben und in Berichten abgebildet. Deren Steuerung wirkt sich definitiv positiv auf den wirtschaftlichen Ertrag aus. Es sei darüber hinaus DIE Chance, auch langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

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