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Das Wissen der Alten im Unternehmen halten

Der Erfahrungsaustausch zwischen Jung und Alt im Unternehmen findet nicht von selbst statt.

Julia Stöhr erhob im Rahmen ihrer Master Thesis wie Wissen im Unternehmen weitergegeben werden kann. Es braucht eine fördernde Unternehmenskultur, die Vorbildwirkung der Unternehmensleitung, Räume für den generationsübergreifenden Wissensaustausch und interne Trainerpools.

Der demografische Wandel flankiert vom steigenden Pensionsantrittsalter wird es in Zukunft mit sich bringen, dass die Altersspanne der MitarbeiterInnen in den Unternehmen immer größer wird. Dabei wird es zur Aufgabe der Unternehmen, das Wissen aller Altersgruppen optimal zu nutzen. Als Problemzone wird unter anderem genannt, dass jüngere MitarbeiterInnen sich oft aufgrund des Altersunterschiedes von den Älteren nicht akzeptiert fühlen. Dennoch sind die Jüngeren häufig besser ausgebildet. Dafür fehlt es ihnen aber an Erfahrungswissen. „Die Jungen haben es gerne kurz und knackig, die Älteren kramen schon gerne einmal intensiver in ihrem Erfahrungsschatz“, berichtet Studienautorin Julia Stöhr über die Ergebnisse ihrer Befragung im Rahmen der Abschlussarbeit im Lehrgang „Kommunikation und Management“ an der Donau- Universität Krems. Die junge Generation brilliert mit Computerkenntnissen, hat aber das Zuhören verlernt. Sprache und Sprechgeschwindigkeit ändern sich von Generation zu Generation.

Persönliche Kommunikation im Vordergrund
Julia Stöhr hat hier besonders den persönlichen Dialog ins Zentrum ihres Forschungsinteresses gerückt. Die Bedeutung der Face-to-Face Kommunikation ist deshalb so groß, weil Erfahrungswissen sehr viele informelle Bestandteile hat, die im persönlichen Gespräch besser weitergegeben werden. Julia Stöhr: „Die Face-to-Face Kommunikation hat in einer Welt, die durch E-Mail, SMS und Telefon immer mehr entpersönlicht wird, eine besondere Stellung. Gestik und Mimik verstärken die Kommunikationsbotschaft und verleihen ihr Authentizität.“

Außerdem haben Menschen weniger Angst davor, Wissen persönlich weiterzugeben als es niederzuschreiben. Gerade in der Face-to-Face- Kommunikation bescheinigen die ExpertInnen den älteren Menschen Defizite und meinen etwa, dass „ältere Menschen die Kultur des Dialogs nicht unbedingt gelernt haben“. Will ein generationenübergreifender Dialog erfolgreich sein, so darf er nicht schulmeisternd sein.

Die Vorbildwirkung der Führungskräfte und ein Management, das dem Thema des generationenübergreifenden Wissensaustausches dementsprechenden Raum einräumt, ist die Basis für ein gelungenes Generationenmanagement. Ohne eine Unternehmenskultur, die alle Altersgruppen gleich wertschätzt gibt es keine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den MitarbeiterInnen.

Zur Abschlussarbeit „Der persönliche Dialog im generationenübergreifenden Wissenstransfer: Bedeutung und Gestaltungsansätze in österreichischen Unternehmen“. http://webthesis.donau-uni.ac.at/thesen/92083.pdf

Sie entstand in dem berufsbegleitenden Master-Lehrgang „Kommunikation und Management“ an der Donau-Universität Krems.

Zur Person
Julia Stöhr ist Produkt Managerin eines produzierenden Unternehmens in Niederösterreich.

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