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Nachhaltigkeit in Osteuropa?

Seit 20 Jahren ist das Beratungsunternehmen denkstatt in Osteuropa tätig, 2017 wurde mit einem weiteren Büro in Rumänien deutlich ausgeweitet.

Menschen sitzen auf einem grünen Rasen vor einem Bürogebäude. mladensky-istock-488662765
Foto: mladensky-istock-488662765 mladensky-istock-488662765

Steigt die Nachfrage nach Nachhaltigkeit in Osteuropa?

Sabine Schellander

Die Entwicklung in Osteuropa hat im Wesentlichen zwei Gründe. Die durchgeführten Projekte haben den Nutzen von Nachhaltigkeit erlebbar gemacht und zu einer positiven Resonanz geführt. Zum anderen bringt der Anschluss dieser Länder an die europäische Union eine verstärkte Nachfrage nach Umwelt- und Nachhaltigkeitslösungen mit sich. Die Themen und die Tiefe, in der diese verfolgt werden, unterscheiden sich. Eines ist aber klar: Die Nachfrage steigt und ein Umdenken setzt ein.

„Um den Markt bestmöglich zu bedienen, muss man vor Ort sein und entsprechendes Fachpersonal gewinnen bzw. aufbauen“, sagt Willibald Kaltenbrunner, Managing Partner der denkstatt Gruppe.  Die Konkurrenz sei groß und qualifiziertes Personal schwer zu halten. Faire Bezahlung, Flexibilität und „Wellbeing“ am Arbeitsplatz sind für viele bei der Wahl ihres Arbeitgebers entscheidend. Soziale Themen gewinnen an Bedeutung. „Das Bewusstsein für soziale Fragestellungen ist teilweise stärker ausgeprägt als das für ökologische“, erklärt Kaltenbrunner.

Aktivitäten rund um die ökologische Wirkungsweise der Unternehmen sind stark Compliance getrieben. Vor allem internationale Unternehmen wollen an jedem Standort – unabhängig von den lokalen Anforderungen – dieselben Standards erfüllen wie ihr Headquarter. Zudem sitzen viele Lieferanten in Osteuropa. Über relevante Fragen zum Thema Lieferkette sowie die damit verbundene Risiko- und Potentialanalyse wirken sich Fragestellungen aus dem Westen auch auf den Osten aus.

Ein zweiter wesentlicher Grund, aktiv zu werden, ist die Imagepflege um Vertrauen aufzubauen. Die Bemühungen sind allerdings noch überschaubar. Unternehmen, die Nachhaltigkeit in ihrem Geschäftsmodell verankern, sind noch rar. „Hier fehlt eindeutig noch das Bewusstsein. CSR (Corporate social responsibility) wird im Osten vielfach noch unter dem Deckmantel ‘Philanthropie‘ gehandelt und die SDGs (Sustainable Development Goals) sind beispielsweise kaum bekannt. Wichtig ist es daher, die wirtschaftlichen Vorteile von Nachhaltigkeit greifbar zu machen. Die Monetarisierung des ‘Natural and Social Capital‘-Einsatzes ist dabei ein guter Hebel,“ erklärt Kaltenbrunner.

Natürlich gibt es bei dieser Entwicklung Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen, Branchen und Unternehmen. Fakt ist, dass der Osten aufholt und viele Fehler, die wir in Österreich gemacht haben, auslassen kann. Kaltenbrunner geht davon aus, dass sich der Markt im Osten weiterhin stark entwickelt.

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