Für die Netto-Null braucht es mehr Investitionen in den E-Transport
Eine Studie des IHS zeigt, in welche Branche noch mehr in die Transformation investiert werden sollte.
Will man in Österreich die Netto-Null von Treibhausgasemissionen bis 2040 oder 2050 erreichen, sind eine sozial-ökologische Transformation und erhebliche Investitionen notwendig. Die im Februar 2026 veröffentlichte IHS-Studie "Investments needed for achieving climate neutrality in Austria and their economic implications" zeigt in verschiedenen Szenarien, wie hoch Investitionen in den zentralen Sektoren Energie, Industrie, Transport und Bau sein müssen.
Ein wichtiges Instrument, um das Ziel der Netto-Null-Emissionen zu erreichen, sei ein steigender Emissionspreis, heißt es von Seiten der Autor*innen. Außerdem rechnne sie mit einem stabilen und strikten klimapolitischen Rahmen sowie der Substitution von Öl und Gas durch erneuerbare Energien und Strom. Die Betriebskosten steigen also in verschiedenen Branchen.
Vor allem im Transportwesen ist der Investitionsbedarf besonders hoch
Im Bereich Energie ist der Gesamtinvestitionsbedarf mit 155 bis 174,5 Milliarden Euro bis 20240 besonders hoch. In ihrem Basisszenario gehen die Studienautor*innen von Investitionen aus, die auch ohne eine Transformation aufgrund der Klimakrise stattfinden müssten, also für die Wartung oder den Ersatz von Anlagen. Je nach Preisentwicklung sind 38,5 bis 83 Milliarde Euro an zusätzlichen Investitionen notwendig um die Netto-Null zu erreichen. Diese müssen nicht nur in den Ausbau erneuerbarer Energien, sondern vor allen in den Ausbau der Stromnetze fließen.
Im Bereich Verkehr und Transport sind Gesamtinvestitionen von 273 bis 392 Milliarden Euro notwendig, die zusätzlichen Investitionen machen 45 bis 65 Milliarden Euro aus. Hier braucht es vor allem für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge und E-LKW mehr Geld. Die zusätzlichen Kosten bleiben relativ moderat, da erwartet wird, dass es zwischen E-Autos und Verbrennern ab etwa 2028 bei PKW eine Preisparität gibt. Und eine solche auch bei LKW im Jahr 2032 erreicht wird.
Am Bau sind bei insgesamt 304 bis 438 Milliarden nur 10 bis 15 Milliarden Euro zusätzlich notwendig. Ein Teil der zusätzlichen energetischen Sanierungskosten wird durch weniger Kosten für Neubauten kompensiert. Und bei der Industrie rechnet die IHS-Studie mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 16 bis 28 Milliarden Euro und zusätzlichen Investitionen von 8,6 bis 15,4 Milliarden Euro.
Ein Ergebnis der Studie: "Die Schätzungen und Simulationen bis 2050 zeigen, dass die Befürchtungen einer europäischen Deindustrialisierung übertrieben sind." Aber: "Einige energieintensive Industrien stehen unter Druck, insbesondere wenn andere wichtige Länder wie die USA und China nicht mit steigenden Energiekosten konfrontiert sind." Besonders stark steigen sie zum Beispiel in der Stahl-, Aluminium oder Kupfer-Produktion.
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Die Studie zum Download