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Glücksökonomie

Wer teilt, hat mehr vom Leben

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Glücksökonomie – was soll denn das sein? Ganz einfach: alle Formen des Wirtschaftens, die die Lebenszufriedenheit von Menschen und Gesellschaften in den Mittelpunkt stellen. Glücksforscher auf der ganzen Welt liefern dafür eindeutige Kriterien und stellen fest: Wirtschaftswachstum, Eigentum und Geld machen uns nur sehr begrenzt zufrieden. Doch was macht uns dann glücklich? Antworten geben Ute Scheub und Annette Jensen in ihrem neuen Buch "Glücksökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben", das heute erschienen ist. Die Autorinnen haben sich auf Spurensuche begeben und Menschen gefunden, die beglückende Formen des Arbeitens und Lebens für sich entdeckt haben.

"Geld und Besitz sind sekundär", sagt die internationale Glücksforschung, "wichtig für unser persönliches Wohlbefinden sind vor allem stabile Beziehungen". Aber auch Gesundheit, sinnstiftende Tätigkeiten sowie Möglichkeiten der Selbstentfaltung und Mitbestimmung sind zentrale Faktoren. Laut UN-Weltglücksbericht gibt es einen unmittelbaren positiven Zusammenhang zwischen sozialem Verhalten und Lebenszufriedenheit. Kooperation macht weit glücklicher als Konkurrenz und Statusstress; Menschen haben Spaß am Teilen und Teilhaben, weil sie soziale Wesen sind – für Annette Jensen und Ute Scheub stehen diese glückfördernden Verhaltensweisen in krassem Gegensatz zur gängigen, hochproblematischen Wirtschafts- und Wachstumspraxis. Doch es geht auch anders: "Peer-to-Peer", von gleich zu gleich, respektvoll, gemeinschaftlich.

Um zu erfahren, wie eine solche "Glücksökonomie" funktionieren kann, haben die Autorinnen eine Reise in zahlreiche Städte und Dörfer im In- und Ausland unternommen, unter anderem nach Berlin, München, Augsburg, Basel, Mexico-City, Pellworm und El Hierro. Dort trafen sie ungewöhnliche Menschen: erfolgreiche Unternehmer, die bevorzugt Alleinerziehende beschäftigen oder sich selbst weniger Gehalt ausbezahlen als ihren Angestellten; Verbraucherinnen, die ökologisch wirtschaftende Bauernhöfe mitfinanzieren; Softwareentwickler und Erfinder neuer Techniken, die ihre Arbeit zum freien Gebrauch zur Verfügung stellen und das Internet für völlig neue Formen des Teilens und Tauschens nutzen. All diese Projekte basieren nicht mehr auf Geld-, sondern auf Glückslogik.

Die so entstehende Glücksökonomie greift die alte Wachstumswirtschaft nicht frontal an, sondern wuchert fröhlich in sie hinein. Angetreten sind die Akteure nicht, um das herrschende System zu bekämpfen, sondern um das Wohlergehen der Beteiligten zu mehren. Indem sie eigene Regeln aufstellen, verschwenden sie ihre Kraft nicht damit, sich an übermächtigen Gegnern abzuarbeiten, sondern konzentrieren sich auf das Entwickeln des Eigenen. Gerade darin liegt ihre große Anziehungskraft. Annette Jensen und Ute Scheub fanden viele erstaunliche und willensstarke Persönlichkeiten, die ein völlig anderes Leben führen, und beschreiben eine überaus vielfältige und dynamische Bewegung. "Wer teilt, hat mehr vom Leben", so lautet das Fazit der beiden Autorinnen am Ende einer faszinierenden Reise, die auch sie selbst bereichert hat.

Annette Jensen, Ute Scheub: Glücksökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben,
272 Seiten, ISBN 9783865816610, 19,95 EUR, 20,60 EUR (A), CH 27,90. Erhältlich auch als E-Book.

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