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Ist Ihr KMU taxonomiekonform?

Der ESG DATA HUB im Praxistest: 81 Fragen, die Sie auf dem Weg zur Nachhaltigkeit unterstützen.

Ein kristallartiges Gebilde in unzähligen Grüntönen auf türkisem Hintergrund.
Foto: deepmind / unsplash

Die Taxonomie ist eine von vielen EU-Richtlinien, die derzeit auf Unternehmen einprasseln.  Investitionen, auch von Unternehmen, sollen in nachhaltige Projekte fließen, um das Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 zu erreichen. Banken müssen die ESG-Kriterien bei der Vergabe von Krediten anlegen, Unternehmen darüber hinaus über ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit berichten. Verpflichtend ist das für große Unternehmen, ab 2026 auch für börsennotierte KMU. Über die Lieferkette werden die relevanten Kennzahlen bald auch von allen anderen Unternehmen gefordert werden. KMU tun gut daran, sich bereits jetzt um verlässliche ESG-Daten zu kümmern und dies auch als Chance für die Transformation zu nutzen.

Welche Daten brauchen KMU?

Derzeit gibt es noch keinen einheitlichen Standard. Die Österreichische Kontrollbank (OeKB) hat daher gemeinsam mit österreichischen Kreditinstituten einen Fragebogen entwickelt, den KMU, aber auch Großunternehmen, einfach ausfüllen können. Zu finden sind die Fragen am sogenannten ESG Data Hub, einer Online-Plattform, auf der ein Austausch von verlässlichen ESG-Daten zwischen Unternehmen und Banken möglich ist. Das Angebot ist für Unternehmen kostenlos.

KMU finden dort 81 Fragen, darunter viele, die aus dem Stand heraus beantwortbar sind, wie finanzielle Kennzahlen, ESG Ratings, Managementsysteme oder HR-Kennzahlen. CSR-Berater*innen sollten bei der Beurteilung des taxonomiekonformen Umsatzes helfen können, und auch bei Fragen rund um Treibhausgasemissionen. Wissen Sie schon, wann Ihr Unternehmen CO2-neutral sein wird? Haben Sie einen Plan, wie Sie das Ziel erreichen? Wann sind welche Investitionen notwendig? Das sollten Sie nicht nur für das eigene Unternehmen, sondern entlang Ihrer Lieferkette (Scope 1, 2, 3) beantworten können. Das Tool hilft jedenfalls, die relevanten Fragen zu stellen. Und Sie können sich auf den Weg machen, Antworten zu finden.

So kommen Sie zum Tool

Der erste Schritt ist die Registrierung über die Website www.oekb-esgdatahub.com/. Danach werden Sie von der OeKB freigeschalten – bei mir dauerte es keine halbe Stunde –, erhalten einen Link mit Zugangsdaten und legen Ihr Passwort fest. Und schon kann es losgehen. Praktisch: Sie können die Bearbeitung jederzeit unterbrechen und später weitermachen. Einziger Wermutstropfen: Derzeit ist der Fragebogen noch nicht als Download verfügbar, dies ist aber für die nahe Zukunft geplant.

Datenschutz & Zugriffsberechtigungen

Welche Fragen beantwortet werden, liegt ganz bei Ihnen – es gibt bei jeder Frage die Möglichkeit, „Frage nicht beantworten“ anzuklicken. Auch welche Banken die Rohdaten einsehen können, entscheiden Sie mit einem einfachen Klick. 

Fazit

Ein tolles Tool, nicht nur für die Kommunikation zwischen Bank und Unternehmen, wenn ein Kredit beantragt werden soll. Es hilft KMU auch, sich den wesentlichen Fragen zu stellen und fit für die Anforderungen der Kund*innen zu sein.

Roswitha M. Reisinger