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Karin Kuranda, Jessica Neumann, Gründerin und Co-Gründerin

Kleidung zum Ausleihen. Endlos Fesch ist die erste "Fashion Library" Wiens, die hochwertige Kleidung von lokalen Designerinnen zum Verleih anbietet. Damen profitieren dadurch von leistbarer Exklusivität und mehr Abwechslung im Kleiderkasten. Eine gelungene Kombination aus Regionalität, Ressourcenschonung und Design. 

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Wie sind Sie auf die Idee von Endlos fesch gekommen? Was war der Auslöser und wann war das?

Als Teil der Zero Waste Austria Initiative wurden wir auf die Berge von Kleidungsmüll aufmerksam, die dadurch entstehen, dass Kleidung nur selten getragen und und vielfach gleich wieder entsorgt wird. Wir wollten eine innovative Lösung für dieses Problem finden und begannen zunächst Kleidertauschpartys zu organisieren und mithilfe eines Second-Hand-Mode-Fotoprojekts namens „Fesch in Second Hand“ Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Mode schaffen.

Leider mussten wir feststellen, dass die Kleidertauschparties nicht zum erhofften Ergebnis führten, weil jedes Mal sehr viel qualitativ minderwertige Kleidung übrig blieb. Das inspirierte uns dazu, ein innovatives Modell mit potenziell größerem Impact zu entwickeln. Um Ressourcen zu schonen und den Lebenszyklus vorhandener Ressourcen zu verlängern, gründeten wir also die erste Fashion Library Wiens, ein Start-Up, das sich zum Ziel gesetzt hat, das zuvor beschriebene Problem des Kleidungsmülls mithilfe eines innovativen unternehmerischen Konzepts zu lösen. Dabei orientierten wir uns am Beispiel anderer bereits bestehender Mode-Bibliotheken in Deutschland und in einigen skandinavischen Ländern.

Was bedeutet Erfolg für Sie?

Mit Unternehmertum gesellschaftliche und soziale Probleme lösen und die Umwelt schonen können.

Was waren die größten Hindernisse am Weg? Wie haben Sie sie bewältigt?

Eine innovative Geschäftsidee will getestet werden. Diese Phase ist wichtig, aber sie dauerte doch recht lange. Wir sahen bei vielen Kooperationspartnern große Skepsis gegenüber unserem Konzept und mussten viel Überzeugungsarbeit leisten. Jetzt haben wir aber erste Erfolge erzielt und können daher besser für unseren Service werben, speziell bei jungen lokalen Designern.

Was war Ihr größter Misserfolg? Was haben Sie daraus gelernt?

Ein Pop Up bei 38 Grad Raumtemperatur: an dem Tag haben wir mehr Einnahmen mit freien Spenden für eisgekühlte Getränke gemacht als durch den Verleih von Kleidung

Was waren die wichtigsten Argumente um Ihre Kunden zu überzeugen?

Wer kennt das nicht: Der Schrank ist voll und trotzdem fehlt das eine besondere Teil für den Moment. Ob die Hochzeit der lieben Cousine, der Sonntagsbrunch mit der besten Freundin, der Festwochenbesuch oder einfach ein glitzerndes Picknick im Park – endlos fesch hat immer ein Teil, das passt. Weil immer das Richtige immer etwas Anderes ist. Lokale Designer, internationale Topmarken, ausgesuchte Vintagekleider und Dirndln kommen mit Freude zu Besuch in deinen Schrank – ganz einfach und ohne große Investition.

Wer liebt euer Angebot ganz besonders?

Damen, die Abwechslung lieben, einzigartig aussehen möchten und Wert auf hochwertige Materialien legen. Für diese haben wir die Kreationen unserer lokalen DesignerInnen im Angebot– das sind unsere Local Fashion Heroes. Nachhaltig und fair und dabei immer abwechslungsreich und fesch. Mit ihnen gemeinsam wollen wir die Modewelt revolutionieren.

Gibt es Einwände von Kunden?

Ja, manche wollen die Kleidung länger behalten, weil sie sie so sehr lieben. Das erlauben wir natürlich, d.h. eine Verlängerung um einen Monat ist immer möglich.

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Ein Webshop mit der Möglichkeit, die Kleidung durchzusehen und zu reservieren, außerdem das Angebot an Kleidung von lokalen DesignerInnen immer weiter auszubauen.

Welche SDGs sind für Ihren Bereich besonders wichtig? Wo tragen Sie ganz besonders bei?

Die SDGs sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie. Unser Hauptaugenmerk liegt auf SDG 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion. Da die Textilindustrie aber angeblich der zweitgrößte Umweltverschmutzer der Welt ist, streifen unsere Aktivitäten auch andere SDGs, wie z.B. SDG 6 (sauberes Wasser), SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz), wenn auch noch im Kleinen.

Eckdaten zum Unternehmen:

Karissima GmbH, Wien

gegründet: Mai 2017

Branche: Handel mit Waren aller Art

MitarbeiterInnen: keine

Website: www.endlosfesch.at

       

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