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Sustainability Award Jugend Innovativ

Raiffeisen Klimaschutz-Initiative vergibt zum 7. Mal den Jugend Innovativ-Sonderpreis Kategorie Sustainability: der erste Platz ging an Nachwuchsforscher aus KĂ€rnten fĂŒr die Elektrotankstelle "I CHARGE U".

Die Sustainability Award-Hauptpreisgewinner Florian Lederer und Paul Stichaller (Höhere Technische Bundeslehranstalt in Klagenfurt)
Foto: aws, Wolfgang Voglhuber - VOGUS, www.vogus.at aws, Wolfgang Voglhuber - VOGUS, www.vogus.at

35 Teams schafften es in das dreitĂ€gige Bundesfinale in der Wirtschaftskammer Österreich Ende Mai, wo in sieben Kategorien Preise vergeben werden. Aus den insgesamt 49 innovativen Ideen, die bei der 28. Wettbewerbsrunde des SchĂŒlerwettbewerbs in der Sonderkategorie Sustainability eingereicht wurden, konnte sich die Arbeit des Teams Florian Lederer und Paul Stichaller zur Elektrotankstelle "I CHARGE U" bei den Juroren durchsetzen. Der erste Preis wurde mit 2.000 Euro ausgezeichnet. Mit ihrem Projekt werden sie auch bei der I-SWEEEP, der International Sustainable World Project Olympiad 2016, in Houston/Texas (USA) antreten.

Die Raiffeisen Klimaschutz-Initiative forscht nach Projekten, die eines gemeinsam haben: sie fördern die Nachhaltigkeit. Im Rahmen des Wettbewerbs waren daher Arbeiten im Bereich erneuerbare Energien sowie Energieeffizienz, soziale Projekte in Kombination mit Klimaschutzaspekten, ökologische bzw. soziale Projekte in Kombination mit Finanzprodukten, aber auch Awareness- bzw. Kommunikations-Maßnahmen zu Umweltthemen gesucht.

I CHARGE U" - innovativer Lösungsansatz fĂŒr ElektromobilitĂ€t

Die beiden SchĂŒler der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Klagenfurt entwickelten in Zusammenarbeit mit der Firma Schrack Technik Projekt und Service GmbH die Elektrotankstelle "I CHARGE U", die ĂŒber eine intelligente Lösung zur Datenabrechnung und -erfassung verfĂŒgt. Diese weiterentwickelte Ladeinfrastruktur fĂŒr Elektrofahrzeuge soll die ElektromobilitĂ€t weiter etablieren.

Dazu Andrea Weber, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der RKI: "Elektrotankstellen der Zukunft werden kostenpflichtig sein mĂŒssen. Mit diesem innovativen Lösungsansatz ist der Weg der ElektromobilitĂ€t geebnet. Die beiden SchĂŒler haben meines Erachtens wirklich grĂŒndlich recherchiert und verfĂŒgen bereits ĂŒber einen einsatzbereiten Prototyp." Entsprechend argumentiert hat auch die Jury, die dem Projektteam attestiert, eine kĂŒnftige MarktlĂŒcke Europas erkannt und mit seinem kostengĂŒnstigen Ansatz das anstehende Problem der Energiezuweisung gelöst zu haben.

Der "I CHARGE U"-Prozess startet, wenn der Besitzer des Elektrofahrzeugs das Auto zur Elektrotankstelle stellt und den Ladestecker einsteckt. Zur Authentifizierung reicht das Hinhalten einer entsprechenden Karte, beziehungsweise des Smartphones zum Lesekopf. Damit liest das System den Benutzercode und sendet ihn ĂŒber eine drahtlose Verbindung zum Server (=Tankstellen-Cloud). Wenn der Server meldet, dass der Kunde zum Tanken berechtigt ist, wird der Tankvorgang freigegeben und das Auto geladen. Es erfolgt die Speicherung der gemessenen Energiemenge, der Zeitdauer sowie der Start- und Stoppzeit. Die Umstellung auf eine Car-Sharing-Lösung ist ebenfalls möglich.

Weitere Gewinner-Projekte "BeeView" und "WertschÀtzung der Lebensmittel"

Mit dem Problem des immer wieder auftretenden seuchenartigen Bienensterbens beschĂ€ftigten sich die SchĂŒler im Projekt "BeeView", und erlangten damit den zweiten Platz, dotiert mit 1.500 Euro. Um die unbekannten PhĂ€nomene, die neben der Varroamilbe weltweit zu einer ungewöhnlich hohen Sterberate von Bienenvölkern fĂŒhrt, genauer beobachten zu können, haben SchĂŒler der BHAK/BHAS Weiz ein Überwachungssystem, erweitert um ein visuelles Merkmal, entwickelt. Dieses lĂ€sst sich ohne bauliche Eingriffe in den Stock vornehmen und ermöglicht die Aufzucht von Bienenvölkern, ohne den Stock dafĂŒr öffnen zu mĂŒssen. Das "Bee Monitoring System" ĂŒberwacht die Luftfeuchtigkeit, die Außen- und Innentemperatur des Stockes sowie die GrĂ¶ĂŸe, Ausdehnung und die Temperatur des Brutnestes. Dabei wird die Temperatur im Stock durch den Einsatz einer Infrarot-Kamera, dessen Licht von den Bienen nicht wahrgenommen wird, oder den Einsatz einer WĂ€rmebildkamera nicht beeinflusst. Die Messdaten verschiedener Bienenstöcke samt zugehörigen Temperaturverteilungen könnten spĂ€ter ĂŒber einen Server gespeichert und verglichen, und so bei AuffĂ€lligkeiten zu einem landesweiten FrĂŒhwarnsystem ausgebaut werden.

Der dritte Platz - mit einem Preisgeld von 1.000 Euro - ging an das Projekt der SchĂŒler der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, die sich mit dem Thema Lebensmittel unter dem Projekttitel "Das Essen liegt auf der Straße - die WertschĂ€tzung der Lebensmittel" auseinander setzten. Deren Ziel war es nicht etwa Fragen zu beantworten, sondern durch bildliche, grafische und auch literarische Darstellungen den Betrachter zum Nachdenken bzw. Umdenken anzuregen. Es gelingt den SchĂŒlern durch die direkte persönliche Befragung einzelner Personen eine BrĂŒcke zwischen RealitĂ€t und Kunst als Medium zu schaffen. Dabei steht der kreative Gedankenprozess im Vordergrund und nicht eine "Fingerzeig-Methode". Zu den eingesetzten Stilelementen zĂ€hlen (Dokumentar-)Fotografien, Grafiken sowie Texte. Die SchĂŒler der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt können durch ihren dritten Platz an der 27. European Union Contest for Young Scientists 2015 in Mailand (Italien) teilnehmen.

Anerkennungspreise fĂŒr zwei weitere Projekte

Weitere zwei Projekte aus der Sonderpreis-Kategorie Sustainabilty erhielten einen Anerkennungspreis (in der Höhe von je 500 Euro): Das Projekt "Antinutritive Stoffe im Getreide - Alarm im Darm" von SchĂŒlern der HTL fĂŒr Lebensmitteltechnologie Wels sowie das Projekt "Vergleich verschiedener Aufkohlungsmittel zur Herstellung von Gießereiroheisen" von SchĂŒlern der HTL Leoben.

Weitere Informationen: www.raiffeisen-klimaschutz.at 
  

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