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Reine Sache: 9 Tipps für die ökologische Reinigung im Unternehmen

Was Unternehmen tun können, um zugleich Sauberkeit, Umweltschutz und soziale Nachhaltigkeit zu erzielen

Hand in lila Gummihandschuh hält Putzschwamm, aus dem weißer Schaum quillt, über die behandschuhte Hand rinnt und tropft. Der Hintergrund ist Knallorange.
Foto: Andrej Lisakov/unsplash

01 BESCHAFFFEN SIE ÖKOLOGISCHE REINIGUNGSMITTEL

Ökologische, unabhängig überprüfte Reinigungsmittel sind gesundheits- und umweltschonend. Damit verbessern Sie den Arbeitsschutz für das Reinigungspersonal, die Qualität der Raumluft –und es ist gut für die Umwelt. Die kostenlos zugängliche Datenbank Öko-Rein listet rund 700 ökologische Reinigungsmittel für den gewerblichen Bereich www.umweltberatung.at/oekorein.

02 INVESTIEREN SIE IN SCHULUNGEN FÜR DAS REINIGUNGSPERSONAL

Eine gut geschulte Reinigungsfachkraft dosiert Reinigungsmittel richtig und verwendet für jeden Zeck das passende Mittel. Das schont Böden und Oberflächen. In Schulungen wird darauf hingewiesen, Handschuhe und Hautschutz zu verwenden. Die Mitarbeiter*innen werden im Umgang mit gefährlichen Chemikalien und Geräten qualifiziert. Das senkt erfahrungsgemäß die Anzahl der Krankenstandstage. Außerdem sind Investitionen in die Weiterbildung eine Wertschätzung Ihrer Arbeitskräfte.

Infoblätter für Reinigungskräfte in zehn Sprachen stehen zum kostenlosen Download bereit: www.umweltberatung.at/oekologisch-effizient-reinigen-mehrsprachig

03 STELLEN SIE GENÜGEND HAUTSCHUTZ ZUR VERFÜGUNG

Das Tragen von passenden Schutzhandschuhen sollte selbstverständlich sein. Der tägliche Hautschutz umfasst auch das Reinigen der Hände nach der Arbeit mit einer milden Seife und anschließender Pflege mit einer Handcreme. Stellen Sie dem Personal diese Pflegemittel zur Verfügung. 

04 VERWENDEN SIE ERGONOMISCHE GERÄTE UND DAS FARBSYSTEM

Gemeinsam mit Arbeitsmediziner*innen können Sie die Arbeitsgeräte optimal auf die Reinigungskräfte abstimmen. Stiele für Wisch-, Glasreinigungs- und Bodenwischgeräte sollten ergonomisch auf die Körpergröße der Reinigungskräfte eingestellt sein. Das in der Branche übliche Farbsystem für Mikrofasertücher, Reinigungsmittel und Hilfsmittel vereinfacht die Auswahl und verhindert die Verschleppung von Keimen: grün für Küche, blau für Schreibtische, rot für WC-Räumlichkeiten und gelb für den Sanitärbereich.

05 ERSTELLEN SIE EINEN DETAILLIERTEN REINIGUNGSPLAN

Die korrekte Reinigung eines Gebäudes braucht viel technisches Wissen und gute Planung. Gemeinsam mit Expert*innen sollten Sie einen Reinigungsplan erstellen, der zeigt, welche Oberflächen wann und wie gereinigt werden müssen. Die Intervalle werden genau festgelegt. Gehen Sie diesen Plan mit den Reinigungsmitarbeiter*innen durch. Damit wird zum Beispiel ein Schaden an Oberflächen durch falsche Reinigung oder Dosierung verhindert. 

06 HOLEN SIE BEI ANSCHAFFUNGEN ALLE BETEILIGTEN AN DEN TISCH

Wird ein neuer Boden gekauft, ist bereits beim Einkaufen die möglichst einfache, passende Reinigung mitzudenken. Wenn technische Abteilungen, Einkauf und Qualitätsmanagement vor  neuen Anschaffungen für das Gebäude an einem Tisch sitzen, sollte die spätere Reinigung berücksichtigt werden.

07 SETZEN SIE AUF DIE MECHANISCHE WIRKUNG VON MIKROFASERTÜCHERN

Mikrofasertücher nehmen aufgrund ihrer speziellen Beschaffenheit viel Schmutz auf. Am besten reinigen sie trocken oder mit etwas kaltem Wasser befeuchtet. Werden Mikrofasertücher richtig verwendet, spart das eine große Menge an Reinigungsmitteln ein. Feuchte Tücher entfernen zum Beispiel Kalk im Sanitärbereich, Fingerabdrücke auf Türen oder Flecken in der Küche.

08 DOSIEREN SIE DIE REINIGUNGSMITTEL RICHTIG

Zu stark dosierte Reinigungsmittel belasten die Umwelt, Materialien und das Budget. Auf dem Etikett oder im Produktdatenblatt sind die genauen Dosierangaben für bestimmte Anwendungen zu finden. Automatische Dosiergeräte, die von den Reinigungsmittelherstellern zur Verfügung gestellt werden, helfen beim korrekten Dosieren von konzentrierten Produkten.

09 SPAREN SIE ENERGIE DURCH DIE REINIGUNG MIT KALTEM WASSER

In der professionellen Reinigung wird selten heißes Wasser verwendet. Die Mittel sind so konzipiert, dass sie in kaltem Wasser die optimale Reinigungswirkung entfalten. Das schont die Materialien und senkt die Energiekosten. Und es ist gesünder, weil weniger Dämpfe entstehen und kein Risiko für Hautverbrennungen besteht.

Harald Brugger

ZUR PERSON

Harald Brugger ist Fachkoordinator für Chemie & Konsum bei „DIE UMWELTBERATUNG“. Er ist Projektleiter der Datenbank „Öko-Rein – umweltschonende Wasch- und Reinigungsmittel und Kosmetikprodukte" sowie Gutachter für das Österreichische Umweltzeichen und das EU-Ecolabel im Bereich Reinigung. Außerdem ist er Mitglied der Expert*innengruppe der europäischen Kommission für den Einsatz von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln in der Bio-Landwirtschaft und führt für Österreich die Bewertungen in diesem Bereich durch.

ZUR ORGANISATION

DIE UMWELTBERATUNG ist eine von der Wiener Umweltschutzabteilung basisfinanzierte Einrichtung der Wiener Volkshochschulen. Sie unterstützt Betriebe bei der Umstellung auf ökologische, effiziente Reinigung. Sie bietet Schulungen zu neuen Techniken und ökologischer Beschaffung mit Informationen zu Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz an. www.umweltberatung.at/seminar-oekologisch-und-effizient-reinigen

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