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Technologie allein wird es nicht richten

Der Nachhaltigkeitsexperte Dr. Florian Heiler hat die neu geschaffene Position „ESG & Nachhaltigkeit“ in der B&C-Gruppe übernommen. Roswitha M. Reisinger hat ihn nach seinen Beweggründen und Zielen gefragt.

Florian Heiler, Foto: Maria Noisternig

BUSINESSART: Was hat dich bewogen, von der Beratung ins Management zu wechseln?

Florian Heiler: Für mich ist es der fast schon logische Schritt, meine Leidenschaft und meine Expertise verstärkt dort einzubringen, wo Weichenstellungen und längerfristige, strategische Ausrichtungen zur Werterhaltung und Wertsteigerung wichtiger österreichischer Unternehmen mitentschieden werden: auf der Kapital- und Eigentümerseite.

Was ist die Ambition der B&C-Gruppe, eine ESG-Stelle zu schaffen?

Über die neue geschaffene Position kann das wichtige und strategierelevante Thema ESG & Nachhaltigkeit im B&C-Beteiligungsmanagement sowie der Portfolioentwicklung verstärkt werden. Aluminium-, Gummi-, Faserproduktion, wie sie unsere Kernbeteiligungen AMAG Austria Metall AG, Lenzing AG und Semperit AG Holding betreiben, sind energie-, treibhausgas- und ressourcenintensive Produktionsprozesse. Für uns bedeutet das, die Kernbeteiligungen, die eine starke Nachhaltigkeitsperformance aufweisen, bei ihren ambitionierten Nachhaltigkeitsprogrammen und auf ihrem Weg in eine klimaneutrale Zukunft aus der B&C heraus zu unterstützen. Und es bedeutet, ESG als Wertschöpfungstreiber in der Portfolioentwicklung zu berücksichtigen. 

Was wird die größte Herausforderung sein?

Das Verfolgen von Klimaneutralität und Nachhaltigkeit im Rahmen unseres Beteiligungs- und Portfoliomanagements ist von hoher Bedeutung für die Erzielung beständiger und langfristiger Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität. Diese Transformation beinhaltet aus meiner Sicht explizit nicht nur das E (Environmental) sondern gleichfalls das S (Social), das G (Governance) sowie das P (Profit). Dieser Wandel wird nur über ein vernetztes und integriertes Denken und Managen aller dieser Handlungsfelder gelingen. Zu glauben, allein die Technologie wird es richten, ohne die anderen Dimensionen konsequent mit zu entwickeln, halte ich für naiv – und die B&C hat dies längst erkannt.

Woran erkennt man, dass ein Unternehmen seine Verantwortung wahrnimmt „do no harm“, „do good“?

Die beiden Schlüsselwörter sind „Nachhaltigkeitskontext“ und „Impact“. Damit kann die tatsächliche Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens eingeordnet werden. Nachhaltigkeitskontext bedeutet, dass ESG als Maß der Leistung offenlegt, wie erfolgreich und effektiv ein Unternehmen zu den für die Branche wesentlichen Nachhaltigkeitszielen, etwa zu einer kohlenstoffarmen und kreislaufbasierten Wirtschaft, beiträgt.

Über die B&C-Gruppe

Die B&C-Gruppe ist Kernaktionärin bzw. Mehrheitseigentümerin der AMAG Austria Metall AG, Lenzing AG und Semperit AG Holding und hält  über die B&C Innovation Investments mehrere Beteiligungen an Wachstumsunternehmen im Technologiebereich. https://bcgruppe.at.