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Tourismus: Die Branche steht vor dem Kollaps

IUBH Internationale Hochschule veröffentlicht erste Bewertung der Auswirkungen und Herausforderungen für die Tourismus- und Hospitalitybranche aufgrund von COVID-19

tourismus-in-zeiten-von-corona_iubh-cr-stevepb_pixabay
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Die Tourismus- und Hospitalitybranche wird vom Coronavirus erschüttert. Ob Reiseveranstalter, Airlines, Hotels oder Kreuzfahrtunternehmen: Beinahe alle Akteure auf dem Markt mussten in den letzten Wochen ihre Aktivitäten weit herunterfahren oder sogar ganz einstellen. Was bedeutet das für die Tourismusindustrie und welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Auswirkungen abzudämpfen? Das untersuchen die IUBH-Professoren Prof. Dr. Andreas Thams, Tourismus- und Airlineexperte, und Prof. Dr. Nicola Zech, Expertin für Krisenmanagement in der Hotellerie, in ihrem aktuellen Whitepaper.

1) Die Branche steht vor dem Kollaps

Der plötzliche Umsatzeinbruch bewegt bereits erste Unternehmen dazu finanzielle Unterstützung durch den Staat anzufordern. „Die aktuelle Krise wird zu einem totalen Zusammenbruch der globalen Tourismusindustrie führen,“ prognostiziert Thams. „Das Abkühlen des Marktes schon vor der COVID-Krise und die schlechte Liquidität der Branche in der Wintersaison wird für viele Akteure fatale Auswirkungen haben.“ Dies werde die Tourismusbranche stark verändern: „Viele etablierte Produkte und Geschäftsmodelle werden verschwinden, das Konsumentenverhalten im Privat- und Geschäftsreisesektor wird sich mit einer nachhaltigen Verschiebung in Richtung Online-Vertrieb drastisch verändern.“

2) Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung der Branche müssen schnell und zielgerichtet staatliche Hilfen her

Der Tourismus zählt weltweit zu den größten Wirtschaftszweigen – umso fataler für die Weltwirtschaft ist der aktuelle Einbruch. Thams sieht daher die öffentliche Hand in der Verantwortung schnell zu handeln: „An dieser Stelle wird es auf ein konsequentes Einschreiten der Regierung ankommen, um die schwersten Auswirkungen der Krise abzuschwächen.“ Die nötigen Maßnahmen, die staatliche Akteure jetzt ergreifen müssen, umfassen nach Meinung der Autoren folgende Bereiche:

  • Liquiditätshilfen in Form von Anleihen und Krediten
  • Steuererleichterungen, insbesondere von Transaktionssteuern für Hotels und Airlines
  • Schuldenschnitte
  • Reaktivierung der Märkte durch Zielgebietsagenturen

3) Für Unternehmen gilt striktes Krisenmanagement

Um die schwersten Auswirkungen der Krise langfristig abzufedern, müssen Unternehmen mit internen und externen Stakeholdern zusammenarbeiten. Neben Mitarbeitern und Gästen können auch Konkurrenten, Lieferanten oder Vertriebspartner wichtige Impulse für den Wiederaufbau liefern. Ein Ansatz, wie dieses Stakeholdermanagement in der Krisensituation aussehen kann, liefert Nicola Zech im Whitepaper. Da die Krise und die ergriffenen Maßnahmen in ihrer Auswirkung nicht exakt vorhergesehen werden können, müssen diese Maßnahmen regelmäßig angepasst werden. Anschließend muss eine Langzeitstrategie implementiert werden.

Hier geht´s zum Whitepaper, das um die Sichtweise des afrikanischen Kontinents auf die Krise durch Dr. David Rempel ergänzt wird: Er erläutert die Auswirkungen der Corona-Krise anschaulich am Beispiel von Ghana.

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