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Unternehmen treiben mit „Social Innovation“ Erneuerung und Nachhaltigkeit voran

Führende CSR-Experten und Wirtschaftsethiker aus acht Nationen diskutierten auf Schloss Urstein die Chancen von „Social Innovation“ als Fahrplan in eine nachhaltige Zukunft. Veranstaltet wurde die zweitägige Konferenz des „Zentrums für humane Marktwirtschaft“ der WKS und des High-Tech-Konzerns Intel Europe.

Welchen Beitrag kann die Wirtschaft zur Lösung der großen sozialen und ökologischen Probleme liefern? Ist „Social Innovation“, das neueste Management-Paradigma, ein sinnvolles Instrument?

50 Fachleute aus den Bereichen Management, Wirtschaftsethik, CSR, Innovation und Technologie klopften das neue Schlagwort „Social Innovation“ auf seine Relevanz im Hinblick auf Unternehmensverantwortung („Corporate Social Responsibility“) und seine Brauchbarkeit in der Praxis ab. Das Ergebnis: „Social Innovation“ ist eine enorme Chance der Unternehmen, durch neue Produkte, Prozesse und neue Formen der Zusammenarbeit mit anderen Stakeholdern, gleichzeitig auch soziale Lösungen zu erzielen. Dabei gehen Unternehmensnutzen (Gewinne) und gesellschaftlicher Nutzen Hand in Hand.

„Unternehmen haben ein enormes Potenzial, einen Beitrag zur Lösung der globalen Prob-leme zu leisten“, betonte Bradley Googins (Boston), einer der weltweit führenden CSR-Experten. Denn große Institutionen und auch Regierungen zeigten, dass sie alleine nicht mehr imstande seien, die wirklich großen Herausforderungen wie Klimaschutz oder Nach-haltigkeit zu lösen: „Soziale Innovation ist die neue und fortschrittlichste Ausprägung der Unternehmensverantwortung“.

Dem Innovationsprozess eine zusätzliche Richtung geben

Thomas Osburg, Public-Affairs-Manager von Intel Europe und Social-Innovation-Experte, sieht einen wesentlichen Fortschritt, dass „soziale Innovationen“ auf die „DNA von Unter-nehmen“ aufsetzen können. Während CSR eher auf die Akzeptanz des Unternehmens in der Gesellschaft ziele, komme mit sozialer Innovation eine neue aktive Rolle der Unternehmen ins Spiel. Susan Müller (EBS Business School, Deutschland), Expertin für Social Entrepreneurship, zeigte einige Beispiele auf: Wenn etwa Versicherungen Aufklärung über gesunde Ernährung betreiben, fördert das die Gesundheit der Menschen und senkt die Kosten der Versicherung. Pharmafirmen entwickeln gemeinsam mit NGO‘s Programme gegen gefährliche Krankheiten, helfen damit dem Menschen und lernen neue Märkte kennen. Ähnliches gilt für High-Tech-Unternehmen wie etwa Intel, die in Regionen ohne Zugang zur Bildung Laptops und Lernprogramme zur Verfügung stellten. Susan Müller: „Social Innovation nützt der Gesellschaft und den Unternehmen.“

Nicht zuletzt könne „Social Innovation“ auch der Bekämpfung der Armut dienen, betonte mit Nachdruck Deepa Prahalad, Business Consultant und Autorin aus den USA. Mit „Social Innovation“ könnten auch jene rund vier Milliarden Menschen erfasst werden, die nur we-nige Dollar pro Tag verdienten („Bottom of the Pyramid“) und die jetzt noch für die meisten Unternehmen als Konsumenten unsichtbar seien. Es gehe darum, dieser großen Gruppe von Menschen durch Innovationen Fähigkeiten und unternehmerische Chancen zu vermitteln. Das Schlagwort „Social Innovation“ sei daher weit mehr als das „nächste CSR“, bekräftigte Dr. René Schmidpeter, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für humane Marktwirtschaft: „Social Innvoation wird am Ende zum integrierten Lösungsmodell von Wirtschaft und Gesellschaft.“

Das Zentrum für humane Marktwirtschaft ist eine Einrichtung der Akademie Schloss Urstein Privatstiftung der Wirtschaftskammer Salzburg.

Weitere Informationen:

Dr. René Schmidpeter, Wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für humane Marktwirtschaft der Aka-demie Schloss Urstein Privatstiftung der WKS, e-Mail: rene.schmidpeter@gmx.at.

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