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Grüne Erde verabschiedet sich von Facebook & Co

Der ökologische und soziale Pionierbetrieb verzichtet bewusst auf nützliche Werkzeuge der digitalen Welt, um den effektiven Schutz der Kundendaten auch in Zukunft zu gewährleisten.

Eine andere Art des Wirtschaftens ist möglich: Diese Überzeugung aus der Gründungszeit der Grünen Erde vor mehr als 30 Jahren will das Management auch in der digitalen Gegenwart leben und verabschiedet sich  ab sofort von Facebook, Twitter und Google+.

Auch auf viele andere nützliche Online-Werkzeuge wie Google Analytics, externe Zählpixel und Remarketing verzichtet die Grüne Erde, um die Sicherheit der Kundendaten auch in Zukunft zu garantieren.

Geschäftsführer Reinhard Kepplinger: "Grüne Erde reagiert damit auf das wachsende Unbehagen vieler Menschen angesichts der Datensammlung von Konzernen, staatlichen Behörden und kriminellen Organisationen. Kontrolle über den Datenschutz kann nur leisten, wer Kontrolle über die Software hat. Um diese Kontrolle kompromisslos zu gewährleisten, setzt Grüne Erde bei seinem im Herbst 2014 neu programmierten Webshop auf eine Java-basierte Individualsoftware."

Grüne Erde verzichtet nach eigenen Angaben auf zahlreiche Marketing-, Werbe- und Auswertungsmethoden, die den Schutz der Kundendaten gefährden:

  • Google Analytics: Dieses Tool misst kostenlos die Anzahl der Zugriffe auf eine Homepage, sendet die Daten aber an Google-Server und ermöglicht damit, das Kaufverhalten eines bestimmten Nutzers nachzuvollziehen. Grüne Erde verwendet für die Messung der Zugriffe ein eigenes Instrument, das auf den eigenen Rechnern läuft und keine Daten an amerikanische Server schickt.
     
  • Google Adwords: Zwar verwendet Grüne Erde das Werbe-Tool Google Adwords, allerdings in einer eingeschränkten Version: Damit die Kundinnen und Kunden die Homepage von Grüne Erde bei ihrer Online-Suche finden, hat das Unternehmen gegen Bezahlung die Suchergebnisse optimiert. Allerdings verzichtet Grüne Erde auf die fortgeschrittene Variante, bei der der Preis der Online-Anzeige je nach generiertem Umsatz im Webshop schwankt. Dafür müsste Grüne Erde Informationen über das Einkaufsverhalten seiner Kundinnen und Kunden an Google senden – ein Schritt, der nicht mit der Unternehmensphilosophie vereinbar ist und daher nicht gemacht wird.
     
  • Externe Zählpixel: Tracking Pixel oder Zählpixel sind kleine, versteckte Spione auf einer Homepage, die Informationen über das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer an Dritte schicken. Besonders beliebt ist dieses Werkzeug im Affiliate Marketing, also auf Werbeplattformen, bei denen ein Händler seinen Vertriebspartner Provisionen für getätigte Einkäufe bezahlt. Das kostenlose Plugin Ghostery (www.ghostery.com) kann diese Zählpixel aufspüren. Auf der Homepage von Grüne Erde findet das Tool keinerlei Zählpixel, weil sie schlichtweg nicht genutzt werden.
     
  • Remarketing: Sind Sie schon einmal im Netz von einem Buch verfolgt worden? Sie sehen sich ein Buch in einem Onlineshop an, ohne es zu kaufen, und plötzlich sehen Sie auf vielen weiteren Webseiten eine Werbung für genau dieses Buch – das Wunder des Remarketings. Grüne Erde verzichtet gänzlich auf diese Form der Umsatzsteigerung.
     
  • Fingerprint: Grüne Erde verwendet keine Fingerprints, die einen Rechner anhand der CPU-Struktur eindeutig identifizieren, selbst wenn Cookies deaktiviert sind.
     
  • Cookies: Einzig auf Cookies kann verzichtet Grüne Erde nicht: Ohne die kleinen Programme kann sich der Webshop nicht den Warenkorb oder zuletzt gesehene Artikel merken. Grüne Erde benutzt zwei Cookies: FOOTPRINT speichert den Warenkorb, JSESSIONID verhindert, dass ein anderer Besucher der Seite plötzlich die Sitzung übernimmt.

Nachdem diese Schritte zum Schutz der Daten bereits erfolgreich umgesetzt worden sind, war es für Grüne Erde nur konsequent, sich auch von den Tausenden Fans auf Facebook, Google+ und Twitter zu verabschieden. Zwar bieten die Sozialen Netzwerke ein praktisches Werkzeug, um mit unzähligen Personen in Kontakt zu treten, doch zugleich wird dort in zunehmenden Maß jeder Kommentar und jedes „Gefällt mir“ für die Werbewirtschaft ausgewertet und ausgenutzt. „Da macht Grüne Erde einfach nicht mehr mit“, erklärt Kepplinger. „Das Unternehmen will mit seinen Kundinnen und Kunden über Kanäle kommunizieren, bei denen niemand mithört.“ Als Beispiele nennt er gedruckte Kataloge, Briefe, Mail-Newsletter oder das Forum auf der Homepage

www.grueneerde.com.

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