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Herausforderungen für internationales CSR-Management

Welche Herausforderungen bringt internationales CSR-Management mit sich? Hauska & Partner, Headquarters Austria und respACT – austrian business council for sustainable development führten dazu im Frühjahr 2012 eine Online-Umfrage durch und luden zum persönlichen Erfahrungsaustausch.

Die Ergebnisse:

(1) Der Aufbau internationaler CSR-Teams und -Strukturen geht nur langsam voran.
18% der Befragten (n=78) geben an, bereits über gut etablierte länderübergreifende CSR-Teams bzw. Arbeitsabläufe zu verfügen. Die meisten Unternehmen befinden sich derzeit aber in einer Umorganisations- oder Planungsphase (54%). Weitere 28% haben mit dem Aufbau internationaler Strukturen noch nicht begonnen. Gleichzeitig wird „Organisation der notwendigen internen Ressourcen“ als größte Herausforderung genannt (Schwierigkeitsgrad 3,87 auf einer 6-teiligen Skala; 6 = besonders schwierig). Die breite Umsetzung eines länderübergreifenden CSR-Managements wird daher noch auf sich warten lassen. Das ergibt sich auch aus den im Folgenden genannten Schwierigkeiten.

(2) Die Heterogenität von Märkten, Niederlassungen und Geschäftsfeldern schafft eine (zu) hohe Komplexität.
Unterschiedliche Geschäftsfelder und Kulturen führen zu einer Vielfalt, die ein zentrales Management vom Headquarters aus erschwert. Der gemeinsame Nenner ist nicht groß genug: In vielen Unternehmen fehlt ein gemeinsames CSR-Verständnis und damit die Basis für eine gemeinsame CSR-Strategie. Dementsprechend werden an zweiter und dritter Stelle der Herausforderungen genannt: „Erarbeitung einer gemeinsamen, unternehmensweiten CSR-Strategie“ (3,83) und „Schaffung eines gemeinsamen CSRVerständnisses im gesamten Unternehmen/Konzern“ (3,67).


(3) Die Einbindung von CSR in das Controlling – durch messbare CSR-Ziele und klar definierte KPIs – ist vielfach noch nicht vollzogen.
Dass mangels gemeinsamer CSR-Strategie auch die Einbindung in das allgemeine Kennzahlenmanagement des Konzerns überwiegend noch nicht erfolgt ist, verwundert nicht: Zwei Drittel der Unternehmen sehen die Definition von messbaren CSR-Zielen als schwierig an. Ziele bzw. Kennzahlen belegen daher auch im Schwierigkeitsranking die Plätze 4 und 5.

(4) Für die Einbindung externer Stakeholder fehlen oft Richtlinien und Prozesse.
Die genannte Heterogenität bzw. Komplexität wird bei der Frage der Stakeholder- Einbindung noch brisanter: unterschiedlichste Stakeholder mit unterschiedlichsten Erwartungen und eigenen komplexen Strukturen machen ein professionelles, vom Headquarters gesteuertes Stakeholder-Management zu einer „Königsdisziplin“. Viele Unternehmen brauchen dafür mehr Orientierungshilfen und Instrumente. Dementsprechend rangiert „Einbeziehung externer Stakeholder“ auf Platz 6 mit einem Schwierigkeitsgrad von 3,46.

(5) Lösungsansätze: gemeinsames Lernen und neue Instrumente.
Wo sehen die international agierenden Konzerne mögliche Lösungsansätze? In erster Linie im voneinander Lernen: Peer-Groups, Erfahrungsaustausch, Best Practices sind gefragt. Um das Dilemma fehlender Strategien, Ziele und Kennzahlen zu lösen, bieten sich Interventionen wie Visions-Prozesse ebenso an wie eine Fokussierung auf ausgewählte, extern getriebene bzw. kostenwirksame Kennzahlen oder Issues (z.B. CO2-Ausstoß). Für eine Weiterentwicklung des Stakeholder-Managements sind neue Instrumente für Auswahl, Analyse, Einbindung und Bewertung erforderlich.

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