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Mikroorganismen reduzieren Chemie-Einsatz

Wir haben Lukas Hader, den Geschäftsführer von Multikraft gefragt, wie sein Unternehmen zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) beiträgt.

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Lukas Hader Foto: Werner Dedl

Welche SDGs sind für Multikraft relevant? Was macht Multikraft bei den relevanten SDGs?

Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
Die Multikraft-Technologie basiert auf natürlichen Mikroorganismen, die in Landwirtschaft, Haushalt und Garten den Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemitteln stark reduzieren oder ersetzen kann. Durch weniger chemische Rückstände in unseren Nahrungsmitteln und unserer Umwelt wird ein wesentlicher Beitrag zu Gesundheit und Wohlergehen für alle geleistet. Pflanzen und Tiere, Abwässer und unsere Böden können sich so natürlich regenerieren – gesunde Lebensmittel und eine intakte Umwelt sind die Folge.

Ziel 6: Sauberes Wasser und Sanitärversorgung
Effektive Mikroorganismen werden zur Aufbereitung von Abwasser und Abfall, zum Schlammabbau und zur Steigerung der Wasserqualität eingesetzt.

Ziel 12: Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion
Multikraft bietet nachhaltige Alternativen für eine chemiefreie Produktion von Lebensmitteln sowie antibiotikafreie Tierhaltung. Eine chemiefreie Produktion in der Landwirtschaft ist nur dann möglich, wenn Böden, Pflanzen und Tiere grundsätzlich gesund und gestärkt sind. Anstatt Krankheiten durch Einzelmaßnahmen (wie den Einsatz von Pestiziden und Antibiotika) zu bekämpfen, setzt das Multikraft-System bereits vorher an: Böden, Pflanzen und Tiere werden durch regelmäßige Gaben von speziell formulierten Mikroorganismen-Mischungen und natürlichen Konzentraten (z. B. Pflanzenextrakten und organische Säuren) so gestärkt, dass sich Krankheitserreger nicht ausbreiten können. Dadurch kann der Einsatz von Pestiziden oder Antibiotika entweder stark reduziert oder vollkommen ersetzt werden.

Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
Alle unvermeidbaren Emissionen, die Multikraft (z. B. durch Transporte, Verpackungsproduktion, Auslieferung) verursacht, werden durch CO2-Zertifikate kompensiert. Das heißt, das Unternehmen ist klimaneutral. Unsere Kunden arbeiten ohne chemische Erzeugnisse und vermeiden damit hohe Emissionen. Auch im Hausgarten kann auf den Einsatz von giftigen Substanzen verzichtet werden – durch unsere Aufklärungsarbeit bei Veranstaltungen und Vorträgen wird das Bewusstsein dafür geschärft.

Ziel 15: Leben an Land – Ökosysteme schützen und wiederherstellen, Bodendegradation beenden, biologische Vielfalt fördern
Mit Hilfe Effektiver Mikroorganismen können Böden regeneriert und Humus für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion wieder aufgebaut werden. Durch den Einsatz des Multikraft-Systems in der Landwirtschaft kann auf Chemie gänzlich verzichtet werden – so wird zur Artenvielfalt und dem Erhalt gesunder Böden beigetragen.

Gibt es konkrete Ziele? Wie weit ist das Unternehmen bei der Erreichung der Ziele?

Im Jänner haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis zum Jahresende 2020 ein papierloses Büro zu schaffen. Zum jetzigen Zeitpunkt konnten wir die Ausdrucke bereits um 70 % reduzieren. Außerdem möchten wir bis zum Jahresende 2021 für alle PET-Flaschen und 25-Liter-Kanister recycelte Materialien verwenden. Wir sind dazu mit entsprechenden Lieferanten in Kontakt.

Was ist einfach zu bewältigen?

Es gibt einige Maßnahmen, durch die unsere Unternehmensaktivitäten nachhaltiger gestaltet wurden. Hier ein paar Beispiele:

- Sämtliches Füllmaterial aus Plastik, das zuvor für den Versand unserer Pakete verwendet wurde, hat Multikraft durch Recyclingpapier ersetzt.

- Außerdem wurden alle 5- und 10-Liter-Kanister und 200-, 500- und 1000-Liter-IBC Container durch Bag-in-Box-Kartons ersetzt. Dadurch konnte sehr viel Einwegplastik eingespart und auch Anlieferungen im LKW reduziert werden: Es können 10 Mal so viele Bag-in-Box-Verpackungen auf der Ladefläche ausgeliefert werden als fertige Plastikkanister.

- Die gesamte Wärmeenergie zur Produktion unserer Produkte am Standort in Pichl bei Wels wird aus nachwachsenden Rohstoffen (Hackschnitzeln) in Kombination mit einer Solaranlage (60 m²) und großen Pufferspeichern produziert. Im kommenden Jahr ist der Bau einer Photovoltaik-Anlage geplant, die unseren gesamten Energiebedarf (200 kWh für Büros, Produktion, Logistik, Veranstaltungsräume) bei Schönwetter abdecken wird.

- Durch die Einführung von Softwarelösungen für papierlose Büros zu Jahresanfang konnten wir unseren Papierbedarf bisher um 70 % reduzieren.

Was ist schwierig? Was wird gemacht, um die Hindernisse zu überwinden?

Unsere Lieferanten und Partner kennen unsere Philosophie. Wir versuchen in vielen Gesprächen und durch Win-Win-Situationen diese zu bewegen, noch ökologischer zu arbeiten, mehr recycelte Materialen zu verarbeiten und Lieferwege zu verkürzen. An unserem Standort und in allen unseren Aktivitäten leben wir unseren Kunden vor, wie einfach es durch wenige Änderungen oft ist, ökologischer und nachhaltiger zu wirtschaften und gerade dadurch erfolgreich zu sein.

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