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SDGs: Nachhaltigkeit im Blick oder elegant am großen Ganzen vorbei?

Gastkommentar von DI Petra Busswald

Portraitfoto von DI Petra Busswald
Foto: CCTrink CCTrink

Wenn man die Entwicklungen von den Grenzen des Wachstums, über den Umweltschutz, die Nachhaltigkeit, den ökologischen Fußabdruck bis hin zu den Sustainable Development Goals (SDGs) so verfolgt, könnte man fast meinen, Modetrends zu verfolgen. Die Überschriften werden offenbar sprechender, treffsicherer, besser und – wichtig und dringend! – motivierender.

Erstmals habe ich den Eindruck, dass sich mit den Sustainable Development Goals diesmal etwas mehr als magische 7 % bewegen lassen, die es ja bekannter Weise zu einem Wandel braucht. Und das ist wohl jedenfalls einmal positiv zu sehen. Die SDGs mit 17 Zielen, 169 Unterziele sind eine Art Matrix, an der sich die ganze Welt im Sinne der nachhaltigen Entwicklung orientieren kann und soll – universal. Sozial, ökologisch und ökonomisch. Regional, national und international. Zahlreiche Themenbereiche, die ob ihrer Natur nicht voneinander abzugrenzen sind, schaffen Interdependenzen: Dadurch müssen teils Probleme gleichzeitig adressiert werden, um überhaupt ein Ziel zu erreichen. Wiederum gehen Handlungen für ein Ziel oft über die Erreichung desselben hinaus oder führen gar zu Konflikten mit anderen Zielen.

Deshalb erfordern die SDGs ein vernetztes Verständnis von Themen wie etwa Nachhaltige Produktions- und Konsumweisen, Umweltgefährdung, Armut, Ungleichheit und Korruption. Alle Sektoren sind dazu aufgerufen ihren Beitrag zu leisten – auch der private. Doch nicht jedes Unternehmen hat die Kapazitäten, sich intensiv und zeitaufwändig damit auseinanderzusetzen und das standort-, produkt- und serviceübergreifend.

Um dieser Anforderung transparent, effizient und effektiv gerecht zu werden, sehe ich den Einsatz von intelligenter Software als Lösung. Sie hilft dabei, die Breite im Blick halten zu können und nicht wieder nur die üblichen Positivbeispiele auszuwählen. Sie zeigt auf, welche Indikatoren dazu geeignet sind, die Erreichung von gesetzten Zielen zu messen. Sie leitet unternehmensspezifisch davon ab, welche Daten überhaupt zu erheben und wie zu analysieren sind, damit die Beitrag des Unternehmens zu den SDGs glaubwürdig und standardisiert präsentiert werden können. Sie unterstützt im Idealfall dabei, aus den gleichen Grunddaten nicht nur zu den SDGs zu berichten, sondern auf Knopfdruck z.B. auch nach GRI, EMAS und ISO 14001. Damit ist sie flexibel und je nach Reporting-Standard bzw. jüngst auch Gesetzgebung (Stichwort NFI-Richtlinie, österr. NaDiVeg) gut nutzbar.

An so einer intelligenten Software arbeite ich mit meinem Team seit Jahren. Aktuell entwickeln wir eine Erweiterung zum Reporting nach Gemeinwohlökonomie-Ansatz in Kooperation mit den Nachhaltigkeitsberaterinnen Angela Drosg-Plöckinger und Sigrid Koloo. Der Gemeinwohlökonomie-Ansatz ist speziell im Zusammenhang SDGs interessant: Jedes Gemeinwohlthema ist nämlich mindestens mit einem SDG verknüpft. Wer danach reportet, hat die SDGs gut im Auge.

DI Petra Bußwald
Mit ihrem Unternehmen ist sie an der Schnittstelle von Umweltwissenschaften und angewandter Informatik tätig: akaryon ist spezialisiert auf Umweltinformatik. Seit mehr als 25 Jahren forscht und entwickelt sie im Bereich Nachhaltigkeits-Software. Zu den jüngsten Erfolgen, die sie mit ihrem Team erzielen konnte, zählt die Markteinführung des Umweltdaten-Tools für unternehmerisches Nachhaltigkeits-Monitoring und -Reporting (www.umweltdaten-tool.at; in Kooperation mit dem Umweltbundesamt) und der Energiewenderechner RESYS (https://www.energiewende-rechner.at/; dieser richtet sich mehr an die kommunale/regionale Ebene und erhielt jüngst den Smart Energy Systems Award 2018).

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