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Wiener Umweltpreis 2019

Sogar Vergnügen kann nachhaltig sein. Das steht seit heuer fest: Kolariks Freizeitbetriebe unter den vier Vorzeige-Betrieben 2019.

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v.l.n.r.: Isabell Weigand (in-u! OG), Angelika Neuner (Westpol), Josef Taucher (SPÖ Wien), Zabit Fidan (Westpol) Christian Houdek/PID

151 Betriebe haben ihr Unternehmen nach dem Konzept von OekoBusiness Wien durchleuchtet und rund 1 Million Euro eingespart. Vier davon wurden für ihre Umwelt-Leistungen besonders ausgezeichnet:

  • in-u! OG und Cafe Restaurant Westpol mit Take-away Mehrweggeschirr für die Gastronomie
  • Das Capri mit Nachhaltigkeit im Wiener Traditionshotel „Das Capri“
  • Kolariks Freizeitbetriebe GmbH mit Natürlich gut Essen – „Von Bronze zu Gold in Rekordzeit“
  • Henkel CEE Operation GmbH mit Packaging 18.
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Andreas Tschulik (BMNT), Georg Pastuszyn, Verena Brandtner-Pastuszyn, Barbara Lorenz, Mario Galler (alle "Das Capri") Christian Houdek/PID

Die Preisträger des Umwelpreises Wien im Detail

in-u! OG und das Cafe Restaurant Westpol

Das steigende Bedürfnis der KonsumentInnen nach Take-Away-Produkten, insbesondere in der Gastronomie, führt zu einem starken Anstieg von (Einweg)-Verpackungsmüll. Diesem Problem haben die in-u! OG und das Cafe Restaurant Westpol unabhängig voneinander den Kampf angesagt. Durch die Einführung von Edelstahl-Mehrweggeschirr kann Essen aus Restaurants künftig auch zuhause ohne schlechtes Gewissen konsumiert werden. Die beiden Preisträger haben dabei zwei verschiedene Konzepte entwickelt: Das Restaurant Westpol setzt mit ihrem Modell des "Westpol-Dabba" auf eine regionale Lösung in Form einer Mitgliedschaft, in der das Ausborgen des Edelstahl-Geschirrs die ersten drei Tage kostenlos ist. Die in-u! OG hat sich ein Konzept für Gastronomie-Betriebe überlegt: Das Pfandsystem mit Reinigungsservice und Logistik wird gewerblich als Dienstleistung angeboten und befindet sich bereits in der Pilotphase. "Beide Systeme überzeugen durch einen Vermeidungsansatz sowie einen sehr niederschwelligen Zugang und ein umfassendes Serviceangebot", begründet Josef Taucher, Mitglied des Umweltausschusses im Wiener Gemeinderat und SPÖ-Klubobmann, die Entscheidung. Mit der Auszeichnung unterstreicht die Jury zudem den Gedanken, dass sich beide Ansätze ergänzen und lokale Insellösungen auf Basis des gleichen eingesetzten Produkts sinnvoll sind. 

Das Capri

Das Capri unterzog sich als erstes Wiener Hotel den strengen Kriterien der Gemeinwohlökonomie und etabliert damit ein ethisches Wirtschaftsmodell im Betrieb. In fünf Bereichen - Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, Mitbestimmung und Transparenz - wurde geprüft und ein Status quo ermittelt, der nun jährlich optimiert wird. Das beeindruckende Ergebnis - knapp 40 Prozent Übererfüllung der gesetzlichen Vorgaben - hat auch die Jury überzeugt. "Das in zweiter Generation geführte Hotel hat sich in umfassender Art und Wiese dem Thema einer nachhaltigen Wirtschaftsweise verschrieben und dabei auch besonders auf die sozialen Aspekte im Umgang mit den MitarbeiterInnen und auf die Verantwortung für das gesellschaftliche Umfeld geachtet. Dadurch wird auch der Komfort für die Gäste gesteigert", so DI Andreas Tschulik, Abteilungsleiter Betrieblicher Umweltschutz und Technologie im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus. Das Hotel in der Praterstraße ist zudem mit dem Österreichischen und dem Europäischen Umweltzeichen ausgezeichnet.

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v.l.n.r. Rainer Trefelik (WK Wien), Elisabeth Kolarik, Marianne Kolarik Christian Houdek/PID

Kolariks Freizeitbetriebe

Kolariks Freizeitbetriebe zeigen mit der Umsetzung des Projekts Natürlich gut Essen - "Von Bronze zu Gold in Rekordzeit", dass es möglich ist, innerhalb kürzester Zeit das komplette Speisenangebot auf Bioqualität umzustellen. Von der Stelze, der Spezialität des Hauses, bis hin zu den Eiernockerln bieten die Kolariks biologische Lebensmittel und eine frische Zubereitung. "Mit ihrem Engagement, gerade als so großer und bekannter Betrieb in Wien, sind Kolariks Freizeitbetriebe ein wichtiges Vorbild für regionale Gastronomiebetriebe. Sie haben gezeigt, was in einem klassischen Gastronomieunternehmen in kurzer Zeit möglich ist, wenn man verantwortungsvoll mit der Umwelt umgehen und qualitativ hochwertige Lebensmittel anbieten möchte", so Dr. Rainer Trefelik, Spartenobmann der Wirtschaftskammer Wien. Das noch junge Gütesiegel "Natürlich gut essen" bietet mit drei Auszeichnungsstufen in Bronze, Silber und Gold für jeden Betrieb Möglichkeiten, nach und nach etwas zu verändern und schafft für KonsumentInnen die nötige Transparenz.

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v.l.n.r.: Silvia Leodolter (AK Wien), Christoph Giesinger, Thomas Furhmann, Sabine Hochkugler (alle Henkel) Christian Houdek/PID

Henkel

Mit dem Ziel den ökologischen Fußabdruck bis 2030 um ein Drittel zu reduzieren hat Henkel das Maßnahmenpaket "Packaging 18" entwickelt. Die Jury beeindruckte vor allem die konsequente Umsetzung der Strategie sowie der ganzheitliche Ansatz, denn durch die höhere Konzentration bei Flüssigwaschmitteln - eine der Maßnahmen - können erstaunliche Einsparungen in allen Stationen des Produkt-Lebenszyklus eingespart werden. Bezogen auf den Produktionsstandort Wien bedeutet das eine jährliche Reduktion von 815 Tonnen Verpackungskunststoff, eine Senkung des Stromverbrauchs um 18.400 kWh, das entspricht dem Verbrauch von ca. 9.000 Wiener Haushalten, eine Reduktion der LKW-Fahrten um knapp 190.000 km und 12.238 Tonnen CO2. "Die erzielten Einsparungen haben durch die Bedeutung des Werkes für Mittel- und Osteuropa zudem Auswirkungen, die weit über Wien hinausgehen", erklärt Silvia Leodolter, Leiterin der Abteilung Umwelt und Verkehr der Arbeiterkammer Wien.

Auch Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22 ist stolz auf die Bilanz: "Seit Start der Initiative 1998 haben knapp 1.300 Betriebe teilgenommen, im vergangenen Jahr sind wieder 49 neue Betriebe dazugekommen, zahlreiche andere lassen sich regelmäßig aufs Neue auszeichnen und setzen noch tiefgreifendere Maßnahmen um. Der Impact wächst von Jahr zu Jahr."

Umweltstadträtin Ulli Sima: " Die ausgezeichneten Betriebe nehmen gemeinsam alle Bereiche nachhaltigen Wirtschaftens in Angriff - Ökonomie, Ökologie und Soziales. Wir müssen viel stärker auf unsere Umwelt achten, dabei geht es einerseits um die gewissenhafte Nutzung von Ressourcen, um umweltverträgliche Produktion aber auch um unsere Gesellschaft und wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen. Die heutigen Gewinner-Betriebe sind in diesen Kategorien Impulsgeber.

Allein im Jahr 2018 konnten folgende Einsparungen erzielt werden:

  • 1,01 Millionen Euro Betriebskosten
  • 2.065 Tonnen CO2 - damit könnten 340 Heißluftballone befüllt werden
  • 56,33 Tonnen gefährliche Abfälle - das sind 1059 Mistkübel, die aufeinandergestapelt 4,2-mal so hoch wie der Donauturm wären
  • 61,15 Tonnen nicht gefährlicher Abfall - das sind 1.150 Mistkübel, die 4,56-mal so groß wie der Donauturm wären
  • 6,66 Gigawattstunden Energie - das entspricht dem Jahresverbrauch von mehr als 33.000 Haushalten
  • 460.000 LKW Transportkilometer - damit könnte man zehnmal die Erde umrunden


Der Umweltpreis der Stadt Wien
Der Umweltpreis zeichnet das Engagement der besten Wiener Betriebe aus und dient als Anreiz und Inspirationsquelle für Unternehmen, die sich bisher noch wenig mit dem Thema des betrieblichen Umweltschutzes auseinandergesetzt haben. Die Siegerprojekte werden von einer Fachjury ermittelt. Entscheidend sind dabei Umweltrelevanz, Innovationsgrad und Zukunftsfähigkeit, aber auch soziale und gesellschaftliche Aspekte der eingereichten Maßnahmen und Vorhaben.
Nähere Informationen: www.oekoevent.at

Sparen nach Plan - mit OekoBusiness Wien
OekoBusiness Wien ist das Umwelt-Service-Paket der Stadt Wien für Wiener Unternehmen. 1998 von der Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22 ins Leben gerufen, unterstützt OekoBusiness Wien Unternehmen bei der Umsetzung von umweltrelevanten Maßnahmen und trägt dazu bei, Betriebskosten zu senken. Gemeinsam mit erfahrenen UmweltberaterInnen werden Einsparpotenziale identifiziert, um Schritt für Schritt den Energiebedarf, das Abfallaufkommen oder den Ressourceneinsatz zu reduzieren. OekoBusiness Wien leistet einen wesentlichen Beitrag zum Wiener Klimaschutzprogramm (KliP) und zum Städtischen Energieeffizienzprogramm (SEP), wo es als Schnittstelle zu den Betrieben verankert ist. Gefördert wird das Programm aus den Mitteln des Ökostromfonds für Wien, der Wirtschaftskammer Wien und der Umweltförderung Inland des Lebensministeriums. Unterstützt wird das Programm außerdem von der Arbeiterkammer Wien (AK Wien), dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB), der Wirtschaftsagentur Wien, der Magistratsabteilung für technische Gewerbeangelegenheiten (MA 36) und den Magistratischen Bezirksämtern (Gewerbebehörde). OekoBusiness Wien leistet mit seinem Angebot einen wesentlichen Beitrag zu den Sustainable Development Goals der United Nations, insbesondere den Zielen 6, 7, 8, 9, 11, 12 und 13. Weitere Informationen sowie alle teilnehmenden Betriebe finden Sie auf: www.oekobusiness.wien.at und http://unternehmen.oekobusiness.wien.at

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